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Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843.

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nem Umweg nach dem Plateau der 2ten Pyramide um, wo wir abermals auf den Hasen Jagd machten, aber wiederum, ohne ihn erwischen zu können. Sehr ermüdet und hungrig kehrten wir nach den Zelten zurück, wo uns das Abendbrodt prächtig schmeckte. Nach dem Caffee ward über eine Stunde lang arabisch in Gemeinschaft Aller getrieben. -

Montag den 28ten November 1842. Ich fahre in der Aufnahme des entfernteren Terrains fort, kehre, nachdem ich noch an Frey und Ernst einen kurzen Besuch gemacht habe, die in einem Grabe zeichnen, gegen 1 Uhr zurück und beginne am Plane zu zeichnen. Gegen Abend besteige ich mit Lepsius den Kopf der Sphinx, zu welchem Zwecke Franke eine Leiter zurechtgemacht hat. Das Ding ist doch höher, als man glaubt und die Umsicht vortrefflich. Dann wird die Ausgrabung des Steines mit der Inschrift vor der Sphinx besichtigt; die Erwachsenen bekommen für das Ausgraben an Tagelohn 1 Piaster, die Kinder 1/2 Piaster (2 Para). - Nach dem Caffee wird heut dieß Tagebuch geschrieben. - Das Wetter ist heut wieder sehr schön, wie gestern. Gestern hatten wir im Zelte 20° Wärme, in der Sonne bei kühlendem Nordwinde um 3 Uhr Nachmittags 211/2°. -

Dienstag den 29ten November 1842. Ich bleibe heut den ganzen Tag im Zelte beim Auf- und Auszeichnen meiner Karte. Das Wetter ist schön aber kühl, so daß ich eigentlich friere. - Wie immer ist der Abend drüben am Mokattam wunderschön. - Nach dem Essen ambulire ich bei Sternenschein und guter Unterhaltung mit Frey. -

Mittwoch den 30ten November 1842. Der Morgen ist wieder sehr

nem Umweg nach dem Plateau der 2ten Pyramide um, wo wir abermals auf den Hasen Jagd machten, aber wiederum, ohne ihn erwischen zu können. Sehr ermüdet und hungrig kehrten wir nach den Zelten zurück, wo uns das Abendbrodt prächtig schmeckte. Nach dem Caffee ward über eine Stunde lang arabisch in Gemeinschaft Aller getrieben. -

Montag den 28ten November 1842. Ich fahre in der Aufnahme des entfernteren Terrains fort, kehre, nachdem ich noch an Frey und Ernst einen kurzen Besuch gemacht habe, die in einem Grabe zeichnen, gegen 1 Uhr zurück und beginne am Plane zu zeichnen. Gegen Abend besteige ich mit Lepsius den Kopf der Sphinx, zu welchem Zwecke Franke eine Leiter zurechtgemacht hat. Das Ding ist doch höher, als man glaubt und die Umsicht vortrefflich. Dann wird die Ausgrabung des Steines mit der Inschrift vor der Sphinx besichtigt; die Erwachsenen bekommen für das Ausgraben an Tagelohn 1 Piaster, die Kinder ½ Piaster (2 Para). - Nach dem Caffee wird heut dieß Tagebuch geschrieben. - Das Wetter ist heut wieder sehr schön, wie gestern. Gestern hatten wir im Zelte 20° Wärme, in der Sonne bei kühlendem Nordwinde um 3 Uhr Nachmittags 21½°. -

Dienstag den 29ten November 1842. Ich bleibe heut den ganzen Tag im Zelte beim Auf- und Auszeichnen meiner Karte. Das Wetter ist schön aber kühl, so daß ich eigentlich friere. - Wie immer ist der Abend drüben am Mokattam wunderschön. - Nach dem Essen ambulire ich bei Sternenschein und guter Unterhaltung mit Frey. -

Mittwoch den 30ten November 1842. Der Morgen ist wieder sehr

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[99/0100] nem Umweg nach d Plateau der 2ten Pyr um, wo wir abermals auf den Hasen Jagd machten, aber wiederum, ohne ihn erwischen zu können. Sehr ermüdet und hungrig kehrten wir nach d Zelten zurück, wo uns d Abendbrodt prächtig schmeckte. Nach dem Caffee ward über eine Stunde lang arabisch in Gemeinschaft Aller getrieben. - Montag d 28ten Nov 1842. Ich fahre in der Aufnahme des entfernteren Terrains fort, kehre, nachdem ich noch an Frey d Ernst einen kurzen Besuch gemacht habe, die in e Grabe zeichnen, gegen 1 Uhr zurück d beginne am Plane zu zeichnen. Gegen Abend besteige ich mit Leps den Kopf der Sphinx, zu welchem Zwecke Franke eine Leiter zurechtgemacht hat. Das Ding ist doch höher, als man glaubt und die Umsicht vortrefflich. Dann wird d Ausgrabung des Steines mit d Inschrift vor d Sphinx besichtigt; die Erwachsenen bekommen für d Ausgraben an Tagelohn 1 Piaster, die Kinder ½ Piaster (2 Para). - Nach d Caffee wird heut dieß Tagebuch geschrieben. - Das Wetter ist heut wieder sehr schön, wie gestern. Gestern hatten wir im Zelte 20° Wärme, in d Sonne bei kühlendem Nordwinde um 3 Uhr Nachm 21½°. - Dienstag d 29ten Nov 1842. Ich bleibe heut den ganzen Tag im Zelte beim Auf- d Auszeichnen meiner Karte. Das Wetter ist schön aber kühl, so daß ich eigentlich friere. - Wie immer ist d Abend drüben am Mokattam wunderschön. - Nach d Essen ambulire ich bei Sternenschein und guter Unterhaltung mit Frey. - Mittwoch d 30ten Nov 1842. Der Morgen ist wieder sehr

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Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843, S. 99. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842/100>, abgerufen am 03.07.2022.