Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Goethe, Johann Wolfgang von: Reinecke Fuchs. In zwölf Gesängen. Berlin, 1794 (= Goethe's Neue Schriften, Bd. 2).

Bild:
<< vorherige Seite

Viele wollten mir übel, ich kam in große Be-
   drängniß;

Aber mancherley Dinge begegnen unter der
   Sonne.

Wider alles Vermuthen erfährt man dieses
   und jenes,

Und wer was zu haben vermeynt, vermißt es
   auf einmal.

Also laßt mich nur gehn, ich habe dort man-
   ches zu schaffen.

Bleibet ruhig, das bitt' ich euch sehr, ihr ha-
   bet nicht nöthig

Euch zu ängstigen. Wartet es ab! Ihr sehet,
   mein Liebchen,

Ist es mir immer nur möglich, in fünf, sechs
   Tagen mich wieder.

Und so schied er von dannen, begleitet von
   Grimbart dem Dachse.



Viele wollten mir uͤbel, ich kam in große Be-
   draͤngniß;

Aber mancherley Dinge begegnen unter der
   Sonne.

Wider alles Vermuthen erfaͤhrt man dieses
   und jenes,

Und wer was zu haben vermeynt, vermißt es
   auf einmal.

Also laßt mich nur gehn, ich habe dort man-
   ches zu schaffen.

Bleibet ruhig, das bitt' ich euch sehr, ihr ha-
   bet nicht noͤthig

Euch zu aͤngstigen. Wartet es ab! Ihr sehet,
   mein Liebchen,

Ist es mir immer nur moͤglich, in fuͤnf, sechs
   Tagen mich wieder.

Und so schied er von dannen, begleitet von
   Grimbart dem Dachse.



<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div type="poem">
          <lg type="poem">
            <lg n="16">
              <pb facs="#f0274" n="266"/>
              <l>Viele wollten mir u&#x0364;bel, ich kam in große Be-<lb/><space dim="horizontal"/>dra&#x0364;ngniß;</l><lb/>
              <l>Aber mancherley Dinge begegnen unter der<lb/><space dim="horizontal"/>Sonne.</l><lb/>
              <l>Wider alles Vermuthen erfa&#x0364;hrt man dieses<lb/><space dim="horizontal"/>und jenes,</l><lb/>
              <l>Und wer was zu haben vermeynt, vermißt es<lb/><space dim="horizontal"/>auf einmal.</l><lb/>
              <l>Also laßt mich nur gehn, ich habe dort man-<lb/><space dim="horizontal"/>ches zu schaffen.</l><lb/>
              <l>Bleibet ruhig, das bitt' ich euch sehr, ihr ha-<lb/><space dim="horizontal"/>bet nicht no&#x0364;thig</l><lb/>
              <l>Euch zu a&#x0364;ngstigen. Wartet es ab! Ihr sehet,<lb/><space dim="horizontal"/>mein Liebchen,</l><lb/>
              <l>Ist es mir immer nur mo&#x0364;glich, in fu&#x0364;nf, sechs<lb/><space dim="horizontal"/>Tagen mich wieder.</l><lb/>
              <l>Und so schied er von dannen, begleitet von<lb/><space dim="horizontal"/>Grimbart dem Dachse.</l><lb/>
              <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
            </lg>
          </lg>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[266/0274] Viele wollten mir uͤbel, ich kam in große Be- draͤngniß; Aber mancherley Dinge begegnen unter der Sonne. Wider alles Vermuthen erfaͤhrt man dieses und jenes, Und wer was zu haben vermeynt, vermißt es auf einmal. Also laßt mich nur gehn, ich habe dort man- ches zu schaffen. Bleibet ruhig, das bitt' ich euch sehr, ihr ha- bet nicht noͤthig Euch zu aͤngstigen. Wartet es ab! Ihr sehet, mein Liebchen, Ist es mir immer nur moͤglich, in fuͤnf, sechs Tagen mich wieder. Und so schied er von dannen, begleitet von Grimbart dem Dachse.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Friedrich von Fuchs, Reineke-Fuchs-Sammlung: Bereitstellung der Texttranskription. (2016-09-02T14:50:32Z)
Christian Thomas: Bearbeitung der digitalen Edition. (2016-09-02T14:50:32Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: gekennzeichnet; Druckfehler: dokumentiert; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: gekennzeichnet; Kustoden: gekennzeichnet; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine; rundes r (&#xa75b;): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: wie Vorlage; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_reineke_1794
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_reineke_1794/274
Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Reinecke Fuchs. In zwölf Gesängen. Berlin, 1794 (= Goethe's Neue Schriften, Bd. 2), S. 266. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_reineke_1794/274>, abgerufen am 12.05.2021.