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Winziger, Andreas: Piorum Glykypikron [gr.]. Zittau, 1627.

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Erde geleget vnd begraben werden. Wenns wün-
schens gilte/ so wolten wir wünschen/ das sie möchte
das Glück gehabt haben/ vnter den Stadthor/ wel-
ches die Wittibe zu Nain damals gehabt/ vnd das
der Hertzog des Lebens kommen wäre vnd jhr liebes
Söhnlein auch von den Todten aufferwecket hätte.
Allein zu wünschen ist es wol/ zuhoffen nicht. Was
aber dieses mahl nicht geschehen/ das wird dort/ ge
libts Gott/ geschehen/ dort an Tage der allgemeinen
Aufferstehung/ an dem Erstattungstage/ wird die-
ser jhr lieber Sohn jhr wiederumb eingehändiget
werden. Vnd das sie sich gewiß dessen zuversehen
haben werde/ kan sie abnehmen auß dem LeichText/
den jhr liebes Söhnlein jhm selber außerkohren vnd
erwehlet/ denselbigen wolle E. L. mit fleiß vnd an
dacht anhören/ vnd lautet in vnser Deutschen Sprach
wie hernach folget Also:

Esaiae cap. 54. v. 7. 8.
JCH habe dich ein kleinen Augen-
blick verlassen/ Aber mit grosser
Barmhertzigkeit wil ich dich samlen.
Jch habe mein Angesicht im Augen-
blick des Zorns ein wenig von dir ver-
borgen/ Aber mit Ewiger Gnade/ wil
ich mich dein Erbarmen/ spricht der
Herr dein Erlöser.
Exor-

Erde geleget vnd begraben werden. Wenns wuͤn-
ſchens gilte/ ſo wolten wir wuͤnſchen/ das ſie moͤchte
das Gluͤck gehabt haben/ vnter den Stadthor/ wel-
ches die Wittibe zu Nain damals gehabt/ vnd das
der Hertzog des Lebens kommen waͤre vnd jhr liebes
Soͤhnlein auch von den Todten aufferwecket haͤtte.
Allein zu wuͤnſchen iſt es wol/ zuhoffen nicht. Was
aber dieſes mahl nicht geſchehen/ das wird dort/ ge
libts Gott/ geſchehen/ dort an Tage der allgemeinen
Aufferſtehung/ an dem Erſtattungstage/ wird die-
ſer jhr lieber Sohn jhr wiederumb eingehaͤndiget
werden. Vnd das ſie ſich gewiß deſſen zuverſehen
haben werde/ kan ſie abnehmen auß dem LeichText/
den jhr liebes Soͤhnlein jhm ſelber außerkohren vnd
erwehlet/ denſelbigen wolle E. L. mit fleiß vnd an
dacht anhoͤren/ vnd lautet in vnſer Deutſchen Sprach
wie hernach folget Alſo:

Eſaiæ cap. 54. v. 7. 8.
JCH habe dich ein kleinen Augen-
blick verlaſſen/ Aber mit groſſer
Barmhertzigkeit wil ich dich ſamlen.
Jch habe mein Angeſicht im Augen-
blick des Zorns ein wenig von dir ver-
borgen/ Aber mit Ewiger Gnade/ wil
ich mich dein Erbarmen/ ſpricht der
Herr dein Erloͤſer.
Exor-
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[0006] Erde geleget vnd begraben werden. Wenns wuͤn- ſchens gilte/ ſo wolten wir wuͤnſchen/ das ſie moͤchte das Gluͤck gehabt haben/ vnter den Stadthor/ wel- ches die Wittibe zu Nain damals gehabt/ vnd das der Hertzog des Lebens kommen waͤre vnd jhr liebes Soͤhnlein auch von den Todten aufferwecket haͤtte. Allein zu wuͤnſchen iſt es wol/ zuhoffen nicht. Was aber dieſes mahl nicht geſchehen/ das wird dort/ ge libts Gott/ geſchehen/ dort an Tage der allgemeinen Aufferſtehung/ an dem Erſtattungstage/ wird die- ſer jhr lieber Sohn jhr wiederumb eingehaͤndiget werden. Vnd das ſie ſich gewiß deſſen zuverſehen haben werde/ kan ſie abnehmen auß dem LeichText/ den jhr liebes Soͤhnlein jhm ſelber außerkohren vnd erwehlet/ denſelbigen wolle E. L. mit fleiß vnd an dacht anhoͤren/ vnd lautet in vnſer Deutſchen Sprach wie hernach folget Alſo: Eſaiæ cap. 54. v. 7. 8. JCH habe dich ein kleinen Augen- blick verlaſſen/ Aber mit groſſer Barmhertzigkeit wil ich dich ſamlen. Jch habe mein Angeſicht im Augen- blick des Zorns ein wenig von dir ver- borgen/ Aber mit Ewiger Gnade/ wil ich mich dein Erbarmen/ ſpricht der Herr dein Erloͤſer. Exor-

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Zitationshilfe: Winziger, Andreas: Piorum Glykypikron [gr.]. Zittau, 1627, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/508438/6>, abgerufen am 21.04.2021.