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Agricola, Johann Jacob: Pharmacopaevs, oder Haus-Apothecker genandt. Bd. 2. Nördlingen, 1677.

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gur pag. 1. num. 7. und 8. außweist/ so verschafft dir bey dem Hafner ein Geschirr oder Gefäß anderhalb oder zwo Spannen hoch/ rund und hol vom besten Laim/ damit es im Feür nicht zerspringe/ darein ein gläsener Kolben raumlich kan gesetzt werden.

Nemm alsdann durchgesiebten Sand oder Aschen/ thue solche in den Asch oder Napf / (so von den Distillirern eine Capellen genennet wird) bey drey Finger hoch / setze dann den gläsernen Kolben darein/ thue noch so vil Sand oder Aschen nachschütten/ auf daß die gantze Asche erfüllet wird/ nach disem setze die Asche mit dem Kolben in den darzu verschafften Ofen/ setze auf den Kolben den Helm/ und lege vor die Retorde einen Recipienten/ mache Feüer darunter/ in seiner gewißen maaß/ also wirt du durch den Sand oder Aschen leichtlich distilliren.

Es können auch durch solche Destillationen allerhand köstliche Wasser und Olea, nemlich Agtstein-Oel sc. [unleserliches Material] und andere Materialia, sublimirt werden.

Wie die Kräuter und Blumen zu dem distilliren sollen bereit werden/ auch wie mit dem distilliren umbzugehen/ und solche Distillirte Wasser zu erhalten seyn.

Die Kräuter/ so zu dem distilliren zu gebrauchen/ sollen nicht ehender/ als wann sie reiff seyn/ gesammlet/ nach dem von den Stengeln abgestreifft und zerhacket werden sollen.

Es sollen auch die Kräuter und Wurtzeln/ so nicht Wassergewächse/ auf der Ebene oder Gebürge/ da die Sonne wohl bescheinet/ und der Wind wolhl durchgehen kan / an einem schönen hellen Tag/ alsbald nach der Sonnen Aufgang / gesammlet werden.

Du must bey dem Distilliren auch lernen/ daß die vier gradus ignis beobachtet werden/ dann einer allezeit hitziger und stärcker als der andere ist. Den Anfang mache allemal mit einem gelinden Feüer/ so du

gur pag. 1. num. 7. und 8. außweist/ so verschafft dir bey dem Hafner ein Geschirr oder Gefäß anderhalb oder zwo Spannen hoch/ rund und hol vom besten Laim/ damit es im Feür nicht zerspringe/ darein ein gläsener Kolben raumlich kan gesetzt werden.

Nemm alsdann durchgesiebten Sand oder Aschen/ thue solche in den Asch oder Napf / (so von den Distillirern eine Capellen genennet wird) bey drey Finger hoch / setze dann den gläsernen Kolben darein/ thue noch so vil Sand oder Aschen nachschütten/ auf daß die gantze Asche erfüllet wird/ nach disem setze die Asche mit dem Kolben in den darzu verschafften Ofen/ setze auf den Kolben den Helm/ und lege vor die Retorde einen Recipienten/ mache Feüer darunter/ in seiner gewißen maaß/ also wirt du durch den Sand oder Aschen leichtlich distilliren.

Es können auch durch solche Destillationen allerhand köstliche Wasser und Olea, nemlich Agtstein-Oel sc. [unleserliches Material] und andere Materialia, sublimirt werden.

Wie die Kräuter und Blumen zu dem distilliren sollen bereit werden/ auch wie mit dem distilliren umbzugehen/ und solche Distillirte Wasser zu erhalten seyn.

Die Kräuter/ so zu dem distilliren zu gebrauchen/ sollen nicht ehender/ als wann sie reiff seyn/ gesam̃let/ nach dem von den Stengeln abgestreifft und zerhacket werden sollen.

Es sollen auch die Kräuter und Wurtzeln/ so nicht Wassergewächse/ auf der Ebene oder Gebürge/ da die Sonne wohl bescheinet/ und der Wind wolhl durchgehen kan / an einem schönen hellen Tag/ alsbald nach der Sonnen Aufgang / gesam̃let werden.

Du must bey dem Distilliren auch lernen/ daß die vier gradus ignis beobachtet werden/ dann einer allezeit hitziger und stärcker als der andere ist. Den Anfang mache allemal mit einem gelinden Feüer/ so du

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[6/0012] gur pag. 1. num. 7. und 8. außweist/ so verschafft dir bey dem Hafner ein Geschirr oder Gefäß anderhalb oder zwo Spannen hoch/ rund und hol vom besten Laim/ damit es im Feür nicht zerspringe/ darein ein gläsener Kolben raumlich kan gesetzt werden. Nemm alsdann durchgesiebten Sand oder Aschen/ thue solche in den Asch oder Napf / (so von den Distillirern eine Capellen genennet wird) bey drey Finger hoch / setze dann den gläsernen Kolben darein/ thue noch so vil Sand oder Aschen nachschütten/ auf daß die gantze Asche erfüllet wird/ nach disem setze die Asche mit dem Kolben in den darzu verschafften Ofen/ setze auf den Kolben den Helm/ und lege vor die Retorde einen Recipienten/ mache Feüer darunter/ in seiner gewißen maaß/ also wirt du durch den Sand oder Aschen leichtlich distilliren. Es können auch durch solche Destillationen allerhand köstliche Wasser und Olea, nemlich Agtstein-Oel sc. _ und andere Materialia, sublimirt werden. Wie die Kräuter und Blumen zu dem distilliren sollen bereit werden/ auch wie mit dem distilliren umbzugehen/ und solche Distillirte Wasser zu erhalten seyn. Die Kräuter/ so zu dem distilliren zu gebrauchen/ sollen nicht ehender/ als wann sie reiff seyn/ gesam̃let/ nach dem von den Stengeln abgestreifft und zerhacket werden sollen. Es sollen auch die Kräuter und Wurtzeln/ so nicht Wassergewächse/ auf der Ebene oder Gebürge/ da die Sonne wohl bescheinet/ und der Wind wolhl durchgehen kan / an einem schönen hellen Tag/ alsbald nach der Sonnen Aufgang / gesam̃let werden. Du must bey dem Distilliren auch lernen/ daß die vier gradus ignis beobachtet werden/ dann einer allezeit hitziger und stärcker als der andere ist. Den Anfang mache allemal mit einem gelinden Feüer/ so du

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Zitationshilfe: Agricola, Johann Jacob: Pharmacopaevs, oder Haus-Apothecker genandt. Bd. 2. Nördlingen, 1677, S. 6. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/agricola_schauplatz02_1677/12>, abgerufen am 13.05.2021.