Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737.

Bild:
<< vorherige Seite

NY OB
sanffte an das männliche Glied drücken, und durch solches sanfftes Thun
den Saamen desto reichlicher heraus locken.

Nymphaea alba und lutea, major und minor, See-Blumen; wer-
den in weisse und gelbe, beyde aber in grosse und kleine unterschieden,
wachsen in Flüssen, Wasser-Gräben; blühen im Majo und Junio; bey-
derley Saame dämpffet die venerischen Begierden und hitzig Geblüt,
dienet wider den Saamen und weissen Fluß. Das aus den Blumen
destillirte Wasser kühlet, und wird zu den kühlenden Emulsionen genommen.
Praeparata sind Aqua destillat. Syrup. simpl. und composit. Conserva, Ol.
infus.
und Unguentum.

Nymphomania, siehe Furor uterinus.

Nymphotomia, oder Nympharum sectio, ist eine Chirurgische Ope-
ration,
in welcher man die gar zu grossen Wasser-Leffzen, oder die gar zu
grosse Weiber-Ruthe künstlich verschneidet und abkürtzet.

O.

O Jst ausser dem Buchstäblichen Verstande ein Chymischer Character
oder Zeichen, bedeutet Allaun, drey kleine o aber also gesetzet, be-
deuten Oel.

Obauditio, schwer oder schwach Gehör, siehe Auditus difficultas.

Obductio, die Besichtigung, siehe Vulnus.

Obelaea, die Pfeil-Nath, siehe Sutura.

Obesitas, Fett oder Fettigkeit des Leibes, siehe Corpulentia.

Oblivio, die Vergessenheit, ist ein Entfallen der zuvor aufge-
fangenen Dinge.

Obmutescentia, siehe Aphonia.

Obolus, ein halber Scrupel, wieget grana x. wird also ß. bezeichnet.

Obsessi, siehe Mania.

Obstetrix, eine Hebamme, Alte, Kinder-Mutter, ist eine Gotts-
fürchtige und ehrbare Matron, welche den Schwangern und Gebährenden
in harter Geburt, so wol mit füglichen Artzneyen, als auch künstlichen Hand-
griffen weiß zu Hülffe zu kommen. Jhre vornehmsten Tugenden sollen seyn
Gottesfurcht, Ehrbarkeit, Ubung, so sie theils durch Lesung guter Bücher,
theils durch die Hand-Anlegung selbst erworben hat, die Geschicklichkeit,
Hurtigkeit, Fleiß und Beständigkeit, Höflichkeit, Hertzhafftigkeit, Ver-

stand;

NY OB
ſanffte an das maͤnnliche Glied druͤcken, und durch ſolches ſanfftes Thun
den Saamen deſto reichlicher heraus locken.

Nymphæa alba und lutea, major und minor, See-Blumen; wer-
den in weiſſe und gelbe, beyde aber in groſſe und kleine unterſchieden,
wachſen in Fluͤſſen, Waſſer-Graͤben; bluͤhen im Majo und Junio; bey-
derley Saame daͤmpffet die veneriſchen Begierden und hitzig Gebluͤt,
dienet wider den Saamen und weiſſen Fluß. Das aus den Blumen
deſtillirte Waſſer kuͤhlet, und wird zu den kuͤhlenden Emulſionen genommen.
Præparata ſind Aqua deſtillat. Syrup. ſimpl. und compoſit. Conſerva, Ol.
infuſ.
und Unguentum.

Nymphomania, ſiehe Furor uterinus.

Nymphotomia, oder Nympharum ſectio, iſt eine Chirurgiſche Ope-
ration,
in welcher man die gar zu groſſen Waſſer-Leffzen, oder die gar zu
groſſe Weiber-Ruthe kuͤnſtlich verſchneidet und abkuͤrtzet.

O.

O Jſt auſſer dem Buchſtaͤblichen Verſtande ein Chymiſcher Character
oder Zeichen, bedeutet Allaun, drey kleine o aber alſo 🝆 geſetzet, be-
deuten Oel.

Obauditio, ſchwer oder ſchwach Gehoͤr, ſiehe Auditus difficultas.

Obductio, die Beſichtigung, ſiehe Vulnus.

Obelæa, die Pfeil-Nath, ſiehe Sutura.

Obeſitas, Fett oder Fettigkeit des Leibes, ſiehe Corpulentia.

Oblivio, die Vergeſſenheit, iſt ein Entfallen der zuvor aufge-
fangenen Dinge.

Obmuteſcentia, ſiehe Aphonia.

