Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748.

Bild:
<< vorherige Seite
dritter Theil.
§. 79.

So viel Aufhebens und Geräusche mit
der neuen Mutterschaft bisher ge-
macht worden, so gar wenig komt
nun am Ende heraus. Was ist dann end-
lich die so hochgetriebene Mutterschaft des
heiligen Geistes? Zinzendorf antwortet: es ist
das/ wovon die Theologen etwas ab-
dingen wollen/ der heilige Geist/ die
Natur und Amt des heiligen Geistes.

(§. 78.) Es ist das, was man weder in den
innerlichen Verhältnissen der Gottheit/
noch in den göttlichen Handlungen über-
haupt/ noch besonders in den Wercken
der Heiligung/ suchen darf.
(§. 66. 67.)
Es ist weder die Schöpfung/ noch die
Erlösung/ noch die Heiligung.
Dann
das alles gehöret nach Zinzendorfs Theologie
vor den Sohn, und es ist ein leerer Vernunft-
schlus, daß man solche Aemter unter die Per-
sonen austheilet, und nicht dieselbe dem über-
läst, dem sie gehören, nemlich JEsu Christo.
(§. 38.) Doch, die Mutterschaft des heili-
gen Geistes, mag ein Amt des heiligen Gei-
stes seyn. Dann so heisset es oben (§. 6.)
Die heilige Schrift leget den göttlichen
Personen ausdrüklich Aemter bey/
nem-
lich dem Vater das Amt des Erzeugens/

dem
dritter Theil.
§. 79.

So viel Aufhebens und Geraͤuſche mit
der neuen Mutterſchaft bisher ge-
macht worden, ſo gar wenig komt
nun am Ende heraus. Was iſt dann end-
lich die ſo hochgetriebene Mutterſchaft des
heiligen Geiſtes? Zinzendorf antwortet: es iſt
das/ wovon die Theologen etwas ab-
dingen wollen/ der heilige Geiſt/ die
Natur und Amt des heiligen Geiſtes.

(§. 78.) Es iſt das, was man weder in den
innerlichen Verhaͤltniſſen der Gottheit/
noch in den goͤttlichen Handlungen uͤber-
haupt/ noch beſonders in den Wercken
der Heiligung/ ſuchen darf.
(§. 66. 67.)
Es iſt weder die Schoͤpfung/ noch die
Erloͤſung/ noch die Heiligung.
Dann
das alles gehoͤret nach Zinzendorfs Theologie
vor den Sohn, und es iſt ein leerer Vernunft-
ſchlus, daß man ſolche Aemter unter die Per-
ſonen austheilet, und nicht dieſelbe dem uͤber-
laͤſt, dem ſie gehoͤren, nemlich JEſu Chriſto.
(§. 38.) Doch, die Mutterſchaft des heili-
gen Geiſtes, mag ein Amt des heiligen Gei-
ſtes ſeyn. Dann ſo heiſſet es oben (§. 6.)
Die heilige Schrift leget den goͤttlichen
Perſonen ausdruͤklich Aemter bey/
nem-
lich dem Vater das Amt des Erzeugens/

