Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856.

Bild:
<< vorherige Seite

sein: 4. b 2--b 4 L c 5--b 4: 5. c 2--c 3 L b 4--a 5; 6.
d 2--d 4 e 5--d 4: 7. Rochirt, d 7--d 6; 8. c 3--d 4:. Nun
wird der Rückzug des Läufers 8. L a 5--b 6 erforderlich, da
sonst der Angriff D d 1--a 4 nebst d 4--d 5 Nachtheil brächte.
Sodann kann Weiss mit 9. L c 1--b 2 fortfahren, oder auch
zunächst durch 9. h 2--h 3 sein Spiel vollkommen sicher
stellen. Schwarz kann zwar nach Entwickelung des König-
springers die Rochade nach der Damenseite einleiten und
später seinerseits einen Rochadeangriff auf den weissen Kö-
nigsflügel unternehmen, allein nicht selten wird in der Praxis
die weisse Partei, welcher für jede Art von Figuren freie
Ausgangslinien zu Gebote stehen, den Sieg erringen. Be-
sonders wichtig ist in dieser Beziehung die Stellung der Dame
auf b 3 und des Laufers auf a 3; zugleich können diese Fi-
guren auch eben so schnell nach der andern Seite entwickelt
werden, und diese doppelte Möglichkeit trägt nicht selten
wegen der grossen Spannung für den Vertheidigenden zur
Entscheidung wesentlich bei. Man wird daher im praktischen
Spiel öfters mit Erfolg von diesem Angriff Gebrauch machen
können.


Neunundzwanzigstes Kapitel.
Unregelmässige Varianten des Mittelgambits.

§. 260. Zu den unregelmässigen Varianten des Mittel-
gambits gehören zunächst nach §. 239 die incorrecten Be-
dingungsvarianten desselben, also einmal die Charaktervari-
ante 1. e 2--e 4 e 7--e 5; 2. d 2--d 4, und sodann die
Variante des Grundmomentes 1. e 2--e 4 e 7--e 5; 2. L f 1--
c 4, in welcher nun der Gambitzug d 2--d 4 noch nachfolgt.

§. 261. In der Variante 1. e 2--e 4 e 7--e 5; 2. d 2--
d 4 e 5--d 4: kann zunächst 3. L f 1--c 4 erfolgen, worauf
freilich dem Nachziehenden ein mehr oder weniger wirksa-
mes Lauferschach 3. L f 8--b 4 + zu Gebote steht. Für die
sicherste Vertheidigung halten wir indess 3. S g 8--f 6, ob-
gleich auch hier die Fortsetzung 4. D d 1--d 4: S b 8--c 6;
5. D d 4--d 1 L f 8--c 5; 6. S g 1 f 3, Rochirt; 7. Rochirt,

sein: 4. b 2—b 4 L c 5—b 4: 5. c 2—c 3 L b 4—a 5; 6.
d 2—d 4 e 5—d 4: 7. Rochirt, d 7—d 6; 8. c 3—d 4:. Nun
wird der Rückzug des Läufers 8. L a 5—b 6 erforderlich, da
sonst der Angriff D d 1—a 4 nebst d 4—d 5 Nachtheil brächte.
Sodann kann Weiss mit 9. L c 1—b 2 fortfahren, oder auch
zunächst durch 9. h 2—h 3 sein Spiel vollkommen sicher
stellen. Schwarz kann zwar nach Entwickelung des König-
springers die Rochade nach der Damenseite einleiten und
später seinerseits einen Rochadeangriff auf den weissen Kö-
nigsflügel unternehmen, allein nicht selten wird in der Praxis
die weisse Partei, welcher für jede Art von Figuren freie
Ausgangslinien zu Gebote stehen, den Sieg erringen. Be-
sonders wichtig ist in dieser Beziehung die Stellung der Dame
auf b 3 und des Laufers auf a 3; zugleich können diese Fi-
guren auch eben so schnell nach der andern Seite entwickelt
werden, und diese doppelte Möglichkeit trägt nicht selten
wegen der grossen Spannung für den Vertheidigenden zur
Entscheidung wesentlich bei. Man wird daher im praktischen
Spiel öfters mit Erfolg von diesem Angriff Gebrauch machen
können.


Neunundzwanzigstes Kapitel.
Unregelmässige Varianten des Mittelgambits.

