Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herr, Johannes: Desiderium sanctorum. Frankfurt (Oder), 1659.

Bild:
<< vorherige Seite

Personalia.
Erden unser aller Mutter an vertrauen helf-
fen.

Wie nun wolgedachte seine liebe Eltern
in der wahren seelig machenden Evangelischen
Religion erzogen/ und darinnen standhafftig
verharret: Also haben sie ihnen nichts hö-
hers angelegen sein lassen/ als daß sie diesen ih-
ren lieben Sohn gleichfals in wahrer Gottes-
furcht/ und sonderlich in der Erkäntnüß deß
HErren JEsu Christi/ und der reinen Religi-
on Augspurgischer Confession wol unterwei-
sen und aufferziehen möchten. Dannenhero
sie Jhn bald von seiner Kindheit an zur Schu-
len gehalten/ den Catechismum und andere
zum wahren Christenthumb/ und zu erlangung
zeitlicher und Ewiger wolfahrt gehörige Stü-
cke zuerlernen. Wie woll nun sein Herr Vater
ihm frühezeitig als im achten Jahr seines Al-
ters/ durch den zeitlichen Tod nach Göttlicher
versehung entfallen/ ist doch nichts desto we-
niger seine Christliche Frau Mutter so sorgfäl-
tig gewesen/ das Er in der angefangenen un-
terrichtung guter Künste und GOttesfurcht
erhalten werden möchte. Gestaltsam sie jhn

biß

Perſonalia.
Erden unſer aller Mutter an vertrauen helf-
fen.

Wie nun wolgedachte ſeine liebe Eltern
in der wahren ſeelig machenden Evangeliſchen
Religion erzogen/ und darinnen ſtandhafftig
verharret: Alſo haben ſie ihnen nichts hoͤ-
hers angelegen ſein laſſen/ als daß ſie dieſen ih-
ren lieben Sohn gleichfals in wahrer Gottes-
furcht/ und ſonderlich in der Erkäntnuͤß deß
HErren JEſu Chriſti/ und der reinen Religi-
on Augſpurgiſcher Confeſſion wol unterwei-
ſen und aufferziehen moͤchten. Dannenhero
ſie Jhn bald von ſeiner Kindheit an zur Schu-
len gehalten/ den Catechiſmum und andere
zum wahren Chriſtenthumb/ und zu erlangung
zeitlicher und Ewiger wolfahrt gehoͤrige Stuͤ-
cke zuerlernen. Wie woll nun ſein Herr Vater
ihm frühezeitig als im achten Jahr ſeines Al-
ters/ durch den zeitlichen Tod nach Goͤttlicher
verſehung entfallen/ iſt doch nichts deſto we-
niger ſeine Chriſtliche Frau Mutter ſo ſorgfäl-
tig geweſen/ das Er in der angefangenen un-
terrichtung guter Kuͤnſte und GOttesfurcht
erhalten werden moͤchte. Geſtaltſam ſie jhn

biß
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsPersonalia" n="2">
          <p><pb facs="#f0038" n="[38]"/><fw type="header" place="top"><hi rendition="#aq">Per&#x017F;onalia.</hi></fw><lb/>
Erden un&#x017F;er aller Mutter an vertrauen helf-<lb/>
fen.</p><lb/>
          <p>Wie nun wolgedachte &#x017F;eine liebe Eltern<lb/>
in der wahren &#x017F;eelig machenden Evangeli&#x017F;chen<lb/>
Religion erzogen/ und darinnen &#x017F;tandhafftig<lb/>
verharret: Al&#x017F;o haben &#x017F;ie ihnen nichts ho&#x0364;-<lb/>
hers angelegen &#x017F;ein la&#x017F;&#x017F;en/ als daß &#x017F;ie die&#x017F;en ih-<lb/>
ren lieben Sohn gleichfals in wahrer Gottes-<lb/>
furcht/ und &#x017F;onderlich in der Erkäntnu&#x0364;ß deß<lb/>
HErren JE&#x017F;u Chri&#x017F;ti/ und der reinen Religi-<lb/>
on Aug&#x017F;purgi&#x017F;cher Confe&#x017F;&#x017F;ion wol unterwei-<lb/>
&#x017F;en und aufferziehen mo&#x0364;chten. Dannenhero<lb/>
&#x017F;ie Jhn bald von &#x017F;einer Kindheit an zur Schu-<lb/>
len gehalten/ den Catechi&#x017F;mum und andere<lb/>
zum wahren Chri&#x017F;tenthumb/ und zu erlangung<lb/>
zeitlicher und Ewiger wolfahrt geho&#x0364;rige Stu&#x0364;-<lb/>
cke zuerlernen. Wie woll nun &#x017F;ein Herr Vater<lb/>
ihm frühezeitig als im achten Jahr &#x017F;eines Al-<lb/>
ters/ durch den zeitlichen Tod nach Go&#x0364;ttlicher<lb/>
ver&#x017F;ehung entfallen/ i&#x017F;t doch nichts de&#x017F;to we-<lb/>
niger &#x017F;eine Chri&#x017F;tliche Frau Mutter &#x017F;o &#x017F;orgfäl-<lb/>
tig gewe&#x017F;en/ das Er in der angefangenen un-<lb/>
terrichtung guter Ku&#x0364;n&#x017F;te und GOttesfurcht<lb/>
erhalten werden mo&#x0364;chte. Ge&#x017F;talt&#x017F;am &#x017F;ie jhn<lb/>
<fw type="catch" place="bottom">biß</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[38]/0038] Perſonalia. Erden unſer aller Mutter an vertrauen helf- fen. Wie nun wolgedachte ſeine liebe Eltern in der wahren ſeelig machenden Evangeliſchen Religion erzogen/ und darinnen ſtandhafftig verharret: Alſo haben ſie ihnen nichts hoͤ- hers angelegen ſein laſſen/ als daß ſie dieſen ih- ren lieben Sohn gleichfals in wahrer Gottes- furcht/ und ſonderlich in der Erkäntnuͤß deß HErren JEſu Chriſti/ und der reinen Religi- on Augſpurgiſcher Confeſſion wol unterwei- ſen und aufferziehen moͤchten. Dannenhero ſie Jhn bald von ſeiner Kindheit an zur Schu- len gehalten/ den Catechiſmum und andere zum wahren Chriſtenthumb/ und zu erlangung zeitlicher und Ewiger wolfahrt gehoͤrige Stuͤ- cke zuerlernen. Wie woll nun ſein Herr Vater ihm frühezeitig als im achten Jahr ſeines Al- ters/ durch den zeitlichen Tod nach Goͤttlicher verſehung entfallen/ iſt doch nichts deſto we- niger ſeine Chriſtliche Frau Mutter ſo ſorgfäl- tig geweſen/ das Er in der angefangenen un- terrichtung guter Kuͤnſte und GOttesfurcht erhalten werden moͤchte. Geſtaltſam ſie jhn biß

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/360677
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/360677/38
Zitationshilfe: Herr, Johannes: Desiderium sanctorum. Frankfurt (Oder), 1659, S. [38]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/360677/38>, abgerufen am 28.05.2024.