Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Döpler, Jacob: Theatripoenarum, Suppliciorum Et Executionum Crminalium, Oder Schau-Platzes Derer Leibes- und Lebens-Strafen. Bd. 2. Leipzig, 1697.

Bild:
<< vorherige Seite
CAPUT XXXIII.

De CYPHONISMO.

I.

COelius Rhodiginus meldet libro 10. Antiq. lect. cap. 5. daß man vor Alters eine Strafe gehabt/ so Cyphonismus (a cyphone qvod ligheum erat vinculum, sive (at nunc etiam) ferreum, vulgus Berlinam vocat) genennet worden/ da man die delinqventen entblösset/ gebunden/ mit Honig bestrichen und den Fliegen und Mücken zu stechen öffentlich dargestellet.

II. Sonderlich aber sind die jenige damit beleget worden/ welche der Obrigkeit Gesetze und Verordnung hönisch gehalten und verachtet/ und wurden dieselben erst zwantzig Tage in Archivo (welches ein Ort war/ da man die zum Tode verurtheilte hinführete) in solchen Höltzern oder eisernen Banden enthalten / mit Milch und Honig bestrichen/ daß sie von den Bremsen/ Mücken und Fliegen erbärmlich geqvälet und gleichsam halb gefressen werden möchten. Wenn die 20. Tage vorbey/ zohe man ihnen Weibes-Kleider an/ und wurf sie von einen Felsen / Thurm oder andern hohen Ort herab/ daß sie Hals und Beine brachen.

Anton. Gallonius de Cruciatib. Martyrum pag. 29.

III. Von aller Gottlosen Welt-Kinder Groß Vater/ dem Epicuro, wird geschrieben / daß er gar ein schmertzlich Ende genommen habe/ in dem man ihn gebunden/ den Leib mit Honig bestrichen/ hernach in die Höhe aufgerichtet und durch die Fliegen und Wespen lassen tod stechen.

D. Nicol. Selneccer. sup. cap. 2. sap.

CAPUT XXXIV.

De SCAPHISMO.

I.

MIt vorhergehender Strafe kömmet fast überein die grausame Marter und drauf erfolgte schmähliche Tod/ welcher bey den Persern in

CAPUT XXXIII.

De CYPHONISMO.

I.

COelius Rhodiginus meldet libro 10. Antiq. lect. cap. 5. daß man vor Alters eine Strafe gehabt/ so Cyphonismus (à cyphone qvod ligheum erat vinculum, sive (at nunc etiam) ferreum, vulgus Berlinam vocat) genennet worden/ da man die delinqventen entblösset/ gebunden/ mit Honig bestrichen und den Fliegen und Mücken zu stechen öffentlich dargestellet.

II. Sonderlich aber sind die jenige damit beleget worden/ welche der Obrigkeit Gesetze und Verordnung hönisch gehalten und verachtet/ und wurden dieselben erst zwantzig Tage in Archivo (welches ein Ort war/ da man die zum Tode verurtheilte hinführete) in solchen Höltzern oder eisernen Banden enthalten / mit Milch und Honig bestrichen/ daß sie von den Bremsen/ Mücken und Fliegen erbärmlich geqvälet und gleichsam halb gefressen werden möchten. Wenn die 20. Tage vorbey/ zohe man ihnen Weibes-Kleider an/ und wurf sie von einen Felsen / Thurm oder andern hohen Ort herab/ daß sie Hals und Beine brachen.

Anton. Gallonius de Cruciatib. Martyrum pag. 29.

III. Von aller Gottlosen Welt-Kinder Groß Vater/ dem Epicuro, wird geschrieben / daß er gar ein schmertzlich Ende genommen habe/ in dem man ihn gebunden/ den Leib mit Honig bestrichen/ hernach in die Höhe aufgerichtet und durch die Fliegen und Wespen lassen tod stechen.

D. Nicol. Selneccer. sup. cap. 2. sap.

CAPUT XXXIV.

De SCAPHISMO.

I.

