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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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Flustrae etc. dergleichen sich bey Celle, bey Herrn-
hausen etc. im Feuerstein finden: vorzüglich aber
Madreporiten, die in manchen Gegenden,
z. B. auf dem Mont Saleve bey Genf unzählig
sind, woher das Museum eine grosse Samm-
lung von wunderbarer Mannichfaltigkeit und
Schönheit von dem Herrn de Luc zum Geschenk
erhalten hat. Manche Gattungen sind ihrer
Bildung wegen Fungiten, Meandriten,
Cerebriten, Astroiten u. s. w. genannt wor-
den; und zu den letztern gehören auch die soge-
nannten Essigsteinchen, nemlich kleine flach-
geschnittne Astroiten, die sich, wenn sie in Ci-
tronensaft oder Weinessig gelegt werden, ihrer
kalkigten Substanz wegen, wie abgeschliffne
Krebsaugen darin bewegen müssen.

Dieß wären die wichtigsten thierischen Pe-
trefacten: Es folgen

B. Versteinerungen des Pflanzenreichs,

die sich doch kürzer zusammen fassen lassen.

Erstens nemlich: Abdrücke von ganzen Ge-
wächsen oder ihren Theilen in den sogenannten
Pflanzenschiefern, die sich vorzüglich häufig,
und theils von bewundernswürdiger Schönheit
in den Sevennischen Gebürgen, in der Schweiz,
und bey Eisleben finden. Meist sinds Farren-
kräuter, Schilf, Kannekraut etc. theils aber

Flustrae ꝛc. dergleichen sich bey Celle, bey Herrn-
hausen ꝛc. im Feuerstein finden: vorzüglich aber
Madreporiten, die in manchen Gegenden,
z. B. auf dem Mont Saleve bey Genf unzählig
sind, woher das Museum eine grosse Samm-
lung von wunderbarer Mannichfaltigkeit und
Schönheit von dem Herrn de Luc zum Geschenk
erhalten hat. Manche Gattungen sind ihrer
Bildung wegen Fungiten, Meandriten,
Cerebriten, Astroiten u. s. w. genannt wor-
den; und zu den letztern gehören auch die soge-
nannten Essigsteinchen, nemlich kleine flach-
geschnittne Astroiten, die sich, wenn sie in Ci-
tronensaft oder Weinessig gelegt werden, ihrer
kalkigten Substanz wegen, wie abgeschliffne
Krebsaugen darin bewegen müssen.

Dieß wären die wichtigsten thierischen Pe-
trefacten: Es folgen

B. Versteinerungen des Pflanzenreichs,

die sich doch kürzer zusammen fassen lassen.

Erstens nemlich: Abdrücke von ganzen Ge-
wächsen oder ihren Theilen in den sogenannten
Pflanzenschiefern, die sich vorzüglich häufig,
und theils von bewundernswürdiger Schönheit
in den Sevennischen Gebürgen, in der Schweiz,
und bey Eisleben finden. Meist sinds Farren-
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[559/0571] Flustrae ꝛc. dergleichen sich bey Celle, bey Herrn- hausen ꝛc. im Feuerstein finden: vorzüglich aber Madreporiten, die in manchen Gegenden, z. B. auf dem Mont Saleve bey Genf unzählig sind, woher das Museum eine grosse Samm- lung von wunderbarer Mannichfaltigkeit und Schönheit von dem Herrn de Luc zum Geschenk erhalten hat. Manche Gattungen sind ihrer Bildung wegen Fungiten, Meandriten, Cerebriten, Astroiten u. s. w. genannt wor- den; und zu den letztern gehören auch die soge- nannten Essigsteinchen, nemlich kleine flach- geschnittne Astroiten, die sich, wenn sie in Ci- tronensaft oder Weinessig gelegt werden, ihrer kalkigten Substanz wegen, wie abgeschliffne Krebsaugen darin bewegen müssen. Dieß wären die wichtigsten thierischen Pe- trefacten: Es folgen B. Versteinerungen des Pflanzenreichs, die sich doch kürzer zusammen fassen lassen. Erstens nemlich: Abdrücke von ganzen Ge- wächsen oder ihren Theilen in den sogenannten Pflanzenschiefern, die sich vorzüglich häufig, und theils von bewundernswürdiger Schönheit in den Sevennischen Gebürgen, in der Schweiz, und bey Eisleben finden. Meist sinds Farren- kräuter, Schilf, Kannekraut ꝛc. theils aber

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 559. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/571>, abgerufen am 26.05.2022.