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Jacobi, Friedrich Heinrich: Eduard Allwills Briefsammlung. Mit einer Zugabe von eigenen Briefen. Königsberg, 1792.

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Demselben.

Heute sind es gerade drey Wochen, lieber
Wallberg, daß ich einen langen Brief an Dich
abgeschickt habe. Gleich am folgenden Tage
wurde der Brief an Luzie fertig, wovon Du
weißt, daß ich ihn schreiben wollte: über
meine Geschichte mit Nannchen. Eine
lange Epistel! Auf diese habe ich schon Ant-
wort; von Dir habe ich keine Antwort. Lu-
zie gedenkt Deiner auch mit keiner Sylbe. Ich
vermuthe daher, daß sie Dir meinen Brief
nicht gezeigt hat.

Also, ich erzählte ihr umständlich und
ausführlich, wie das heillose Verhältniß mit
Nannchen war; wie es, Gottlob! aus ein-
ander gieng, und ich nun zu den Hoch-
scheid
gar nicht mehr ins Haus komme.

Ueber dem Erzählen gerieth ich in Feuer.

X.
Demſelben.

Heute ſind es gerade drey Wochen, lieber
Wallberg, daß ich einen langen Brief an Dich
abgeſchickt habe. Gleich am folgenden Tage
wurde der Brief an Luzie fertig, wovon Du
weißt, daß ich ihn ſchreiben wollte: uͤber
meine Geſchichte mit Nannchen. Eine
lange Epiſtel! Auf dieſe habe ich ſchon Ant-
wort; von Dir habe ich keine Antwort. Lu-
zie gedenkt Deiner auch mit keiner Sylbe. Ich
vermuthe daher, daß ſie Dir meinen Brief
nicht gezeigt hat.

Alſo, ich erzaͤhlte ihr umſtaͤndlich und
ausfuͤhrlich, wie das heilloſe Verhaͤltniß mit
Nannchen war; wie es, Gottlob! aus ein-
ander gieng, und ich nun zu den Hoch-
ſcheid
gar nicht mehr ins Haus komme.

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[88/0126] X. Demſelben. Heute ſind es gerade drey Wochen, lieber Wallberg, daß ich einen langen Brief an Dich abgeſchickt habe. Gleich am folgenden Tage wurde der Brief an Luzie fertig, wovon Du weißt, daß ich ihn ſchreiben wollte: uͤber meine Geſchichte mit Nannchen. Eine lange Epiſtel! Auf dieſe habe ich ſchon Ant- wort; von Dir habe ich keine Antwort. Lu- zie gedenkt Deiner auch mit keiner Sylbe. Ich vermuthe daher, daß ſie Dir meinen Brief nicht gezeigt hat. Alſo, ich erzaͤhlte ihr umſtaͤndlich und ausfuͤhrlich, wie das heilloſe Verhaͤltniß mit Nannchen war; wie es, Gottlob! aus ein- ander gieng, und ich nun zu den Hoch- ſcheid gar nicht mehr ins Haus komme. Ueber dem Erzaͤhlen gerieth ich in Feuer.

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Zitationshilfe: Jacobi, Friedrich Heinrich: Eduard Allwills Briefsammlung. Mit einer Zugabe von eigenen Briefen. Königsberg, 1792, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/jacobi_allwill_1792/126>, abgerufen am 02.03.2021.