MIt vorhergehender Strafe kömmet fast überein die grausame Marter und drauf erfolgte schmähliche Tod/ welcher bey den Persern in

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0399" n="389"/>
        <head>CAPUT XXXIII.</head>
        <argument>
          <p>De CYPHONISMO.</p>
        </argument>
        <p>I.</p>
        <p>COelius Rhodiginus meldet libro 10. Antiq. lect. cap. 5. daß man vor Alters eine                      Strafe gehabt/ so Cyphonismus (à cyphone qvod ligheum erat vinculum, sive (at                      nunc etiam) ferreum, vulgus Berlinam vocat) genennet worden/ da man die                      delinqventen entblösset/ gebunden/ mit Honig bestrichen und den Fliegen und                      Mücken zu stechen öffentlich dargestellet.</p>
        <p>II. Sonderlich aber sind die jenige damit beleget worden/ welche der Obrigkeit                      Gesetze und Verordnung hönisch gehalten und verachtet/ und wurden dieselben                      erst zwantzig Tage in Archivo (welches ein Ort war/ da man die zum Tode                      verurtheilte hinführete) in solchen Höltzern oder eisernen Banden enthalten /                      mit Milch und Honig bestrichen/ daß sie von den Bremsen/ Mücken und Fliegen                      erbärmlich geqvälet und gleichsam halb gefressen werden möchten. Wenn die 20.                      Tage vorbey/ zohe man ihnen Weibes-Kleider an/ und wurf sie von einen Felsen /                      Thurm oder andern hohen Ort herab/ daß sie Hals und Beine brachen.</p>
        <p>Anton. Gallonius de Cruciatib. Martyrum pag. 29.</p>
        <p>III. Von aller Gottlosen Welt-Kinder Groß Vater/ dem Epicuro, wird geschrieben /                      daß er gar ein schmertzlich Ende genommen habe/ in dem man ihn gebunden/ den                      Leib mit Honig bestrichen/ hernach in die Höhe aufgerichtet und durch die                      Fliegen und Wespen lassen tod stechen.</p>
        <p>D. Nicol. Selneccer. sup. cap. 2. sap.</p>
      </div>
      <div>
        <head>CAPUT XXXIV.</head>
        <argument>
          <p>De SCAPHISMO.</p>
        </argument>
        <p>I.</p>
        <p>MIt vorhergehender Strafe kömmet fast überein die grausame Marter und drauf                      erfolgte schmähliche Tod/ welcher bey den Persern in
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[389/0399] CAPUT XXXIII. De CYPHONISMO. I. COelius Rhodiginus meldet libro 10. Antiq. lect. cap. 5. daß man vor Alters eine Strafe gehabt/ so Cyphonismus (à cyphone qvod ligheum erat vinculum, sive (at nunc etiam) ferreum, vulgus Berlinam vocat) genennet worden/ da man die delinqventen entblösset/ gebunden/ mit Honig bestrichen und den Fliegen und Mücken zu stechen öffentlich dargestellet. II. Sonderlich aber sind die jenige damit beleget worden/ welche der Obrigkeit Gesetze und Verordnung hönisch gehalten und verachtet/ und wurden dieselben erst zwantzig Tage in Archivo (welches ein Ort war/ da man die zum Tode verurtheilte hinführete) in solchen Höltzern oder eisernen Banden enthalten / mit Milch und Honig bestrichen/ daß sie von den Bremsen/ Mücken und Fliegen erbärmlich geqvälet und gleichsam halb gefressen werden möchten. Wenn die 20. Tage vorbey/ zohe man ihnen Weibes-Kleider an/ und wurf sie von einen Felsen / Thurm oder andern hohen Ort herab/ daß sie Hals und Beine brachen. Anton. Gallonius de Cruciatib. Martyrum pag. 29. III. Von aller Gottlosen Welt-Kinder Groß Vater/ dem Epicuro, wird geschrieben / daß er gar ein schmertzlich Ende genommen habe/ in dem man ihn gebunden/ den Leib mit Honig bestrichen/ hernach in die Höhe aufgerichtet und durch die Fliegen und Wespen lassen tod stechen. D. Nicol. Selneccer. sup. cap. 2. sap. CAPUT XXXIV. De SCAPHISMO. I. MIt vorhergehender Strafe kömmet fast überein die grausame Marter und drauf erfolgte schmähliche Tod/ welcher bey den Persern in

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-11-26T12:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-11-26T12:54:31Z)
Arne Binder: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-11-26T12:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/doepler_theatrum02_1697
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/doepler_theatrum02_1697/399
Zitationshilfe: Döpler, Jacob: Theatripoenarum, Suppliciorum Et Executionum Crminalium, Oder Schau-Platzes Derer Leibes- und Lebens-Strafen. Bd. 2. Leipzig, 1697, S. 389. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/doepler_theatrum02_1697/399>, abgerufen am 17.07.2024.