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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

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Erzb. J. v. Wallenrade. zur Zeit der Reg. Conrads v. Vietinghof.
keiten. Er erlegte 7000 derselben, davon viele in der Modda c) ersaufen mu-1408
sten. Des Hochmeisters wiederholte Befehle, Preussen gegen die Litthauer
schützen zu helfen, hielten ihn ab, etwas weiters zu unternehmen, welchen er auch
gehorsamte.

Die Samogiten nemlich sassen niemals stille, und liessen sich, so oft sie1410
auch bezwungen waren, nicht zinsbar machen. Sie jagten jetzo die Marianer
oder preußischen Ordensritter aus dem Lande, welcher Streich ihnen um so viel
besser glückte, weil sie von Vitold sowol als dem Jagello unterstützet wurden.
Der neue Hochmeister Ulrich von Jungingen, ein leiblicher Bruder seines
Vorgängers Conrads von Jungingen, war zu hitzig, und wolte gegen alle gut-
gemeinte Warnungen nicht einen Schrit nachgeben. Jagello stand mit 40000
Tartern, 21000 Böhmen, und 60000 Pohlen fertig. Hierzu brachte Vitold
42000 Man auf die Beine; gegen welches zahlreiche Heer von 163000 Man der
Hochmeister Ulrich mit 82000 anrückte. Es kam also zwischen beiden Theilen
zu der für den Orden höchst unglücklichen Schlacht bey Tanneberg d), in welcher
bey 40000 Deutsche blieben, weil bey einiger Ermüdung der Litthauer und
Samogiten, immer frische Pohlen anrückten, und die Deutschen dünne
machten. Nachdem die Liefländer dazu kamen, und auf der andern Seite die
Ungern einzufallen droheten; so zogen die Pohlen vor Marienburg ab, und
trafen einen Frieden, kraft dessen Samogitien wieder an Litthauen verfiel.1411
Jagello lieferte zwar die eroberten Plätze dem Orden wieder aus, erhielt aber zur
Ersetzung der Kriegskosten 100000 Schock alte böhmische Groschen.

Der Ordensmeister zog hierauf die Heerstrasse zurück, und verschrieb zu der
Liwa, das ist zu Liebau 3 Kindern eines gewissen Lorentz Grote ein Stück
Landes nach Lehngüterrechte nebst einem Heuschlage bey dem Bärenbusche.
Nach 3 Jahren gieng Conrad mit Tode ab.



Der
c) Horner nent den Flus Moda, Russov und Henninger, Modde, Schütz und
Kelch, Moddo. Schütz Hist. Pruss. B. III, und Venator B. I, k. 2 setzen
diesen Sieg ins Jahr 1404. Nach Michov. B. IV, k. 42 fält des Hochmeisters
Feldzug nach Litthauen ins Jahr 1403, der sich auch geschwind endigte. Wir sind
dismal dem Aufsatz des Hiärne gefolget.
d) Den Ort dieser unersetzlichen Niederlage nennet Guagnini, oder eigentlich Strui-
kowsky, Tannebrig;
die Preussen, Tanneberg. Der Hochmeister, Ulrich
von Jungingen kam dem Fortsetzer des Duisburgers zu Folge selbst um, da hinge-
gen Kojalowitz Th. II, B. 2, S. 87 unrichtig Conrad daraus macht. Dlugoß und
Kojalowitz schreiben von 40000 Erschlagenen. Fulstin wil nur von 20000 wissen.
Henneberger meinet, daß die Pohlen Böhmen bey sich gehabt, Michovius hin-
gegen giebt B. 4, k. 44 die Böhmen den Ordensherren zu Hülfe, nennet aber auch
den erschlagenen Hochmeister unrichtig Conrad, welchem doch Joachim Pastorius
in Flora Polonic. B. III, k. I, S. 137 der neuesten Ausgabe, darin folget, und gar
Tungingen schreibet. Der litthauische Grosfürst Vitold setzte nachgehends in Sa-
mogitien
selbst Bischöfe und Priester ein, beschickte auch durch seine Gesandten die
Kirchenversamlung zu Costnitz. Und endlich wurden diese Samogeten etwas zah-
mer, die Cranz Vandal. B. VIII, k. 3, Massageten heisset. Jn dem Theil des er-
leuterten Preussens S. 391, wird uns eine eigene und umständliche Beschreibung der
grossen tannebergischen Schlacht ertheilet, nach welcher der deutsche Orden sich nie
wieder erholen können.
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Erzb. J. v. Wallenrade. zur Zeit der Reg. Conrads v. Vietinghof.
keiten. Er erlegte 7000 derſelben, davon viele in der Modda c) erſaufen mu-1408
ſten. Des Hochmeiſters wiederholte Befehle, Preuſſen gegen die Litthauer
ſchuͤtzen zu helfen, hielten ihn ab, etwas weiters zu unternehmen, welchen er auch
gehorſamte.

