Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Bodmer, Johann Jacob]: Sammlung Critischer, Poetischer, und anderer geistvollen Schriften. Bd. 6. Zürich, 1742.

Bild:
<< vorherige Seite
Echo

Hr. Pitschel will in der sechszehnten Anmerckung: Das
Stillschweigen Hrn. Prof. Gottscheds,
da er die iztle-
benden elenden Poeten ungetadelt läßt, habe keinen schäd-
lichen Einfluß in die Erzichung junger Dichtet, in den
Geschmack der Nation, und in die gesunde Vernunft
überhaupt.
Und er fordert einen Beweis, warum es
unmöglich sey, einen Schüler der Dichtkunst durch das
Exempel verstorbener Dichter kräftig vor Fehlern zu war-
nen, ohne die lebendigen ins Gesicht zu radeln.

X. Ob das Opposita juxta se posita magis elu-
cescunt,
wenn es auf Hrn. Prof. Gottscheds
Versuch einer Dichtkunst in Vergleichung mit
der Zürichischen Dichtkunst angewendt wird,
der erstern zum Lobe oder Tadel gereiche?

Hr. Mag. Pitschel berührt diese Frage in der neunzehn-
ten Anm. Bl. 276., jedoch ohne daß er sie entscheide.

XI. Ob dieses allein beym Mangel aller an-
dern, ein untrügliches Kennzeichen von der in-
nerlichen Güte der Gottschedischen Dichtkunst
abgebe, daß sie noch nicht zum Ladenhüter
geworden[?]

Sehet die 19te Anm.

XII. Ob Hr. Prof. Gottsched bey seiner Dicht-
kunst sein Absehen darum nicht auf die Lapplän-
der und Spitzberger mitgerichtet habe,
weil
er sie zwar für Menschen, aber für keine Deut-
schen gehalten?

Jn der 29sten Anm. sagt Hr. Pitschel: Hr. Gottsched
habe sein Absehen etwas mehr auf die Deutschen, als
auf die Lappländer und Spitzberger gerichter.

XIII. Ob
Echo

Hr. Pitſchel will in der ſechszehnten Anmerckung: Das
Stillſchweigen Hrn. Prof. Gottſcheds,
da er die iztle-
benden elenden Poeten ungetadelt laͤßt, habe keinen ſchaͤd-
lichen Einfluß in die Erzichung junger Dichtet, in den
Geſchmack der Nation, und in die geſunde Vernunft
uͤberhaupt.
Und er fordert einen Beweis, warum es
unmoͤglich ſey, einen Schuͤler der Dichtkunſt durch das
Exempel verſtorbener Dichter kraͤftig vor Fehlern zu war-
nen, ohne die lebendigen ins Geſicht zu radeln.

X. Ob das Oppoſita juxta ſe poſita magis elu-
ceſcunt,
wenn es auf Hrn. Prof. Gottſcheds
Verſuch einer Dichtkunſt in Vergleichung mit
der Zuͤrichiſchen Dichtkunſt angewendt wird,
der erſtern zum Lobe oder Tadel gereiche?

Hr. Mag. Pitſchel beruͤhrt dieſe Frage in der neunzehn-
ten Anm. Bl. 276., jedoch ohne daß er ſie entſcheide.

XI. Ob dieſes allein beym Mangel aller an-
dern, ein untruͤgliches Kennzeichen von der in-
nerlichen Guͤte der Gottſchediſchen Dichtkunſt
abgebe, daß ſie noch nicht zum Ladenhuͤter
geworden[?]

Sehet die 19te Anm.

XII. Ob Hr. Prof. Gottſched bey ſeiner Dicht-
kunſt ſein Abſehen darum nicht auf die Lapplaͤn-
der und Spitzberger mitgerichtet habe,
weil
er ſie zwar fuͤr Menſchen, aber fuͤr keine Deut-
ſchen gehalten?

Jn der 29ſten Anm. ſagt Hr. Pitſchel: Hr. Gottſched
habe ſein Abſehen etwas mehr auf die Deutſchen, als
auf die Lapplaͤnder und Spitzberger gerichter.

