Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747.

Bild:
<< vorherige Seite
im Reiche der Gnaden.
Welch ein weises Vorsichts Fügen
JEsus must in Krippen liegen,
Als ein Kind das arm und blos!
Von dem alle Ding entstehen,
Die im Reich der Macht zu sehen;
Den der Himmel nicht umschloß,
Noch die Erde konnte fassen,
Der ward elend und verlassen.
Wenn ich diesen Heiland sehe,
So zeigt er der GOttheit Höhe
Doch bei seiner Niedrigkeit,
Er war arm; die Seraphinen
Musten ihn im Elend dienen,
Da er uns im Fleisch erfreut:
Das kann uns die Lehre geben,
GOttes Weisheit zu erheben.
Luft und Himmel ward erreget,
Und die Erde ward beweget
Als er in dem Fleisch erschien:
Hie ist abermahl zu finden
Jn den dunklen Vorsichtsgründen
Des Allweisesten Bemühn,
Aller Welt dadurch zu lehren,
JEsum als ihr Heil zu ehren.
Juden konten leichtlich schliessen
Und bei ihrer Schazzung wissen,
Daß die Zeit des Heils sehr nah;
Da der Scepter war verlohren,
War ihr König auch gebohren
Und in der Erfüllung da;
Was
B 5
im Reiche der Gnaden.
Welch ein weiſes Vorſichts Fuͤgen
JEſus muſt in Krippen liegen,
Als ein Kind das arm und blos!
Von dem alle Ding entſtehen,
Die im Reich der Macht zu ſehen;
Den der Himmel nicht umſchloß,
Noch die Erde konnte faſſen,
Der ward elend und verlaſſen.
Wenn ich dieſen Heiland ſehe,
So zeigt er der GOttheit Hoͤhe
Doch bei ſeiner Niedrigkeit,
Er war arm; die Seraphinen
Muſten ihn im Elend dienen,
Da er uns im Fleiſch erfreut:
Das kann uns die Lehre geben,
GOttes Weisheit zu erheben.
Luft und Himmel ward erreget,
Und die Erde ward beweget
Als er in dem Fleiſch erſchien:
Hie iſt abermahl zu finden
Jn den dunklen Vorſichtsgruͤnden
Des Allweiſeſten Bemuͤhn,
Aller Welt dadurch zu lehren,
JEſum als ihr Heil zu ehren.
Juden konten leichtlich ſchlieſſen
Und bei ihrer Schazzung wiſſen,
Daß die Zeit des Heils ſehr nah;
Da der Scepter war verlohren,
War ihr Koͤnig auch gebohren
Und in der Erfuͤllung da;
Was
B 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <lg type="poem">
          <pb facs="#f0037" n="25"/>
          <fw place="top" type="header">im Reiche der Gnaden.</fw><lb/>
          <lg n="3">
            <l><hi rendition="#in">W</hi>elch ein wei&#x017F;es Vor&#x017F;ichts Fu&#x0364;gen</l><lb/>
            <l>JE&#x017F;us mu&#x017F;t in Krippen liegen,</l><lb/>
            <l>Als ein Kind das arm und blos!</l><lb/>
            <l>Von dem alle Ding ent&#x017F;tehen,</l><lb/>
            <l>Die im Reich der Macht zu &#x017F;ehen;</l><lb/>
            <l>Den der Himmel nicht um&#x017F;chloß,</l><lb/>
            <l>Noch die Erde konnte fa&#x017F;&#x017F;en,</l><lb/>
            <l>Der ward elend und verla&#x017F;&#x017F;en.</l>
          </lg><lb/>
          <lg n="4">
            <l><hi rendition="#in">W</hi>enn ich die&#x017F;en Heiland &#x017F;ehe,</l><lb/>
            <l>So zeigt er der GOttheit Ho&#x0364;he</l><lb/>
            <l>Doch bei &#x017F;einer Niedrigkeit,</l><lb/>
            <l>Er war arm; die Seraphinen</l><lb/>
            <l>Mu&#x017F;ten ihn im Elend dienen,</l><lb/>
            <l>Da er uns im Flei&#x017F;ch erfreut:</l><lb/>
            <l>Das kann uns die Lehre geben,<lb/><hi rendition="#fr">GOttes</hi> Weisheit zu erheben.</l>
          </lg><lb/>
          <lg n="5">
            <l><hi rendition="#in">L</hi>uft und Himmel ward erreget,</l><lb/>
            <l>Und die Erde ward beweget</l><lb/>
            <l>Als er in dem Flei&#x017F;ch er&#x017F;chien:</l><lb/>
            <l>Hie i&#x017F;t abermahl zu finden</l><lb/>
            <l>Jn den dunklen Vor&#x017F;ichtsgru&#x0364;nden</l><lb/>
            <l>Des Allwei&#x017F;e&#x017F;ten Bemu&#x0364;hn,</l><lb/>
            <l>Aller Welt dadurch zu lehren,</l><lb/>
            <l>JE&#x017F;um als ihr Heil zu ehren.</l>
          </lg><lb/>
          <lg n="6">
            <l><hi rendition="#in">J</hi>uden konten leichtlich &#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;en</l><lb/>
            <l>Und bei ihrer Schazzung wi&#x017F;&#x017F;en,</l><lb/>
            <l>Daß die Zeit des Heils &#x017F;ehr nah;</l><lb/>
            <l>Da der Scepter war verlohren,</l><lb/>
            <l>War ihr Ko&#x0364;nig auch gebohren</l><lb/>
            <l>Und in der Erfu&#x0364;llung da;<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">B 5</fw><fw place="bottom" type="catch">Was</fw><lb/></l>
          </lg>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[25/0037] im Reiche der Gnaden. Welch ein weiſes Vorſichts Fuͤgen JEſus muſt in Krippen liegen, Als ein Kind das arm und blos! Von dem alle Ding entſtehen, Die im Reich der Macht zu ſehen; Den der Himmel nicht umſchloß, Noch die Erde konnte faſſen, Der ward elend und verlaſſen. Wenn ich dieſen Heiland ſehe, So zeigt er der GOttheit Hoͤhe Doch bei ſeiner Niedrigkeit, Er war arm; die Seraphinen Muſten ihn im Elend dienen, Da er uns im Fleiſch erfreut: Das kann uns die Lehre geben, GOttes Weisheit zu erheben. Luft und Himmel ward erreget, Und die Erde ward beweget Als er in dem Fleiſch erſchien: Hie iſt abermahl zu finden Jn den dunklen Vorſichtsgruͤnden Des Allweiſeſten Bemuͤhn, Aller Welt dadurch zu lehren, JEſum als ihr Heil zu ehren. Juden konten leichtlich ſchlieſſen Und bei ihrer Schazzung wiſſen, Daß die Zeit des Heils ſehr nah; Da der Scepter war verlohren, War ihr Koͤnig auch gebohren Und in der Erfuͤllung da; Was B 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen02_1747
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen02_1747/37
Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747, S. 25. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen02_1747/37>, abgerufen am 09.05.2021.