§. 260. Zu den unregelmässigen Varianten des Mittel-
gambits gehören zunächst nach §. 239 die incorrecten Be-
dingungsvarianten desselben, also einmal die Charaktervari-
ante 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. d 2—d 4, und sodann die
Variante des Grundmomentes 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. L f 1—
c 4, in welcher nun der Gambitzug d 2—d 4 noch nachfolgt.

§. 261. In der Variante 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. d 2—
d 4 e 5—d 4: kann zunächst 3. L f 1—c 4 erfolgen, worauf
freilich dem Nachziehenden ein mehr oder weniger wirksa-
mes Lauferschach 3. L f 8—b 4 † zu Gebote steht. Für die
sicherste Vertheidigung halten wir indess 3. S g 8—f 6, ob-
gleich auch hier die Fortsetzung 4. D d 1—d 4: S b 8—c 6;
5. D d 4—d 1 L f 8—c 5; 6. S g 1 f 3, Rochirt; 7. Rochirt,

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <div n="6">
                  <div n="7">
                    <div n="8">
                      <p><pb facs="#f0167" n="155"/>
sein: 4. <hi rendition="#i">b</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">b</hi> 4 L <hi rendition="#i">c</hi> 5&#x2014;<hi rendition="#i">b</hi> 4: 5. <hi rendition="#i">c</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">c</hi> 3 L <hi rendition="#i">b</hi> 4&#x2014;<hi rendition="#i">a</hi> 5; 6.<lb/><hi rendition="#i">d</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4 <hi rendition="#i">e</hi> 5&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4: 7. Rochirt, <hi rendition="#i">d</hi> 7&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 6; 8. <hi rendition="#i">c</hi> 3&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4:. Nun<lb/>
wird der Rückzug des Läufers 8. L <hi rendition="#i">a</hi> 5&#x2014;<hi rendition="#i">b</hi> 6 erforderlich, da<lb/>
sonst der Angriff D <hi rendition="#i">d</hi> 1&#x2014;<hi rendition="#i">a</hi> 4 nebst <hi rendition="#i">d</hi> 4&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 5 Nachtheil brächte.<lb/>
Sodann kann Weiss mit 9. L <hi rendition="#i">c</hi> 1&#x2014;<hi rendition="#i">b</hi> 2 fortfahren, oder auch<lb/>
zunächst durch 9. <hi rendition="#i">h</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">h</hi> 3 sein Spiel vollkommen sicher<lb/>
stellen. Schwarz kann zwar nach Entwickelung des König-<lb/>
springers die Rochade nach der Damenseite einleiten und<lb/>
später seinerseits einen Rochadeangriff auf den weissen Kö-<lb/>
nigsflügel unternehmen, allein nicht selten wird in der Praxis<lb/>
die weisse Partei, welcher für jede Art von Figuren freie<lb/>
Ausgangslinien zu Gebote stehen, den Sieg erringen. Be-<lb/>
sonders wichtig ist in dieser Beziehung die Stellung der Dame<lb/>
auf <hi rendition="#i">b</hi> 3 und des Laufers auf <hi rendition="#i">a</hi> 3; zugleich können diese Fi-<lb/>
guren auch eben so schnell nach der andern Seite entwickelt<lb/>
werden, und diese doppelte Möglichkeit trägt nicht selten<lb/>
wegen der grossen Spannung für den Vertheidigenden zur<lb/>
Entscheidung wesentlich bei. Man wird daher im praktischen<lb/>
Spiel öfters mit Erfolg von diesem Angriff Gebrauch machen<lb/>
können.</p>
                    </div><lb/>
                    <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
                    <div n="8">
                      <head><hi rendition="#b">Neunundzwanzigstes Kapitel.</hi><lb/>
Unregelmässige Varianten des Mittelgambits.</head><lb/>
                      <p>§. 260. Zu den unregelmässigen Varianten des Mittel-<lb/>
gambits gehören zunächst nach §. 239 die incorrecten Be-<lb/>
dingungsvarianten desselben, also einmal die Charaktervari-<lb/>
ante 1. <hi rendition="#i">e</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 4 <hi rendition="#i">e</hi> 7&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 5; 2. <hi rendition="#i">d</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4, und sodann die<lb/>