XIII. Ob
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0080" n="80"/>
          <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Echo</hi> </hi> </fw><lb/>
          <p>Hr. Pit&#x017F;chel will in der &#x017F;echszehnten Anmerckung: <hi rendition="#fr">Das<lb/>
Still&#x017F;chweigen Hrn. Prof. Gott&#x017F;cheds,</hi> da er die iztle-<lb/>
benden elenden Poeten ungetadelt la&#x0364;ßt, <hi rendition="#fr">habe keinen &#x017F;cha&#x0364;d-<lb/>
lichen Einfluß in die Erzichung junger Dichtet, in den<lb/>
Ge&#x017F;chmack der Nation, und in die ge&#x017F;unde Vernunft<lb/>
u&#x0364;berhaupt.</hi> Und er fordert einen Beweis, <hi rendition="#fr">warum es<lb/>
unmo&#x0364;glich &#x017F;ey, einen Schu&#x0364;ler der Dichtkun&#x017F;t durch das<lb/>
Exempel ver&#x017F;torbener Dichter kra&#x0364;ftig vor Fehlern zu war-<lb/>
nen, ohne die lebendigen ins Ge&#x017F;icht zu radeln.</hi></p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">X.</hi> Ob das <hi rendition="#aq">Oppo&#x017F;ita juxta &#x017F;e po&#x017F;ita magis elu-<lb/>
ce&#x017F;cunt,</hi> wenn es auf Hrn. Prof. <hi rendition="#fr">Gott&#x017F;cheds</hi><lb/>
Ver&#x017F;uch einer Dichtkun&#x017F;t in Vergleichung mit<lb/>
der Zu&#x0364;richi&#x017F;chen Dichtkun&#x017F;t angewendt wird,<lb/>
der er&#x017F;tern zum Lobe oder Tadel gereiche?</p><lb/>
          <p>Hr. Mag. Pit&#x017F;chel beru&#x0364;hrt die&#x017F;e Frage in der neunzehn-<lb/>
ten Anm. Bl. 276., jedoch ohne daß er &#x017F;ie ent&#x017F;cheide.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">XI.</hi> Ob die&#x017F;es allein beym Mangel aller an-<lb/>
dern, ein untru&#x0364;gliches Kennzeichen von der in-<lb/>
nerlichen Gu&#x0364;te der Gott&#x017F;chedi&#x017F;chen Dichtkun&#x017F;t<lb/>
abgebe, <hi rendition="#fr">daß &#x017F;ie noch nicht zum Ladenhu&#x0364;ter<lb/>
geworden<supplied>?</supplied></hi></p><lb/>
          <p> <hi rendition="#et"> <hi rendition="#fr">Sehet die 19te Anm.</hi> </hi> </p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">XII.</hi> Ob Hr. Prof. Gott&#x017F;ched bey &#x017F;einer Dicht-<lb/>
kun&#x017F;t &#x017F;ein <hi rendition="#fr">Ab&#x017F;ehen</hi> darum <hi rendition="#fr">nicht auf die Lappla&#x0364;n-<lb/>
der und Spitzberger mitgerichtet habe,</hi> weil<lb/>
er &#x017F;ie zwar fu&#x0364;r Men&#x017F;chen, aber fu&#x0364;r keine Deut-<lb/>
&#x017F;chen gehalten?</p><lb/>
          <p>Jn der 29&#x017F;ten Anm. &#x017F;agt Hr. Pit&#x017F;chel: <hi rendition="#fr">Hr. Gott&#x017F;ched<lb/>
habe &#x017F;ein Ab&#x017F;ehen etwas mehr auf die Deut&#x017F;chen, als<lb/>
auf die Lappla&#x0364;nder und Spitzberger gerichter.</hi></p><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">XIII.</hi> Ob</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[80/0080] Echo Hr. Pitſchel will in der ſechszehnten Anmerckung: Das Stillſchweigen Hrn. Prof. Gottſcheds, da er die iztle- benden elenden Poeten ungetadelt laͤßt, habe keinen ſchaͤd- lichen Einfluß in die Erzichung junger Dichtet, in den Geſchmack der Nation, und in die geſunde Vernunft uͤberhaupt. Und er fordert einen Beweis, warum es unmoͤglich ſey, einen Schuͤler der Dichtkunſt durch das Exempel verſtorbener Dichter kraͤftig vor Fehlern zu war- nen, ohne die lebendigen ins Geſicht zu radeln. X. Ob das Oppoſita juxta ſe poſita magis elu- ceſcunt, wenn es auf Hrn. Prof. Gottſcheds Verſuch einer Dichtkunſt in Vergleichung mit der Zuͤrichiſchen Dichtkunſt angewendt wird, der erſtern zum Lobe oder Tadel gereiche? Hr. Mag. Pitſchel beruͤhrt dieſe Frage in der neunzehn- ten Anm. Bl. 276., jedoch ohne daß er ſie entſcheide. XI. Ob dieſes allein beym Mangel aller an- dern, ein untruͤgliches Kennzeichen von der in- nerlichen Guͤte der Gottſchediſchen Dichtkunſt abgebe, daß ſie noch nicht zum Ladenhuͤter geworden? Sehet die 19te Anm. XII. Ob Hr. Prof. Gottſched bey ſeiner Dicht- kunſt ſein Abſehen darum nicht auf die Lapplaͤn- der und Spitzberger mitgerichtet habe, weil er ſie zwar fuͤr Menſchen, aber fuͤr keine Deut- ſchen gehalten? Jn der 29ſten Anm. ſagt Hr. Pitſchel: Hr. Gottſched habe ſein Abſehen etwas mehr auf die Deutſchen, als auf die Lapplaͤnder und Spitzberger gerichter. XIII. Ob

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/bodmer_sammlung06_1742
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/bodmer_sammlung06_1742/80
Zitationshilfe: [Bodmer, Johann Jacob]: Sammlung Critischer, Poetischer, und anderer geistvollen Schriften. Bd. 6. Zürich, 1742, S. 80. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bodmer_sammlung06_1742/80>, abgerufen am 20.02.2024.