Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hufeland, Christoph Wilhelm: Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern. Jena, 1797.

Bild:
<< vorherige Seite

XIX.

Kultur
der geistigen und körperlichen Kräfte.



Nur durch Kultur wird der Mensch
vollkommen. Sowohl die geistige als
physische Natur desselben muss einen
gewissen Grad von Entwicklung, Verfei-
nerung und Veredlung erhalten, wenn
er die Vorzüge der Menschennatur ge-
niessen soll. Ein roher unkultivirter
Mensch ist noch gar kein Mensch, er ist
nur ein Menschenthier, welches zwar
die Anlage hat, Mensch zu werden, aber,
so lange diese Anlage durch Kultur nicht
entwickelt ist, weder im Physischen
noch Moralischen sich über die Klasse der
ihm gleich stehenden Thiere erhebt.

X x 2

XIX.

Kultur
der geiſtigen und körperlichen Kräfte.



Nur durch Kultur wird der Menſch
vollkommen. Sowohl die geiſtige als
phyſiſche Natur deſſelben muſs einen
gewiſſen Grad von Entwicklung, Verfei-
nerung und Veredlung erhalten, wenn
er die Vorzüge der Menſchennatur ge-
nieſſen ſoll. Ein roher unkultivirter
Menſch iſt noch gar kein Menſch, er iſt
nur ein Menſchenthier, welches zwar
die Anlage hat, Menſch zu werden, aber,
ſo lange dieſe Anlage durch Kultur nicht
entwickelt iſt, weder im Phyſiſchen
noch Moraliſchen ſich über die Klaſſe der
ihm gleich ſtehenden Thiere erhebt.

X x 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0719" n="691"/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
          <div n="3">
            <head>XIX.</head><lb/>
            <argument>
              <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#g">Kultur</hi><lb/>
der gei&#x017F;tigen und körperlichen Kräfte.</hi> </p>
            </argument><lb/>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
            <p><hi rendition="#in">N</hi>ur durch Kultur wird der Men&#x017F;ch<lb/>
vollkommen. Sowohl die gei&#x017F;tige als<lb/>
phy&#x017F;i&#x017F;che Natur de&#x017F;&#x017F;elben mu&#x017F;s einen<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;en Grad von Entwicklung, Verfei-<lb/>
nerung und Veredlung erhalten, wenn<lb/>
er die Vorzüge der Men&#x017F;chennatur ge-<lb/>
nie&#x017F;&#x017F;en &#x017F;oll. Ein roher unkultivirter<lb/>
Men&#x017F;ch i&#x017F;t noch gar kein Men&#x017F;ch, er i&#x017F;t<lb/>
nur ein Men&#x017F;chenthier, welches zwar<lb/>
die Anlage hat, Men&#x017F;ch zu werden, aber,<lb/>
&#x017F;o lange die&#x017F;e Anlage durch Kultur nicht<lb/>
entwickelt i&#x017F;t, weder im Phy&#x017F;i&#x017F;chen<lb/>
noch Morali&#x017F;chen &#x017F;ich über die Kla&#x017F;&#x017F;e der<lb/>
ihm gleich &#x017F;tehenden Thiere erhebt.<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">X x 2</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[691/0719] XIX. Kultur der geiſtigen und körperlichen Kräfte. Nur durch Kultur wird der Menſch vollkommen. Sowohl die geiſtige als phyſiſche Natur deſſelben muſs einen gewiſſen Grad von Entwicklung, Verfei- nerung und Veredlung erhalten, wenn er die Vorzüge der Menſchennatur ge- nieſſen ſoll. Ein roher unkultivirter Menſch iſt noch gar kein Menſch, er iſt nur ein Menſchenthier, welches zwar die Anlage hat, Menſch zu werden, aber, ſo lange dieſe Anlage durch Kultur nicht entwickelt iſt, weder im Phyſiſchen noch Moraliſchen ſich über die Klaſſe der ihm gleich ſtehenden Thiere erhebt. X x 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hufeland_leben_1797
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hufeland_leben_1797/719
Zitationshilfe: Hufeland, Christoph Wilhelm: Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern. Jena, 1797, S. 691. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hufeland_leben_1797/719>, abgerufen am 22.05.2022.