Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kremer, Abraham: Eine Christliche Leichvermanung. Frankfurt (Oder), 1610.

Bild:
<< vorherige Seite

Trincken/ sondern Gerechtigkeit vnd friede vnd srewde inRom. 14.
dem Heiligen Geiste. David spricht auch Für dir ist frewdePsal. 16.
die fülle/ vnd ein lieblichs wesen zu deiner Rechten ewiglich.
Jtem: Jch wil dein Andlitz schawen in Gerechtigkeit, ich wilPsalm. 17.
saat werden/ wann ich erwache/ nach deinem bilde. Das ist/
Jch werde gesettiget werden von deinem anschawen vnd ge-
genwertigkeit deines Angesichtes.

Diese vnd andere Sprüche/ derer mehr stehen in der
Heiligen Schrifft/ geben vns gnugsam zuvernehmen: dasDer stand der
saligen men-
schen/ im zu-
tünfftigem le-
ben.

daß ewige Leben nichts anders sey/ als der Stand der se-
ligen Menschen/ in dem zukünfftigem Leben: Der sich zwar
hier in dieser Welt anfenget/ durch wares erkendnus Got-
tes vnd Christi/ durch Friede vnd frewde in vnd durch den
Heiligen Geist: aber wird vollendet in der zukünfftigen
Welt/ do wir werden GOtte von Angesicht zu Angesicht
anschawen: Da wir in vollkommener frwde vnd wonne/
mit GOtt Vater/ Sohn vnd Heiligem Geist/ auch mit1. Cor. 13.
allen heiligen Engeln vnd Ausserwehleten Menschen leben
werden/ in alle ewigkeit.

Liebe Christen/ wer wolte jhm nu nicht wünschen ewig-
lich anzuschawen seinen Schöpffer? Wer wolte nicht ger-
ne sehen seinen erlöser vnnd Heiland Jesum Christum[?]
Wer wolte nicht gerne gemeinschafft haben mit dem heiligen
Engeln Gottes/ vnd allen Gleubigen Menschen/ so von an-
fang gelebt haben? wer wolte nit begirig sein seine liebe Vor-
faren/ die in warem glauben von hinnen geschieden sein/ zu-
kennen vnd bey jnen zu sein/ im ewigen leben? welcher Vater
vnd Mutt/ welcher sohn oder tochter/ die jre kinder/ jhre Eh-
genos/ jr Geschwister/ jre eltern vorhin geschickt/ wolte nit
täglich zu Gott seufftzen vnd sprechen: O Herr Jesu/ der du
die meinigen zu dir ins ewige Paradiß genommen/ gedenck meiner auch

in dei-
C ij

Trincken/ ſondern Gerechtigkeit vnd friede vnd ſrewde inRom. 14.
dem Heiligen Geiſte. David ſpricht auch Fuͤr dir iſt frewdePſal. 16.
die fuͤlle/ vnd ein lieblichs weſen zu deiner Rechten ewiglich.
Jtem: Jch wil dein Andlitz ſchawen in Gerechtigkeit, ich wilPſalm. 17.
ſaat werden/ wann ich erwache/ nach deinem bilde. Das iſt/
Jch werde geſettiget werden von deinem anſchawen vnd ge-
genwertigkeit deines Angeſichtes.

Dieſe vnd andere Spruͤche/ derer mehr ſtehen in der
Heiligen Schrifft/ geben vns gnugſam zuvernehmen: dasDer ſtand der
ſaligen men-
ſchen/ im zu-
tuͤnfftigem le-
ben.

daß ewige Leben nichts anders ſey/ als der Stand der ſe-
ligen Menſchen/ in dem zukuͤnfftigem Leben: Der ſich zwar
hier in dieſer Welt anfenget/ durch wares erkendnus Got-
tes vnd Chriſti/ durch Friede vnd frewde in vnd durch den
Heiligen Geiſt: aber wird vollendet in der zukuͤnfftigen
Welt/ do wir werden GOtte von Angeſicht zu Angeſicht
anſchawen: Da wir in vollkommener frwde vnd wonne/
mit GOtt Vater/ Sohn vnd Heiligem Geiſt/ auch mit1. Cor. 13.
allen heiligen Engeln vnd Auſſerwehleten Menſchen leben
werden/ in alle ewigkeit.