Obolus, ein halber Scrupel, wieget grana x. wird alſo ℈ß. bezeichnet.

Obſeſſi, ſiehe Mania.

Obſtetrix, eine Hebamme, Alte, Kinder-Mutter, iſt eine Gotts-
fuͤrchtige und ehrbare Matron, welche den Schwangern und Gebaͤhrenden
in harter Geburt, ſo wol mit fuͤglichen Artzneyen, als auch kuͤnſtlichen Hand-
griffen weiß zu Huͤlffe zu kommen. Jhre vornehmſten Tugenden ſollen ſeyn
Gottesfurcht, Ehrbarkeit, Ubung, ſo ſie theils durch Leſung guter Buͤcher,
theils durch die Hand-Anlegung ſelbſt erworben hat, die Geſchicklichkeit,
Hurtigkeit, Fleiß und Beſtaͤndigkeit, Hoͤflichkeit, Hertzhafftigkeit, Ver-

ſtand;
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0652" n="640"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">NY OB</hi></hi></hi></fw><lb/>
&#x017F;anffte an das ma&#x0364;nnliche Glied dru&#x0364;cken, und durch &#x017F;olches &#x017F;anfftes Thun<lb/>
den Saamen de&#x017F;to reichlicher heraus locken.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Nymphæa alba</hi> und <hi rendition="#aq">lutea, major</hi> und <hi rendition="#aq">minor,</hi> <hi rendition="#fr">See-Blumen;</hi> wer-<lb/>
den in <hi rendition="#fr">wei&#x017F;&#x017F;e</hi> und <hi rendition="#fr">gelbe,</hi> beyde aber in gro&#x017F;&#x017F;e und kleine unter&#x017F;chieden,<lb/>
wach&#x017F;en in Flu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, Wa&#x017F;&#x017F;er-Gra&#x0364;ben; blu&#x0364;hen im <hi rendition="#aq">Majo</hi> und <hi rendition="#aq">Junio;</hi> bey-<lb/>
derley Saame da&#x0364;mpffet die <hi rendition="#aq">veneri</hi>&#x017F;chen Begierden und hitzig Geblu&#x0364;t,<lb/>
dienet wider den Saamen und wei&#x017F;&#x017F;en Fluß. Das aus den Blumen<lb/><hi rendition="#aq">de&#x017F;tilli</hi>rte Wa&#x017F;&#x017F;er ku&#x0364;hlet, und wird zu den ku&#x0364;hlenden <hi rendition="#aq">Emul&#x017F;ion</hi>en genommen.<lb/><hi rendition="#aq">Præparata</hi> &#x017F;ind <hi rendition="#aq">Aqua de&#x017F;tillat. Syrup. &#x017F;impl.</hi> und <hi rendition="#aq">compo&#x017F;it. Con&#x017F;erva, Ol.<lb/>
infu&#x017F;.</hi> und <hi rendition="#aq">Unguentum.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Nymphomania,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Furor uterinus.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Nymphotomia,</hi> oder <hi rendition="#aq">Nympharum &#x017F;ectio,</hi> i&#x017F;t eine <hi rendition="#aq">Chirurgi</hi>&#x017F;che <hi rendition="#aq">Ope-<lb/>
ration,</hi> in welcher man die gar zu gro&#x017F;&#x017F;en Wa&#x017F;&#x017F;er-Leffzen, oder die gar zu<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;e Weiber-Ruthe ku&#x0364;n&#x017F;tlich ver&#x017F;chneidet und abku&#x0364;rtzet.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#aq">O.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#aq"><hi rendition="#in">O</hi></hi> J&#x017F;t au&#x017F;&#x017F;er dem Buch&#x017F;ta&#x0364;blichen Ver&#x017F;tande ein <hi rendition="#aq">Chymi</hi>&#x017F;cher <hi rendition="#aq">Character</hi><lb/>
oder Zeichen, bedeutet Allaun, drey kleine <hi rendition="#aq">o</hi> aber al&#x017F;o &#x1F746; ge&#x017F;etzet, be-<lb/>
deuten Oel.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obauditio,</hi> &#x017F;chwer oder &#x017F;chwach Geho&#x0364;r, &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Auditus difficultas.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obductio,</hi> die Be&#x017F;ichtigung, &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Vulnus.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obelæa,</hi> die Pfeil-Nath, &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Sutura.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obe&#x017F;itas,</hi> Fett oder Fettigkeit des Leibes, &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Corpulentia.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Oblivio,</hi> die Verge&#x017F;&#x017F;enheit, i&#x017F;t ein Entfallen der zuvor aufge-<lb/>
