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Francisci, Erasmus: Schau- und Ehren-Platz Schriftlicher Tapfferkeit. Nürnberg, 1684.

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dem er von ihm zum Bann in Croatien erklärt worden: sondern bestritte manche Ungarische Herren/ so es mit Ferdinando hielten: und hatte an sich den Johann Banfy/ wie auch den Bischoff Simon von Zagram/ den Johann Tahy/ Priorn deß Rhodiser Ritter-Ordens / den Peter Mercy/ Grafen von Poseg/ welcher/ zu der Zeit/ an Volk und Reuterey / mächtig war/ imgleichen den Johann Ernst Hampo/ der/ zwischen de Drav und Muhr / herrliche Schlösser und Städte beherrschte; und über das noch viel andre aus der Ritterschafft mehr: also/ daß er dreytausend Reuter/ und zehentausend Fußknechte/ auf den Beinen hatte/ nebst noch etlichen von den Geldern/ so ihm König Johannes geschickt hatte/ geworbenen Squadronen zu Roß und Fuß.

Solche Völker ließ er nicht lange müssig in Quartieren ligen/ noch an den Bauren zu Rittern werden; wie sonst/ zu dieser Zeit/ von manchen Generalen und Obersten / geschicht/ die ihres Oberherren Ländern selbsten viel grössern Abbruch/ weder dem Feinde / thun: sondern nahm damit ansehnliche Verrichtungen für; eroberte viel Schlösser und Städte/ ja überwältigte fast alle Plätze/ langst der Drav; und ging endlich dem Grafen Battiani (oder/ wie man diesen Namen heutigs Tages/ wiewol irrig/ ausspricht/ Budeani) auf die Haut/ der mit einem nicht ungleichem Lager/ von Ungarn und Teutschen/ in Gesellschafft deß Johann Carlowitz/ wie auch der beyden Grafen Johann und Niclas Zrini / und dem von Turn/ welcher die Teutsche Auxiliar-Völker commandirte/ bey Warasdin stund / auch sonst noch andre wolversuchte Kriegs-Obersten um sich hatte. Mit diesen vermeinte der Frankepan ein Treffen zu thun: aber jener wolte sich dazu verstehen; noch/ mit einem so glücklichen Feld-Obersten/ einen Haupt-Streich wagen; sondern schlug eine Brucke über die Drav/ und retirirke sich/ mit seiner Armee.

Hierauf legte sich Frankepan vor Warasdin/ und zwang die Stadt zur Ubergabe. Das Schloß hielt sich doch noch/ und that scharffe Gegenwehr: also/ daß er selber einen tödtlichen Musqueten-Schluß bekam/ und nachdem er zuvor/ mit einer herzhafften Rede/ die Generalität ernstlich ermahnt hatte/ daß sie dem Könige Johannes treu verbleiben solten / auch alle und jede/ die er etwan mögte beleidigt haben/ um Verzeihung gebeten/ gar großmütig und Christlich sein Leben beschloß.

Durch dieses tapffren Manns Tod/ verlohr König Johannes eine treffliche Stütze seines allbereit gesunkenen Glücks; daher sein baufälliger Kriegs-Stand nunmehr gar zu Bodem fiel. Dann nachdem dieser Frankepan/ als das Haupt besagter Armee/ weggenommen war / fielen auch die übrige Glieder solches militarischen Körpers voneinander/ und alle Völker verlieffen sich. Worauf Graf Battiani alle die Magnaten in Croatien/ und da herum/ mit leichter Mühe/ ausbenommen den Johannes Banfy/ und den Bischoff Simon von Zagram/ auf Königs Ferdinandi Seiten wendete: welche beyde/ aller Gefahr ungeachtet/ vom Könige Johannes/ ob schon derselbe ein verjagter Exulant war/ durchaus sich nicht abreissen lassen wolten.

dem er von ihm zum Bann in Croatien erklärt worden: sondern bestritte manche Ungarische Herren/ so es mit Ferdinando hielten: und hatte an sich den Johann Banfy/ wie auch den Bischoff Simon von Zagram/ den Johann Tahy/ Priorn deß Rhodiser Ritter-Ordens / den Peter Mercy/ Grafen von Poseg/ welcher/ zu der Zeit/ an Volk und Reuterey / mächtig war/ imgleichen den Johann Ernst Hampo/ der/ zwischen de Drav und Muhr / herrliche Schlösser und Städte beherrschte; und über das noch viel andre aus der Ritterschafft mehr: also/ daß er dreytausend Reuter/ und zehentausend Fußknechte/ auf den Beinen hatte/ nebst noch etlichen von den Geldern/ so ihm König Johannes geschickt hatte/ geworbenen Squadronen zu Roß und Fuß.

