Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Beck, Ludwig: Die Geschichte des Eisens. Bd. 4: Das XIX. Jahrhundert von 1801 bis 1860. Braunschweig, 1899.

Bild:
<< vorherige Seite

Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.
stadt und Darmstadt, 1823 in Barmen, 1828 in Köln, 1829 in Krems
und Rakonitz und 1830 in Elberfeld. -- Polytechnische Institute
wurden 1806 in Prag und 1815 in Wien gegründet. Das von Beuth
gegründete Gewerbeinstitut in Berlin wurde 1820 eröffnet und von
1821 an trat eine Anzahl Provinzialgewerbeschulen in Preussen ins
Leben. In Bayern wurde die Baugewerbschule 1823 in München er-
öffnet, polytechnische Schulen in München 1827 und in Nürnberg 1829;
ebenso in Dresden 1828, in Karlsruhe 1825, in Braunschweig das
Realgymnasium 1828 und die Baugewerkschule in Holzminden 1830.
In Berlin wurde 1820 ebenfalls durch Beuth der Verein zur Be-
förderung des Gewerbfleisses in Preussen 1) nach dem Muster der
Societe d'Encouragement de l'industrie nationale in Paris gegründet.
Derselbe hat seitdem viel Gutes gewirkt. Eine Bergschule war bereits
1810 unter französischer Herrschaft durch Heron de Villefosse
zu Klausthal gegründet worden.

Ausserhalb Deutschlands entstanden 1815 in Brody und 1817 in
Lemberg Realschulen, eine Uhrmacherschule 1824 in Genf. In Frank-
reich hat das Fachschulwesen eine alte Geschichte; dort wurden
Ecoles des arts et metiers gegründet: 1803 zu Compiegne, die 1806 nach
Chalons sur Marne verlegt wurde, 1811 zu Beaurepeau, 1815 nach
Angres verlegt. 1816 wurde in St. Etienne eine Bergschule 2) er-
richtet. 1829 trat zu Paris die kaiserliche Centralgewerbeschule
(Ecole centrale des arts et manufactures) ins Leben.

In England wurden Kings College in London im Jahre 1828 ge-
gründet, und Mechanics institutions zu Glasgow 1821 und zu London
1823, welche eine grosse Bedeutung erlangten und segensreich wirkten.

In Dänemark trat 1829 eine polytechnische Schule und ein poly-
technisches Institut mit Fachschule für Metallarbeiter ins Leben. In
Schweden wurden das technologische Institut zu Stockholm 1826 und
die Chalmerssche Gewerbschule zu Gothenburg 1829 eröffnet. In
Russland wurde 1825 ein technologisches Institut in Moskau ge-
gründet.

Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.

Die Festigkeit des Eisens wurde bei der immer zunehmenden
Verwendung desselben eine der wichtigsten Fragen für die Praxis.
Maschinenbauer und Ingenieure nahmen das gleiche Interesse daran.

1) Sein Statut ist abgedruckt in Dingler, Polyt. Journal IV, 486.
2) Siehe über Organisation und Lehrplan Annales des Mines 1817, II, p. 487.

Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.
stadt und Darmstadt, 1823 in Barmen, 1828 in Köln, 1829 in Krems
und Rakonitz und 1830 in Elberfeld. — Polytechnische Institute
wurden 1806 in Prag und 1815 in Wien gegründet. Das von Beuth
gegründete Gewerbeinstitut in Berlin wurde 1820 eröffnet und von
1821 an trat eine Anzahl Provinzialgewerbeschulen in Preuſsen ins
Leben. In Bayern wurde die Baugewerbschule 1823 in München er-
öffnet, polytechnische Schulen in München 1827 und in Nürnberg 1829;
ebenso in Dresden 1828, in Karlsruhe 1825, in Braunschweig das
Realgymnasium 1828 und die Baugewerkschule in Holzminden 1830.
In Berlin wurde 1820 ebenfalls durch Beuth der Verein zur Be-
förderung des Gewerbfleiſses in Preuſsen 1) nach dem Muster der
Société d’Encouragement de l’industrie nationale in Paris gegründet.
Derselbe hat seitdem viel Gutes gewirkt. Eine Bergschule war bereits
1810 unter französischer Herrschaft durch Héron de Villefosse
zu Klausthal gegründet worden.

