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Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737.

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XIV. M. Johann George Weise.

M. Johann George Weise, Zitt. nat. 1644. ward Pfarrer zu Waltersdorff 1674. allhier An. 1681.

Unser Ehrwürdiger Greiß nun, und mein liebwerthest-geehrter Herr Pathe oder Tauff-Zeuge, ist gebohren in Zittau An. 1644. den 30 Jun. und den 1 Jul. getaufft, und nach seinen beyden Groß-Vätern, Johann George, genannt. Sein Herr Vater war Herr Elias Weise, wohlverdienter Collega Tertius des Gymnasii. Die Frau Mutter aber Anna, Herrn George Profelts, Pfarrern zu Chemnitz in Böhmen Tochter. Anfangs studirte er in Zittau, zog aber 1666. nach Leipzig, und ward den 18 Martii bey der Academie allda inscribiret. Allda studirte er unter Anführung Alberti, Thomasii, Löffleri und Schertzeri die Philosophie und Theologie. Anno 1668. hat er unter dem Praesidio seines Hrn. Bruders, des Welt-berühmten Christian Weisens öffentlich de Basilisco, und hernach de Cataractis disputiret, und die Ehre des Magisterii erlanget. An. 1669. begab er sich nach Magdeburg, willens nach Hamburg zu gehen; Aber gleichwie er dieses durch guter Freunde Einrathen unterliesse, also fand er bald bey den Wohlgebohrnen Herrn Gustav Adolph von Schulenburg, Churfürstl Brandenburgischen Kriegs-Commissario im Magdeburgischen Craysse, auf Recommendation des Herrn Decani von Mandelsle, eine anständige Condition, dessen Adeliche Kinder zu informiren. An. 1673. nach Michaelis kam er wieder in Zittau an, und ward An. 1674. am Grünendonnerstage zum Pfarr-Dienst nach Waltersdorff vociret, darauf ward er in Leipzig ordiniret, und hernach am Sonntag Cantate nach gehaltener Anzugs-Predigt installiret. An. 1681. den 25 April. ward er hieher nach Herwigsdorff beruffen, und legte den 1 Jun. als Festo Trinit. seine Anzugs-Predigt ab. Seit der Zeit er die besondere Gnade von GOtt erhalten, daß ihn keine Unpäßlichkeit auch nur von einer Predigt seines Amtes abhalten können, biß ihm das Alter gleichsam eine natürliche Dimission gegeben. Seine Heurath belangende, so verband er sich

XIV. M. Johann George Weise.

M. Johann George Weise, Zitt. nat. 1644. ward Pfarrer zu Waltersdorff 1674. allhier An. 1681.

Unser Ehrwürdiger Greiß nun, und mein liebwerthest-geehrter Herr Pathe oder Tauff-Zeuge, ist gebohren in Zittau An. 1644. den 30 Jun. und den 1 Jul. getaufft, und nach seinen beyden Groß-Vätern, Johann George, genannt. Sein Herr Vater war Herr Elias Weise, wohlverdienter Collega Tertius des Gymnasii. Die Frau Mutter aber Anna, Herrn George Profelts, Pfarrern zu Chemnitz in Böhmen Tochter. Anfangs studirte er in Zittau, zog aber 1666. nach Leipzig, und ward den 18 Martii bey der Academie allda inscribiret. Allda studirte er unter Anführung Alberti, Thomasii, Löffleri und Schertzeri die Philosophie und Theologie. Anno 1668. hat er unter dem Praesidio seines Hrn. Bruders, des Welt-berühmten Christian Weisens öffentlich de Basilisco, und hernach de Cataractis disputiret, und die Ehre des Magisterii erlanget. An. 1669. begab er sich nach Magdeburg, willens nach Hamburg zu gehen; Aber gleichwie er dieses durch guter Freunde Einrathen unterliesse, also fand er bald bey den Wohlgebohrnen Herrn Gustav Adolph von Schulenburg, Churfürstl Brandenburgischen Kriegs-Commissario im Magdeburgischen Craysse, auf Recommendation des Herrn Decani von Mandelsle, eine anständige Condition, dessen Adeliche Kinder zu informiren. An. 1673. nach Michaelis kam er wieder in Zittau an, und ward An. 1674. am Grünendonnerstage zum Pfarr-Dienst nach Waltersdorff vociret, darauf ward er in Leipzig ordiniret, und hernach am Sonntag Cantate nach gehaltener Anzugs-Predigt installiret. An. 1681. den 25 April. ward er hieher nach Herwigsdorff beruffen, und legte den 1 Jun. als Festo Trinit. seine Anzugs-Predigt ab. Seit der Zeit er die besondere Gnade von GOtt erhalten, daß ihn keine Unpäßlichkeit auch nur von einer Predigt seines Amtes abhalten können, biß ihm das Alter gleichsam eine natürliche Dimission gegeben. Seine Heurath belangende, so verband er sich

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[83/0087] XIV. M. Johann George Weise. M. Johann George Weise, Zitt. nat. 1644. ward Pfarrer zu Waltersdorff 1674. allhier An. 1681. Unser Ehrwürdiger Greiß nun, und mein liebwerthest-geehrter Herr Pathe oder Tauff-Zeuge, ist gebohren in Zittau An. 1644. den 30 Jun. und den 1 Jul. getaufft, und nach seinen beyden Groß-Vätern, Johann George, genannt. Sein Herr Vater war Herr Elias Weise, wohlverdienter Collega Tertius des Gymnasii. Die Frau Mutter aber Anna, Herrn George Profelts, Pfarrern zu Chemnitz in Böhmen Tochter. Anfangs studirte er in Zittau, zog aber 1666. nach Leipzig, und ward den 18 Martii bey der Academie allda inscribiret. Allda studirte er unter Anführung Alberti, Thomasii, Löffleri und Schertzeri die Philosophie und Theologie. Anno 1668. hat er unter dem Praesidio seines Hrn. Bruders, des Welt-berühmten Christian Weisens öffentlich de Basilisco, und hernach de Cataractis disputiret, und die Ehre des Magisterii erlanget. An. 1669. begab er sich nach Magdeburg, willens nach Hamburg zu gehen; Aber gleichwie er dieses durch guter Freunde Einrathen unterliesse, also fand er bald bey den Wohlgebohrnen Herrn Gustav Adolph von Schulenburg, Churfürstl Brandenburgischen Kriegs-Commissario im Magdeburgischen Craysse, auf Recommendation des Herrn Decani von Mandelsle, eine anständige Condition, dessen Adeliche Kinder zu informiren. An. 1673. nach Michaelis kam er wieder in Zittau an, und ward An. 1674. am Grünendonnerstage zum Pfarr-Dienst nach Waltersdorff vociret, darauf ward er in Leipzig ordiniret, und hernach am Sonntag Cantate nach gehaltener Anzugs-Predigt installiret. An. 1681. den 25 April. ward er hieher nach Herwigsdorff beruffen, und legte den 1 Jun. als Festo Trinit. seine Anzugs-Predigt ab. Seit der Zeit er die besondere Gnade von GOtt erhalten, daß ihn keine Unpäßlichkeit auch nur von einer Predigt seines Amtes abhalten können, biß ihm das Alter gleichsam eine natürliche Dimission gegeben. Seine Heurath belangende, so verband er sich

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Zitationshilfe: Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737, S. 83. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/eckarth_chronica_1737/87>, abgerufen am 14.04.2021.