Liebe Chriſten/ wer wolte jhm nu nicht wuͤnſchen ewig-
lich anzuſchawen ſeinen Schoͤpffer? Wer wolte nicht ger-
ne ſehen ſeinen erloͤſer vnnd Heiland Jeſum Chriſtum[?]
Wer wolte nicht gerne gemeinſchafft haben mit dem heiligen
Engeln Gottes/ vnd allen Gleubigen Menſchen/ ſo von an-
fang gelebt haben? wer wolte nit begirig ſein ſeine liebe Vor-
faren/ die in warem glauben von hinnen geſchieden ſein/ zu-
kennen vnd bey jnen zu ſein/ im ewigen leben? welcher Vater
vnd Mutt/ welcher ſohn oder tochter/ die jre kinder/ jhre Eh-
genos/ jr Geſchwiſter/ jre eltern vorhin geſchickt/ wolte nit
taͤglich zu Gott ſeufftzẽ vnd ſprechen: O Herr Jeſu/ der du
die meinigẽ zu dir ins ewige Paradiß genom̃en/ gedenck meiner auch

in dei-
C ij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0019" n="[19]"/>
Trincken/ &#x017F;ondern Gerechtigkeit vnd friede vnd &#x017F;rewde in<note place="right"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Rom.</hi></hi> 14.</note><lb/>
dem Heiligen Gei&#x017F;te. David &#x017F;pricht auch Fu&#x0364;r dir i&#x017F;t frewde<note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;al.</hi></hi> 16.</note><lb/>
die fu&#x0364;lle/ vnd ein lieblichs we&#x017F;en zu deiner Rechten ewiglich.<lb/>
Jtem: Jch wil dein Andlitz &#x017F;chawen in Gerechtigkeit, ich wil<note place="right"><hi rendition="#aq">P<hi rendition="#i">&#x017F;alm.</hi></hi> 17.</note><lb/>
&#x017F;aat werden/ wann ich erwache/ nach deinem bilde. Das i&#x017F;t/<lb/>
Jch werde ge&#x017F;ettiget werden von deinem an&#x017F;chawen vnd ge-<lb/>
genwertigkeit deines Ange&#x017F;ichtes.</p><lb/>
            <p>Die&#x017F;e vnd andere Spru&#x0364;che/ derer mehr &#x017F;tehen in der<lb/>
Heiligen Schrifft/ geben vns gnug&#x017F;am zuvernehmen<hi rendition="#i">:</hi> das<note place="right">Der &#x017F;tand der<lb/>
&#x017F;aligen men-<lb/>
&#x017F;chen/ im zu-<lb/>
tu&#x0364;nfftigem le-<lb/>
ben.</note><lb/>
daß ewige Leben nichts anders &#x017F;ey/ als der Stand der &#x017F;e-<lb/>
ligen Men&#x017F;chen/ in dem zuku&#x0364;nfftigem Leben: Der &#x017F;ich zwar<lb/>
hier in die&#x017F;er Welt anfenget/ durch wares erkendnus Got-<lb/>
tes vnd Chri&#x017F;ti/ durch Friede vnd frewde in vnd durch den<lb/>
Heiligen Gei&#x017F;t<hi rendition="#i">:</hi> aber wird vollendet in der zuku&#x0364;nfftigen<lb/>
Welt/ do wir werden GOtte von Ange&#x017F;icht zu Ange&#x017F;icht<lb/>
an&#x017F;chawen: Da wir in vollkommener frwde vnd wonne/<lb/>
mit GOtt Vater/ Sohn vnd Heiligem Gei&#x017F;t/ auch mit<note place="right">1. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Cor.</hi></hi> 13.</note><lb/>
allen heiligen Engeln vnd Au&#x017F;&#x017F;erwehleten Men&#x017F;chen leben<lb/>
werden/ in alle ewigkeit.</p><lb/>
            <p>Liebe Chri&#x017F;ten/ wer wolte jhm nu nicht wu&#x0364;n&#x017F;chen ewig-<lb/>
lich anzu&#x017F;chawen &#x017F;einen Scho&#x0364;pffer? Wer wolte nicht ger-<lb/>
ne &#x017F;ehen &#x017F;einen erlo&#x0364;&#x017F;er vnnd Heiland Je&#x017F;um Chri&#x017F;tum<supplied>?</supplied><lb/>