Solche Völker ließ er nicht lange müssig in Quartieren ligen/ noch an den Bauren zu Rittern werden; wie sonst/ zu dieser Zeit/ von manchen Generalen und Obersten / geschicht/ die ihres Oberherren Ländern selbsten viel grössern Abbruch/ weder dem Feinde / thun: sondern nahm damit ansehnliche Verrichtungen für; eroberte viel Schlösser und Städte/ ja überwältigte fast alle Plätze/ langst der Drav; und ging endlich dem Grafen Battiani (oder/ wie man diesen Namen heutigs Tages/ wiewol irrig/ ausspricht/ Budeani) auf die Haut/ der mit einem nicht ungleichem Lager/ von Ungarn und Teutschen/ in Gesellschafft deß Johann Carlowitz/ wie auch der beyden Grafen Johann und Niclas Zrini / und dem von Turn/ welcher die Teutsche Auxiliar-Völker commandirte/ bey Warasdin stund / auch sonst noch andre wolversuchte Kriegs-Obersten um sich hatte. Mit diesen vermeinte der Frankepan ein Treffen zu thun: aber jener wolte sich dazu verstehen; noch/ mit einem so glücklichen Feld-Obersten/ einen Haupt-Streich wagen; sondern schlug eine Brucke über die Drav/ und retirirke sich/ mit seiner Armee.

Hierauf legte sich Frankepan vor Warasdin/ und zwang die Stadt zur Ubergabe. Das Schloß hielt sich doch noch/ und that scharffe Gegenwehr: also/ daß er selber einen tödtlichen Musqueten-Schluß bekam/ und nachdem er zuvor/ mit einer herzhafften Rede/ die Generalität ernstlich ermahnt hatte/ daß sie dem Könige Johannes treu verbleiben solten / auch alle und jede/ die er etwan mögte beleidigt haben/ um Verzeihung gebeten/ gar großmütig und Christlich sein Leben beschloß.

Durch dieses tapffren Manns Tod/ verlohr König Johannes eine treffliche Stütze seines allbereit gesunkenen Glücks; daher sein baufälliger Kriegs-Stand nunmehr gar zu Bodem fiel. Dann nachdem dieser Frankepan/ als das Haupt besagter Armee/ weggenommen war / fielen auch die übrige Glieder solches militarischen Körpers voneinander/ und alle Völker verlieffen sich. Worauf Graf Battiani alle die Magnaten in Croatien/ und da herum/ mit leichter Mühe/ ausbenommen den Johannes Banfy/ und den Bischoff Simon von Zagram/ auf Königs Ferdinandi Seiten wendete: welche beyde/ aller Gefahr ungeachtet/ vom Könige Johannes/ ob schon derselbe ein verjagter Exulant war/ durchaus sich nicht abreissen lassen wolten.