Variante des Grundmomentes 1. <hi rendition="#i">e</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 4 <hi rendition="#i">e</hi> 7&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 5; 2. L <hi rendition="#i">f</hi> 1&#x2014;<lb/><hi rendition="#i">c</hi> 4, in welcher nun der Gambitzug <hi rendition="#i">d</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4 noch nachfolgt.</p><lb/>
                      <p>§. 261. In der Variante 1. <hi rendition="#i">e</hi> 2&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 4 <hi rendition="#i">e</hi> 7&#x2014;<hi rendition="#i">e</hi> 5; 2. <hi rendition="#i">d</hi> 2&#x2014;<lb/><hi rendition="#i">d</hi> 4 <hi rendition="#i">e</hi> 5&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4: kann zunächst 3. L <hi rendition="#i">f</hi> 1&#x2014;<hi rendition="#i">c</hi> 4 erfolgen, worauf<lb/>
freilich dem Nachziehenden ein mehr oder weniger wirksa-<lb/>
mes Lauferschach 3. L f 8&#x2014;<hi rendition="#i">b</hi> 4 &#x2020; zu Gebote steht. Für die<lb/>
sicherste Vertheidigung halten wir indess 3. S <hi rendition="#i">g</hi> 8&#x2014;<hi rendition="#i">f</hi> 6, ob-<lb/>
gleich auch hier die Fortsetzung 4. D <hi rendition="#i">d</hi> 1&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 4: S b 8&#x2014;c 6;<lb/>
5. D <hi rendition="#i">d</hi> 4&#x2014;<hi rendition="#i">d</hi> 1 L <hi rendition="#i">f</hi> 8&#x2014;<hi rendition="#i">c</hi> 5; 6. S <hi rendition="#i">g</hi> 1 <hi rendition="#i">f</hi> 3, Rochirt; 7. Rochirt,<lb/></p>
                    </div>
                  </div>
                </div>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[155/0167] sein: 4. b 2—b 4 L c 5—b 4: 5. c 2—c 3 L b 4—a 5; 6. d 2—d 4 e 5—d 4: 7. Rochirt, d 7—d 6; 8. c 3—d 4:. Nun wird der Rückzug des Läufers 8. L a 5—b 6 erforderlich, da sonst der Angriff D d 1—a 4 nebst d 4—d 5 Nachtheil brächte. Sodann kann Weiss mit 9. L c 1—b 2 fortfahren, oder auch zunächst durch 9. h 2—h 3 sein Spiel vollkommen sicher stellen. Schwarz kann zwar nach Entwickelung des König- springers die Rochade nach der Damenseite einleiten und später seinerseits einen Rochadeangriff auf den weissen Kö- nigsflügel unternehmen, allein nicht selten wird in der Praxis die weisse Partei, welcher für jede Art von Figuren freie Ausgangslinien zu Gebote stehen, den Sieg erringen. Be- sonders wichtig ist in dieser Beziehung die Stellung der Dame auf b 3 und des Laufers auf a 3; zugleich können diese Fi- guren auch eben so schnell nach der andern Seite entwickelt werden, und diese doppelte Möglichkeit trägt nicht selten wegen der grossen Spannung für den Vertheidigenden zur Entscheidung wesentlich bei. Man wird daher im praktischen Spiel öfters mit Erfolg von diesem Angriff Gebrauch machen können. Neunundzwanzigstes Kapitel. Unregelmässige Varianten des Mittelgambits. §. 260. Zu den unregelmässigen Varianten des Mittel- gambits gehören zunächst nach §. 239 die incorrecten Be- dingungsvarianten desselben, also einmal die Charaktervari- ante 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. d 2—d 4, und sodann die Variante des Grundmomentes 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. L f 1— c 4, in welcher nun der Gambitzug d 2—d 4 noch nachfolgt. §. 261. In der Variante 1. e 2—e 4 e 7—e 5; 2. d 2— d 4 e 5—d 4: kann zunächst 3. L f 1—c 4 erfolgen, worauf freilich dem Nachziehenden ein mehr oder weniger wirksa- mes Lauferschach 3. L f 8—b 4 † zu Gebote steht. Für die sicherste Vertheidigung halten wir indess 3. S g 8—f 6, ob- gleich auch hier die Fortsetzung 4. D d 1—d 4: S b 8—c 6; 5. D d 4—d 1 L f 8—c 5; 6. S g 1 f 3, Rochirt; 7. Rochirt,

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856/167
Zitationshilfe: Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856, S. 155. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856/167>, abgerufen am 29.02.2024.