Auſserhalb Deutschlands entstanden 1815 in Brody und 1817 in
Lemberg Realschulen, eine Uhrmacherschule 1824 in Genf. In Frank-
reich hat das Fachschulwesen eine alte Geschichte; dort wurden
Écoles des arts et métiers gegründet: 1803 zu Compiègne, die 1806 nach
Chalons sur Marne verlegt wurde, 1811 zu Beaurepeau, 1815 nach
Angres verlegt. 1816 wurde in St. Étienne eine Bergschule 2) er-
richtet. 1829 trat zu Paris die kaiserliche Centralgewerbeschule
(École centrale des arts et manufactures) ins Leben.

In England wurden Kings College in London im Jahre 1828 ge-
gründet, und Mechanics institutions zu Glasgow 1821 und zu London
1823, welche eine groſse Bedeutung erlangten und segensreich wirkten.

In Dänemark trat 1829 eine polytechnische Schule und ein poly-
technisches Institut mit Fachschule für Metallarbeiter ins Leben. In
Schweden wurden das technologische Institut zu Stockholm 1826 und
die Chalmerssche Gewerbschule zu Gothenburg 1829 eröffnet. In
Ruſsland wurde 1825 ein technologisches Institut in Moskau ge-
gründet.

Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.

Die Festigkeit des Eisens wurde bei der immer zunehmenden
Verwendung desselben eine der wichtigsten Fragen für die Praxis.
Maschinenbauer und Ingenieure nahmen das gleiche Interesse daran.