fangenen Dinge.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obmute&#x017F;centia,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Aphonia.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Obolus,</hi> ein halber Scrupel, wieget <hi rendition="#aq">grana x.</hi> wird al&#x017F;o <hi rendition="#aq">&#x2108;ß.</hi> bezeichnet.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Ob&#x017F;e&#x017F;&#x017F;i,</hi> &#x017F;iehe <hi rendition="#aq">Mania.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">Ob&#x017F;tetrix,</hi> eine <hi rendition="#fr">Hebamme, Alte, Kinder-Mutter,</hi> i&#x017F;t eine Gotts-<lb/>
fu&#x0364;rchtige und ehrbare Matron, welche den Schwangern und Geba&#x0364;hrenden<lb/>
in harter Geburt, &#x017F;o wol mit fu&#x0364;glichen Artzneyen, als auch ku&#x0364;n&#x017F;tlichen Hand-<lb/>
griffen weiß zu Hu&#x0364;lffe zu kommen. Jhre vornehm&#x017F;ten Tugenden &#x017F;ollen &#x017F;eyn<lb/>
Gottesfurcht, Ehrbarkeit, Ubung, &#x017F;o &#x017F;ie theils durch Le&#x017F;ung guter Bu&#x0364;cher,<lb/>
theils durch die Hand-Anlegung &#x017F;elb&#x017F;t erworben hat, die Ge&#x017F;chicklichkeit,<lb/>
Hurtigkeit, Fleiß und Be&#x017F;ta&#x0364;ndigkeit, Ho&#x0364;flichkeit, Hertzhafftigkeit, Ver-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">&#x017F;tand;</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[640/0652] NY OB ſanffte an das maͤnnliche Glied druͤcken, und durch ſolches ſanfftes Thun den Saamen deſto reichlicher heraus locken. Nymphæa alba und lutea, major und minor, See-Blumen; wer- den in weiſſe und gelbe, beyde aber in groſſe und kleine unterſchieden, wachſen in Fluͤſſen, Waſſer-Graͤben; bluͤhen im Majo und Junio; bey- derley Saame daͤmpffet die veneriſchen Begierden und hitzig Gebluͤt, dienet wider den Saamen und weiſſen Fluß. Das aus den Blumen deſtillirte Waſſer kuͤhlet, und wird zu den kuͤhlenden Emulſionen genommen. Præparata ſind Aqua deſtillat. Syrup. ſimpl. und compoſit. Conſerva, Ol. infuſ. und Unguentum. Nymphomania, ſiehe Furor uterinus. Nymphotomia, oder Nympharum ſectio, iſt eine Chirurgiſche Ope- ration, in welcher man die gar zu groſſen Waſſer-Leffzen, oder die gar zu groſſe Weiber-Ruthe kuͤnſtlich verſchneidet und abkuͤrtzet. O. O Jſt auſſer dem Buchſtaͤblichen Verſtande ein Chymiſcher Character oder Zeichen, bedeutet Allaun, drey kleine o aber alſo 🝆 geſetzet, be- deuten Oel. Obauditio, ſchwer oder ſchwach Gehoͤr, ſiehe Auditus difficultas. Obductio, die Beſichtigung, ſiehe Vulnus. Obelæa, die Pfeil-Nath, ſiehe Sutura. Obeſitas, Fett oder Fettigkeit des Leibes, ſiehe Corpulentia. Oblivio, die Vergeſſenheit, iſt ein Entfallen der zuvor aufge- fangenen Dinge. Obmuteſcentia, ſiehe Aphonia. Obolus, ein halber Scrupel, wieget grana x. wird alſo ℈ß. bezeichnet. Obſeſſi, ſiehe Mania. Obſtetrix, eine Hebamme, Alte, Kinder-Mutter, iſt eine Gotts- fuͤrchtige und ehrbare Matron, welche den Schwangern und Gebaͤhrenden in harter Geburt, ſo wol mit fuͤglichen Artzneyen, als auch kuͤnſtlichen Hand- griffen weiß zu Huͤlffe zu kommen. Jhre vornehmſten Tugenden ſollen ſeyn Gottesfurcht, Ehrbarkeit, Ubung, ſo ſie theils durch Leſung guter Buͤcher, theils durch die Hand-Anlegung ſelbſt erworben hat, die Geſchicklichkeit, Hurtigkeit, Fleiß und Beſtaͤndigkeit, Hoͤflichkeit, Hertzhafftigkeit, Ver- ſtand;

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/652
Zitationshilfe: Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, S. 640. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/woyt_gazophylacium_1737/652>, abgerufen am 24.08.2019.