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dem er von ihm zum Bann in Croatien erklärt worden: sondern bestritte manche            Ungarische Herren/ so es mit Ferdinando hielten: und hatte an sich den Johann Banfy/ wie            auch den Bischoff Simon von Zagram/ den Johann Tahy/ Priorn deß Rhodiser Ritter-Ordens /            den Peter Mercy/ Grafen von Poseg/ welcher/ zu der Zeit/ an Volk und Reuterey /            mächtig war/ imgleichen den Johann Ernst Hampo/ der/ zwischen de Drav und Muhr /            herrliche Schlösser und Städte beherrschte; und über das noch viel andre aus der            Ritterschafft mehr: also/ daß er dreytausend Reuter/ und zehentausend Fußknechte/ auf            den Beinen hatte/ nebst noch etlichen von den Geldern/ so ihm König Johannes geschickt            hatte/ geworbenen Squadronen zu Roß und Fuß.</p>
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[81/0089] dem er von ihm zum Bann in Croatien erklärt worden: sondern bestritte manche Ungarische Herren/ so es mit Ferdinando hielten: und hatte an sich den Johann Banfy/ wie auch den Bischoff Simon von Zagram/ den Johann Tahy/ Priorn deß Rhodiser Ritter-Ordens / den Peter Mercy/ Grafen von Poseg/ welcher/ zu der Zeit/ an Volk und Reuterey / mächtig war/ imgleichen den Johann Ernst Hampo/ der/ zwischen de Drav und Muhr / herrliche Schlösser und Städte beherrschte; und über das noch viel andre aus der Ritterschafft mehr: also/ daß er dreytausend Reuter/ und zehentausend Fußknechte/ auf den Beinen hatte/ nebst noch etlichen von den Geldern/ so ihm König Johannes geschickt hatte/ geworbenen Squadronen zu Roß und Fuß. Solche Völker ließ er nicht lange müssig in Quartieren ligen/ noch an den Bauren zu Rittern werden; wie sonst/ zu dieser Zeit/ von manchen Generalen und Obersten / geschicht/ die ihres Oberherren Ländern selbsten viel grössern Abbruch/ weder dem Feinde / thun: sondern nahm damit ansehnliche Verrichtungen für; eroberte viel Schlösser und Städte/ ja überwältigte fast alle Plätze/ langst der Drav; und ging endlich dem Grafen Battiani (oder/ wie man diesen Namen heutigs Tages/ wiewol irrig/ ausspricht/ Budeani) auf die Haut/ der mit einem nicht ungleichem Lager/ von Ungarn und Teutschen/ in Gesellschafft deß Johann Carlowitz/ wie auch der beyden Grafen Johann und Niclas Zrini / und dem von Turn/ welcher die Teutsche Auxiliar-Völker commandirte/ bey Warasdin stund / auch sonst noch andre wolversuchte Kriegs-Obersten um sich hatte. Mit diesen vermeinte der Frankepan ein Treffen zu thun: aber jener wolte sich dazu verstehen; noch/ mit einem so glücklichen Feld-Obersten/ einen Haupt-Streich wagen; sondern schlug eine Brucke über die Drav/ und retirirke sich/ mit seiner Armee. Hierauf legte sich Frankepan vor Warasdin/ und zwang die Stadt zur Ubergabe. Das Schloß hielt sich doch noch/ und that scharffe Gegenwehr: also/ daß er selber einen tödtlichen Musqueten-Schluß bekam/ und nachdem er zuvor/ mit einer herzhafften Rede/ die Generalität ernstlich ermahnt hatte/ daß sie dem Könige Johannes treu verbleiben solten / auch alle und jede/ die er etwan mögte beleidigt haben/ um Verzeihung gebeten/ gar großmütig und Christlich sein Leben beschloß. Durch dieses tapffren Manns Tod/ verlohr König Johannes eine treffliche Stütze seines allbereit gesunkenen Glücks; daher sein baufälliger Kriegs-Stand nunmehr gar zu Bodem fiel. Dann nachdem dieser Frankepan/ als das Haupt besagter Armee/ weggenommen war / fielen auch die übrige Glieder solches militarischen Körpers voneinander/ und alle Völker verlieffen sich. Worauf Graf Battiani alle die Magnaten in Croatien/ und da herum/ mit leichter Mühe/ ausbenommen den Johannes Banfy/ und den Bischoff Simon von Zagram/ auf Königs Ferdinandi Seiten wendete: welche beyde/ aller Gefahr ungeachtet/ vom Könige Johannes/ ob schon derselbe ein verjagter Exulant war/ durchaus sich nicht abreissen lassen wolten.

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Zitationshilfe: Francisci, Erasmus: Schau- und Ehren-Platz Schriftlicher Tapfferkeit. Nürnberg, 1684, S. 81. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/franciscus_schauplatz_1684/89>, abgerufen am 22.02.2024.