1) Sein Statut ist abgedruckt in Dingler, Polyt. Journal IV, 486.
2) Siehe über Organisation und Lehrplan Annales des Mines 1817, II, p. 487.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0222" n="206"/><fw place="top" type="header">Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.</fw><lb/>
stadt und Darmstadt, 1823 in Barmen, 1828 in Köln, 1829 in Krems<lb/>
und Rakonitz und 1830 in Elberfeld. &#x2014; Polytechnische Institute<lb/>
wurden 1806 in Prag und 1815 in Wien gegründet. Das von <hi rendition="#g">Beuth</hi><lb/>
gegründete Gewerbeinstitut in Berlin wurde 1820 eröffnet und von<lb/>
1821 an trat eine Anzahl Provinzialgewerbeschulen in Preu&#x017F;sen ins<lb/>
Leben. In Bayern wurde die Baugewerbschule 1823 in München er-<lb/>
öffnet, polytechnische Schulen in München 1827 und in Nürnberg 1829;<lb/>
ebenso in Dresden 1828, in Karlsruhe 1825, in Braunschweig das<lb/>
Realgymnasium 1828 und die Baugewerkschule in Holzminden 1830.<lb/>
In Berlin wurde 1820 ebenfalls durch <hi rendition="#g">Beuth</hi> der Verein zur Be-<lb/>
förderung des Gewerbflei&#x017F;ses in Preu&#x017F;sen <note place="foot" n="1)">Sein Statut ist abgedruckt in <hi rendition="#g">Dingler</hi>, Polyt. Journal IV, 486.</note> nach dem Muster der<lb/>
Société d&#x2019;Encouragement de l&#x2019;industrie nationale in Paris gegründet.<lb/>
Derselbe hat seitdem viel Gutes gewirkt. Eine Bergschule war bereits<lb/>
1810 unter französischer Herrschaft durch <hi rendition="#g">Héron de Villefosse</hi><lb/>
zu Klausthal gegründet worden.</p><lb/>
            <p>Au&#x017F;serhalb Deutschlands entstanden 1815 in Brody und 1817 in<lb/>
Lemberg Realschulen, eine Uhrmacherschule 1824 in Genf. In Frank-<lb/>
reich hat das Fachschulwesen eine alte Geschichte; dort wurden<lb/>
Écoles des arts et métiers gegründet: 1803 zu Compiègne, die 1806 nach<lb/>
Chalons sur Marne verlegt wurde, 1811 zu Beaurepeau, 1815 nach<lb/>
Angres verlegt. 1816 wurde in St. Étienne eine Bergschule <note place="foot" n="2)">Siehe über Organisation und Lehrplan Annales des Mines 1817, II, p. 487.</note> er-<lb/>
richtet. 1829 trat zu Paris die kaiserliche Centralgewerbeschule<lb/>
(École centrale des arts et manufactures) ins Leben.</p><lb/>
            <p>In England wurden Kings College in London im Jahre 1828 ge-<lb/>
gründet, und Mechanics institutions zu Glasgow 1821 und zu London<lb/>
1823, welche eine gro&#x017F;se Bedeutung erlangten und segensreich wirkten.</p><lb/>
            <p>In Dänemark trat 1829 eine polytechnische Schule und ein poly-<lb/>
technisches Institut mit Fachschule für Metallarbeiter ins Leben. In<lb/>
Schweden wurden das technologische Institut zu Stockholm 1826 und<lb/>
die <hi rendition="#g">Chalmerss</hi>che Gewerbschule zu Gothenburg 1829 eröffnet. In<lb/>
Ru&#x017F;sland wurde 1825 ein technologisches Institut in Moskau ge-<lb/>
gründet.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Die Physik des Eisens 1816 bis 1830.</hi> </head><lb/>
            <p>Die <hi rendition="#g">Festigkeit des Eisens</hi> wurde bei der immer zunehmenden<lb/>
Verwendung desselben eine der wichtigsten Fragen für die Praxis.<lb/>
Maschinenbauer und Ingenieure nahmen das gleiche Interesse daran.<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[206/0222] Die Physik des Eisens 1816 bis 1830. stadt und Darmstadt, 1823 in Barmen, 1828 in Köln, 1829 in Krems und Rakonitz und 1830 in Elberfeld. — Polytechnische Institute wurden 1806 in Prag und 1815 in Wien gegründet. Das von Beuth gegründete Gewerbeinstitut in Berlin wurde 1820 eröffnet und von 1821 an trat eine Anzahl Provinzialgewerbeschulen in Preuſsen ins Leben. In Bayern wurde die Baugewerbschule 1823 in München er- öffnet, polytechnische Schulen in München 1827 und in Nürnberg 1829; ebenso in Dresden 1828, in Karlsruhe 1825, in Braunschweig das Realgymnasium 1828 und die Baugewerkschule in Holzminden 1830. In Berlin wurde 1820 ebenfalls durch Beuth der Verein zur Be- förderung des Gewerbfleiſses in Preuſsen 1) nach dem Muster der Société d’Encouragement de l’industrie nationale in Paris gegründet. Derselbe hat seitdem viel Gutes gewirkt. Eine Bergschule war bereits 1810 unter französischer Herrschaft durch Héron de Villefosse zu Klausthal gegründet worden. Auſserhalb Deutschlands entstanden 1815 in Brody und 1817 in Lemberg Realschulen, eine Uhrmacherschule 1824 in Genf. In Frank- reich hat das Fachschulwesen eine alte Geschichte; dort wurden Écoles des arts et métiers gegründet: 1803 zu Compiègne, die 1806 nach Chalons sur Marne verlegt wurde, 1811 zu Beaurepeau, 1815 nach Angres verlegt. 1816 wurde in St. Étienne eine Bergschule 2) er- richtet. 1829 trat zu Paris die kaiserliche Centralgewerbeschule (École centrale des arts et manufactures) ins Leben. In England wurden Kings College in London im Jahre 1828 ge- gründet, und Mechanics institutions zu Glasgow 1821 und zu London 1823, welche eine groſse Bedeutung erlangten und segensreich wirkten. In Dänemark trat 1829 eine polytechnische Schule und ein poly- technisches Institut mit Fachschule für Metallarbeiter ins Leben. In Schweden wurden das technologische Institut zu Stockholm 1826 und die Chalmerssche Gewerbschule zu Gothenburg 1829 eröffnet. In Ruſsland wurde 1825 ein technologisches Institut in Moskau ge- gründet. Die Physik des Eisens 1816 bis 1830. Die Festigkeit des Eisens wurde bei der immer zunehmenden Verwendung desselben eine der wichtigsten Fragen für die Praxis. Maschinenbauer und Ingenieure nahmen das gleiche Interesse daran. 1) Sein Statut ist abgedruckt in Dingler, Polyt. Journal IV, 486. 2) Siehe über Organisation und Lehrplan Annales des Mines 1817, II, p. 487.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/beck_eisen04_1899
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/beck_eisen04_1899/222
Zitationshilfe: Beck, Ludwig: Die Geschichte des Eisens. Bd. 4: Das XIX. Jahrhundert von 1801 bis 1860. Braunschweig, 1899, S. 206. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/beck_eisen04_1899/222>, abgerufen am 10.05.2021.