Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

Sacra in den Gottes-Häusern verrichtet würden; Gleich wie Sie aber dero getreuen Ritterschafft / so viel thunlich / in Gnaden zu willfahren geneiget seyn / Also wollen Sie auch gnädigst geschehen lassen / daß hinführo die von der Ritterschafft / Ihrer Gelegenheit nach / die Kind-Tauffen und Copulations auf Ihren Häusern / jedoch nach Inhalt der Kirchen-Ordnunge / und zwar die Eheliche Copulationes solcher gestalt verrichten lassen mögen / daß Sie vorher solch Ihr Vorhaben in der Kirchen der Christlichen Gemeinde öffentlich anzeigen / und GOtt den Allmächtigen um seinen Seegen in der Gemeinde anruffen lassen.

Wie dann auch zum ein und zwantzigsten / des gnädigsten Landes Fürsten Durchl. auf der gehorsahmen Ritterschafft unterthänigstes inständiges Suchen wegen des Trauer-Geleutes sich dahin gnädigst erkläret / daß / wenn jemand von der Ritterschafft dessen Ehefrau / oder Wittibe Todes verfahren / alsdann Ihnen das Trauer-Geleute ohne deshalber einzuholende expresse Concession auf 4. Wochen / bey Absterben aber der Kinder / wie auch naher Blutsverwandter / so des Nahmens und Geschlechts seyn / auf 14. Tage anzustellen erlaubet seyn solle / jedoch daß dem Prediger jedes Orts von der vorhabenden Leutung Nachricht gegeben werde / falls aber innerhalb ernandten Frist zu dem Begräbniß (welches jedoch ausser hocherheblichen Ursachen niemand aufzuschieben hat) nicht zulangen / alsdann soll zwar nach 4. Wochen / oder resp. 14. Tagen mit dem Trauer-Geleute innen gehalten / es mag aber dasselbe dem nechsten vor dem termino der Begräbniß 8. Tage lang wiederholet werden. Für welche besondere Fürstl. Gnaden-Erweisung die gehorsahme Ritterschafft Sr. Durchl. unterthänigsten Dauck erstattet / und selbige mit aller devotion zu verschulden sich obligirt erachtet haben.

Und als / zum wey und zwantzigsten / von der gehorsahmen Ritterschafft noch mit angeführet werden / daß / wenn ein Fürstl. Trauer-Geleute im Lande zu verordnen / solches allein denen Superintendenten zugeschrieben / denen Gerichts-Herrn aber die doch ihre Hintersassen zu dem Geleute befehligen müssen / davon keine

Sacra in den Gottes-Häusern verrichtet würden; Gleich wie Sie aber dero getreuen Ritterschafft / so viel thunlich / in Gnaden zu willfahren geneiget seyn / Also wollen Sie auch gnädigst geschehen lassen / daß hinführo die von der Ritterschafft / Ihrer Gelegenheit nach / die Kind-Tauffen und Copulations auf Ihren Häusern / jedoch nach Inhalt der Kirchen-Ordnunge / und zwar die Eheliche Copulationes solcher gestalt verrichten lassen mögen / daß Sie vorher solch Ihr Vorhaben in der Kirchen der Christlichen Gemeinde öffentlich anzeigen / und GOtt den Allmächtigen um seinen Seegen in der Gemeinde anruffen lassen.

Wie dann auch zum ein und zwantzigsten / des gnädigsten Landes Fürsten Durchl. auf der gehorsahmen Ritterschafft unterthänigstes inständiges Suchen wegen des Trauer-Geleutes sich dahin gnädigst erkläret / daß / wenn jemand von der Ritterschafft dessen Ehefrau / oder Wittibe Todes verfahren / alsdann Ihnen das Trauer-Geleute ohne deshalber einzuholende expresse Concession auf 4. Wochen / bey Absterben aber der Kinder / wie auch naher Blutsverwandter / so des Nahmens und Geschlechts seyn / auf 14. Tage anzustellen erlaubet seyn solle / jedoch daß dem Prediger jedes Orts von der vorhabenden Leutung Nachricht gegeben werde / falls aber innerhalb ernandten Frist zu dem Begräbniß (welches jedoch ausser hocherheblichen Ursachen niemand aufzuschieben hat) nicht zulangen / alsdann soll zwar nach 4. Wochen / oder resp. 14. Tagen mit dem Trauer-Geleute innen gehalten / es mag aber dasselbe dem nechsten vor dem termino der Begräbniß 8. Tage lang wiederholet werden. Für welche besondere Fürstl. Gnaden-Erweisung die gehorsahme Ritterschafft Sr. Durchl. unterthänigsten Dauck erstattet / und selbige mit aller devotion zu verschulden sich obligirt erachtet haben.