dem
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0157" n="141"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">dritter Theil.</hi> </fw><lb/>
            <div n="4">
              <head>§. 79.</head><lb/>
              <p><hi rendition="#in">S</hi>o viel Aufhebens und Gera&#x0364;u&#x017F;che mit<lb/>
der neuen Mutter&#x017F;chaft bisher ge-<lb/>
macht worden, &#x017F;o gar wenig komt<lb/>
nun am Ende heraus. Was i&#x017F;t dann end-<lb/>
lich die &#x017F;o hochgetriebene Mutter&#x017F;chaft des<lb/>
heiligen Gei&#x017F;tes? Zinzendorf antwortet: es i&#x017F;t<lb/><hi rendition="#fr">das/ wovon die Theologen etwas ab-<lb/>
dingen wollen/ der heilige Gei&#x017F;t/ die<lb/>
Natur und Amt des heiligen Gei&#x017F;tes.</hi><lb/>
(§. 78.) Es i&#x017F;t das, was man weder <hi rendition="#fr">in den<lb/>
innerlichen Verha&#x0364;ltni&#x017F;&#x017F;en der Gottheit/<lb/>
noch in den go&#x0364;ttlichen Handlungen u&#x0364;ber-<lb/>
haupt/ noch be&#x017F;onders in den Wercken<lb/>
der Heiligung/ &#x017F;uchen darf.</hi> (§. 66. 67.)<lb/>
Es i&#x017F;t <hi rendition="#fr">weder die Scho&#x0364;pfung/ noch die<lb/>
Erlo&#x0364;&#x017F;ung/ noch die Heiligung.</hi> Dann<lb/>
das alles geho&#x0364;ret nach Zinzendorfs Theologie<lb/>
vor den Sohn, und es i&#x017F;t ein leerer Vernunft-<lb/>
&#x017F;chlus, daß man &#x017F;olche Aemter unter die Per-<lb/>
&#x017F;onen austheilet, und nicht die&#x017F;elbe dem u&#x0364;ber-<lb/>
la&#x0364;&#x017F;t, dem &#x017F;ie geho&#x0364;ren, nemlich JE&#x017F;u Chri&#x017F;to.<lb/>
(§. 38.) Doch, die Mutter&#x017F;chaft des heili-<lb/>
gen Gei&#x017F;tes, mag ein <hi rendition="#fr">Amt</hi> des heiligen Gei-<lb/>
&#x017F;tes &#x017F;eyn. Dann &#x017F;o hei&#x017F;&#x017F;et es oben (§. 6.)<lb/><hi rendition="#fr">Die heilige Schrift leget den go&#x0364;ttlichen<lb/>
Per&#x017F;onen ausdru&#x0364;klich Aemter bey/</hi> nem-<lb/>
lich <hi rendition="#fr">dem Vater</hi> das Amt des <hi rendition="#fr">Erzeugens/</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch">dem</fw><lb/></p>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[141/0157] dritter Theil. §. 79. So viel Aufhebens und Geraͤuſche mit der neuen Mutterſchaft bisher ge- macht worden, ſo gar wenig komt nun am Ende heraus. Was iſt dann end- lich die ſo hochgetriebene Mutterſchaft des heiligen Geiſtes? Zinzendorf antwortet: es iſt das/ wovon die Theologen etwas ab- dingen wollen/ der heilige Geiſt/ die Natur und Amt des heiligen Geiſtes. (§. 78.) Es iſt das, was man weder in den innerlichen Verhaͤltniſſen der Gottheit/ noch in den goͤttlichen Handlungen uͤber- haupt/ noch beſonders in den Wercken der Heiligung/ ſuchen darf. (§. 66. 67.) Es iſt weder die Schoͤpfung/ noch die Erloͤſung/ noch die Heiligung. Dann das alles gehoͤret nach Zinzendorfs Theologie vor den Sohn, und es iſt ein leerer Vernunft- ſchlus, daß man ſolche Aemter unter die Per- ſonen austheilet, und nicht dieſelbe dem uͤber- laͤſt, dem ſie gehoͤren, nemlich JEſu Chriſto. (§. 38.) Doch, die Mutterſchaft des heili- gen Geiſtes, mag ein Amt des heiligen Gei- ſtes ſeyn. Dann ſo heiſſet es oben (§. 6.) Die heilige Schrift leget den goͤttlichen Perſonen ausdruͤklich Aemter bey/ nem- lich dem Vater das Amt des Erzeugens/ dem

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey03_1748
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey03_1748/157
Zitationshilfe: Benner, Johann Hermann: Herrnhuterey in ihrer Schalkheit. Bd. 3. Gießen, 1748, S. 141. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/benner_herrnhuterey03_1748/157>, abgerufen am 18.04.2024.