Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 8. Aufl. Göttingen, 1807.

Bild:
<< vorherige Seite

zum Porphyr, oder wie der Grauwackenschiefer
zur Grauwacke etc.

Besonders merkwürdig ist der seit etwa 24 Jah-
ren von neuem*) berühmt gewordene biegsame
Sandstein von villa rica in der brasilischen Pro-
vinz minas geraes. Zwischen seinem sonderbaren
meist flachsplitterigen Korn ist kein merkliches
Cäment zu unterscheiden.

Der eigentliche Sandsteinschiefer ist gemeinig-
lich mit Glimmer übermengt und meist damit
im schieferigen Bruche durchzogen (so z. B. nah-
mentlich im englischen York-stone, Breming-
stone
etc.) Nur variirt dabey das Verhältniß
des Quarzes zum Glimmer sowohl in Rücksicht
der Menge als der Vertheilung gar vielartig.



*) Denn man kannte ihn schon in der ersten Hälfte
des 17ten Jahrhunderts in Europa, s. Gassendi
vit. Peireskii ad a. 1630. pag. 150.

zum Porphyr, oder wie der Grauwackenschiefer
zur Grauwacke ꝛc.

Besonders merkwürdig ist der seit etwa 24 Jah-
ren von neuem*) berühmt gewordene biegsame
Sandstein von villa rica in der brasilischen Pro-
vinz minas geraes. Zwischen seinem sonderbaren
meist flachsplitterigen Korn ist kein merkliches
Cäment zu unterscheiden.

Der eigentliche Sandsteinschiefer ist gemeinig-
lich mit Glimmer übermengt und meist damit
im schieferigen Bruche durchzogen (so z. B. nah-
mentlich im englischen York-stone, Breming-
stone
etc.) Nur variirt dabey das Verhältniß
des Quarzes zum Glimmer sowohl in Rücksicht
der Menge als der Vertheilung gar vielartig.



*) Denn man kannte ihn schon in der ersten Hälfte
des 17ten Jahrhunderts in Europa, s. Gassendi
vit. Peireskii ad a. 1630. pag. 150.
<TEI>
  <text xml:id="blume_hbnatur_000030">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p rendition="#l1em"><pb facs="#f0668" xml:id="pb644_0001" n="644"/>
zum Porphyr, oder                             wie der Grauwackenschiefer<lb/>
zur Grauwacke &#xA75B;c.</p>
            <p rendition="#l1em">Besonders merkwürdig ist der seit etwa 24 Jah-<lb type="inWord"/>
ren von neuem<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Denn man                             kannte ihn schon in der ersten Hälfte<lb/>
des 17ten Jahrhunderts in                             Europa, s. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">Gassendi</hi></hi><lb/><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">vit</hi></hi>. <hi rendition="#g"><hi rendition="#aq">Peireskii</hi></hi> <hi rendition="#aq">ad a</hi>. 1630. <hi rendition="#aq">pag</hi>. 150.</p></note> berühmt gewordene                             biegsame<lb/>
Sandstein von <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">villa                             rica</hi></hi> in der brasilischen Pro-<lb/>
vinz <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">minas geraes</hi></hi>. Zwischen                             seinem sonderbaren<lb/>
meist flachsplitterigen Korn ist kein                             merkliches<lb/>
Cäment zu unterscheiden.</p>
            <p rendition="#l1em">Der eigentliche Sandsteinschiefer ist gemeinig-<lb type="inWord"/>
lich mit Glimmer übermengt und meist damit<lb/>
im                             schieferigen Bruche durchzogen (so z. B. nah-<lb/>
mentlich                             im englischen <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">York-stone,                             Breming-<lb/>
stone</hi></hi> <hi rendition="#aq">etc</hi>.)                             Nur variirt dabey das Verhältniß<lb/>
des Quarzes zum Glimmer sowohl in                             Rücksicht<lb/>
der Menge als der Vertheilung gar vielartig.</p>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[644/0668] zum Porphyr, oder wie der Grauwackenschiefer zur Grauwacke ꝛc. Besonders merkwürdig ist der seit etwa 24 Jah- ren von neuem *) berühmt gewordene biegsame Sandstein von villa rica in der brasilischen Pro- vinz minas geraes. Zwischen seinem sonderbaren meist flachsplitterigen Korn ist kein merkliches Cäment zu unterscheiden. Der eigentliche Sandsteinschiefer ist gemeinig- lich mit Glimmer übermengt und meist damit im schieferigen Bruche durchzogen (so z. B. nah- mentlich im englischen York-stone, Breming- stone etc.) Nur variirt dabey das Verhältniß des Quarzes zum Glimmer sowohl in Rücksicht der Menge als der Vertheilung gar vielartig. *) Denn man kannte ihn schon in der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts in Europa, s. Gassendi vit. Peireskii ad a. 1630. pag. 150.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1807
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1807/668
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 8. Aufl. Göttingen, 1807, S. 644. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1807/668>, abgerufen am 17.05.2022.