Und als / zum wey und zwantzigsten / von der gehorsahmen Ritterschafft noch mit angeführet werden / daß / wenn ein Fürstl. Trauer-Geleute im Lande zu verordnen / solches allein denen Superintendenten zugeschrieben / denen Gerichts-Herrn aber die doch ihre Hintersassen zu dem Geleute befehligen müssen / davon keine

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0120" n="129"/>
Sacra in den Gottes-Häusern verrichtet würden; Gleich wie Sie aber                      dero getreuen Ritterschafft / so viel thunlich / in Gnaden zu willfahren                      geneiget seyn / Also wollen Sie auch gnädigst geschehen lassen / daß hinführo                      die von der Ritterschafft / Ihrer Gelegenheit nach / die Kind-Tauffen und                      Copulations auf Ihren Häusern / jedoch nach Inhalt der Kirchen-Ordnunge / und                      zwar die Eheliche Copulationes solcher gestalt verrichten lassen mögen / daß Sie                      vorher solch Ihr Vorhaben in der Kirchen der Christlichen Gemeinde öffentlich                      anzeigen / und GOtt den Allmächtigen um seinen Seegen in der Gemeinde anruffen                      lassen.</p>
        <p>Wie dann auch zum ein und zwantzigsten / des gnädigsten Landes Fürsten Durchl.                      auf der gehorsahmen Ritterschafft unterthänigstes inständiges Suchen wegen des                      Trauer-Geleutes sich dahin gnädigst erkläret / daß / wenn jemand von der                      Ritterschafft dessen Ehefrau / oder Wittibe Todes verfahren / alsdann Ihnen das                      Trauer-Geleute ohne deshalber einzuholende expresse Concession auf 4. Wochen /                      bey Absterben aber der Kinder / wie auch naher Blutsverwandter / so des Nahmens                      und Geschlechts seyn / auf 14. Tage anzustellen erlaubet seyn solle / jedoch daß                      dem Prediger jedes Orts von der vorhabenden Leutung Nachricht gegeben werde /                      falls aber innerhalb ernandten Frist zu dem Begräbniß (welches jedoch ausser                      hocherheblichen Ursachen niemand aufzuschieben hat) nicht zulangen / alsdann                      soll zwar nach 4. Wochen / oder resp. 14. Tagen mit dem Trauer-Geleute innen                      gehalten / es mag aber dasselbe dem nechsten vor dem termino der Begräbniß 8.                      Tage lang wiederholet werden. Für welche besondere Fürstl. Gnaden-Erweisung die                      gehorsahme Ritterschafft Sr. Durchl. unterthänigsten Dauck erstattet / und                      selbige mit aller devotion zu verschulden sich obligirt erachtet haben.</p>
        <p>Und als / zum wey und zwantzigsten / von der gehorsahmen Ritterschafft noch mit                      angeführet werden / daß / wenn ein Fürstl. Trauer-Geleute im Lande zu verordnen                      / solches allein denen Superintendenten zugeschrieben / denen Gerichts-Herrn                      aber die doch ihre Hintersassen zu dem Geleute befehligen müssen / davon keine
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[129/0120] Sacra in den Gottes-Häusern verrichtet würden; Gleich wie Sie aber dero getreuen Ritterschafft / so viel thunlich / in Gnaden zu willfahren geneiget seyn / Also wollen Sie auch gnädigst geschehen lassen / daß hinführo die von der Ritterschafft / Ihrer Gelegenheit nach / die Kind-Tauffen und Copulations auf Ihren Häusern / jedoch nach Inhalt der Kirchen-Ordnunge / und zwar die Eheliche Copulationes solcher gestalt verrichten lassen mögen / daß Sie vorher solch Ihr Vorhaben in der Kirchen der Christlichen Gemeinde öffentlich anzeigen / und GOtt den Allmächtigen um seinen Seegen in der Gemeinde anruffen lassen. Wie dann auch zum ein und zwantzigsten / des gnädigsten Landes Fürsten Durchl. auf der gehorsahmen Ritterschafft unterthänigstes inständiges Suchen wegen des Trauer-Geleutes sich dahin gnädigst erkläret / daß / wenn jemand von der Ritterschafft dessen Ehefrau / oder Wittibe Todes verfahren / alsdann Ihnen das Trauer-Geleute ohne deshalber einzuholende expresse Concession auf 4. Wochen / bey Absterben aber der Kinder / wie auch naher Blutsverwandter / so des Nahmens und Geschlechts seyn / auf 14. Tage anzustellen erlaubet seyn solle / jedoch daß dem Prediger jedes Orts von der vorhabenden Leutung Nachricht gegeben werde / falls aber innerhalb ernandten Frist zu dem Begräbniß (welches jedoch ausser hocherheblichen Ursachen niemand aufzuschieben hat) nicht zulangen / alsdann soll zwar nach 4. Wochen / oder resp. 14. Tagen mit dem Trauer-Geleute innen gehalten / es mag aber dasselbe dem nechsten vor dem termino der Begräbniß 8. Tage lang wiederholet werden. Für welche besondere Fürstl. Gnaden-Erweisung die gehorsahme Ritterschafft Sr. Durchl. unterthänigsten Dauck erstattet / und selbige mit aller devotion zu verschulden sich obligirt erachtet haben. Und als / zum wey und zwantzigsten / von der gehorsahmen Ritterschafft noch mit angeführet werden / daß / wenn ein Fürstl. Trauer-Geleute im Lande zu verordnen / solches allein denen Superintendenten zugeschrieben / denen Gerichts-Herrn aber die doch ihre Hintersassen zu dem Geleute befehligen müssen / davon keine

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/120
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 129. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/120>, abgerufen am 01.03.2024.