Wer wolte nicht gerne gemein&#x017F;chafft haben mit dem heiligen<lb/>
Engeln Gottes/ vnd allen Gleubigen Men&#x017F;chen/ &#x017F;o von an-<lb/>
fang gelebt haben<hi rendition="#i">?</hi> wer wolte nit begirig &#x017F;ein &#x017F;eine liebe Vor-<lb/>
faren/ die in warem glauben von hinnen ge&#x017F;chieden &#x017F;ein/ zu-<lb/>
kennen vnd bey jnen zu &#x017F;ein/ im ewigen leben? welcher Vater<lb/>
vnd Mutt/ welcher &#x017F;ohn oder tochter/ die jre kinder/ jhre Eh-<lb/>
genos/ jr Ge&#x017F;chwi&#x017F;ter/ jre eltern vorhin ge&#x017F;chickt/ wolte nit<lb/>
ta&#x0364;glich zu Gott &#x017F;eufftze&#x0303; vnd &#x017F;prechen: O <hi rendition="#k">He</hi>rr Je&#x017F;u/ der du<lb/>
die meinige&#x0303; zu dir ins ewige Paradiß genom&#x0303;en/ gedenck meiner auch<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">C ij</fw><fw type="catch" place="bottom">in dei-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[19]/0019] Trincken/ ſondern Gerechtigkeit vnd friede vnd ſrewde in dem Heiligen Geiſte. David ſpricht auch Fuͤr dir iſt frewde die fuͤlle/ vnd ein lieblichs weſen zu deiner Rechten ewiglich. Jtem: Jch wil dein Andlitz ſchawen in Gerechtigkeit, ich wil ſaat werden/ wann ich erwache/ nach deinem bilde. Das iſt/ Jch werde geſettiget werden von deinem anſchawen vnd ge- genwertigkeit deines Angeſichtes. Rom. 14. Pſal. 16. Pſalm. 17. Dieſe vnd andere Spruͤche/ derer mehr ſtehen in der Heiligen Schrifft/ geben vns gnugſam zuvernehmen: das daß ewige Leben nichts anders ſey/ als der Stand der ſe- ligen Menſchen/ in dem zukuͤnfftigem Leben: Der ſich zwar hier in dieſer Welt anfenget/ durch wares erkendnus Got- tes vnd Chriſti/ durch Friede vnd frewde in vnd durch den Heiligen Geiſt: aber wird vollendet in der zukuͤnfftigen Welt/ do wir werden GOtte von Angeſicht zu Angeſicht anſchawen: Da wir in vollkommener frwde vnd wonne/ mit GOtt Vater/ Sohn vnd Heiligem Geiſt/ auch mit allen heiligen Engeln vnd Auſſerwehleten Menſchen leben werden/ in alle ewigkeit. Der ſtand der ſaligen men- ſchen/ im zu- tuͤnfftigem le- ben. 1. Cor. 13. Liebe Chriſten/ wer wolte jhm nu nicht wuͤnſchen ewig- lich anzuſchawen ſeinen Schoͤpffer? Wer wolte nicht ger- ne ſehen ſeinen erloͤſer vnnd Heiland Jeſum Chriſtum? Wer wolte nicht gerne gemeinſchafft haben mit dem heiligen Engeln Gottes/ vnd allen Gleubigen Menſchen/ ſo von an- fang gelebt haben? wer wolte nit begirig ſein ſeine liebe Vor- faren/ die in warem glauben von hinnen geſchieden ſein/ zu- kennen vnd bey jnen zu ſein/ im ewigen leben? welcher Vater vnd Mutt/ welcher ſohn oder tochter/ die jre kinder/ jhre Eh- genos/ jr Geſchwiſter/ jre eltern vorhin geſchickt/ wolte nit taͤglich zu Gott ſeufftzẽ vnd ſprechen: O Herr Jeſu/ der du die meinigẽ zu dir ins ewige Paradiß genom̃en/ gedenck meiner auch in dei- C ij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/510973
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/510973/19
Zitationshilfe: Kremer, Abraham: Eine Christliche Leichvermanung. Frankfurt (Oder), 1610, S. [19]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/510973/19>, abgerufen am 28.05.2024.