Die Samogiten nemlich ſaſſen niemals ſtille, und lieſſen ſich, ſo oft ſie1410
auch bezwungen waren, nicht zinsbar machen. Sie jagten jetzo die Marianer
oder preußiſchen Ordensritter aus dem Lande, welcher Streich ihnen um ſo viel
beſſer gluͤckte, weil ſie von Vitold ſowol als dem Jagello unterſtuͤtzet wurden.
Der neue Hochmeiſter Ulrich von Jungingen, ein leiblicher Bruder ſeines
Vorgaͤngers Conrads von Jungingen, war zu hitzig, und wolte gegen alle gut-
gemeinte Warnungen nicht einen Schrit nachgeben. Jagello ſtand mit 40000
Tartern, 21000 Boͤhmen, und 60000 Pohlen fertig. Hierzu brachte Vitold
42000 Man auf die Beine; gegen welches zahlreiche Heer von 163000 Man der
Hochmeiſter Ulrich mit 82000 anruͤckte. Es kam alſo zwiſchen beiden Theilen
zu der fuͤr den Orden hoͤchſt ungluͤcklichen Schlacht bey Tanneberg d), in welcher
bey 40000 Deutſche blieben, weil bey einiger Ermuͤdung der Litthauer und
Samogiten, immer friſche Pohlen anruͤckten, und die Deutſchen duͤnne
machten. Nachdem die Lieflaͤnder dazu kamen, und auf der andern Seite die
Ungern einzufallen droheten; ſo zogen die Pohlen vor Marienburg ab, und
trafen einen Frieden, kraft deſſen Samogitien wieder an Litthauen verfiel.1411
Jagello lieferte zwar die eroberten Plaͤtze dem Orden wieder aus, erhielt aber zur
Erſetzung der Kriegskoſten 100000 Schock alte boͤhmiſche Groſchen.

Der Ordensmeiſter zog hierauf die Heerſtraſſe zuruͤck, und verſchrieb zu der
Liwa, das iſt zu Liebau 3 Kindern eines gewiſſen Lorentz Grote ein Stuͤck
Landes nach Lehnguͤterrechte nebſt einem Heuſchlage bey dem Baͤrenbuſche.
Nach 3 Jahren gieng Conrad mit Tode ab.



Der
c) Horner nent den Flus Moda, Ruſſov und Henninger, Modde, Schuͤtz und
Kelch, Moddo. Schuͤtz Hiſt. Pruſſ. B. III, und Venator B. I, k. 2 ſetzen
dieſen Sieg ins Jahr 1404. Nach Michov. B. IV, k. 42 faͤlt des Hochmeiſters
Feldzug nach Litthauen ins Jahr 1403, der ſich auch geſchwind endigte. Wir ſind
dismal dem Aufſatz des Hiaͤrne gefolget.
d) Den Ort dieſer unerſetzlichen Niederlage nennet Guagnini, oder eigentlich Strui-
kowsky, Tannebrig;
die Preuſſen, Tanneberg. Der Hochmeiſter, Ulrich
von Jungingen kam dem Fortſetzer des Duisburgers zu Folge ſelbſt um, da hinge-
gen Kojalowitz Th. II, B. 2, S. 87 unrichtig Conrad daraus macht. Dlugoß und
Kojalowitz ſchreiben von 40000 Erſchlagenen. Fulſtin wil nur von 20000 wiſſen.
Henneberger meinet, daß die Pohlen Boͤhmen bey ſich gehabt, Michovius hin-
gegen giebt B. 4, k. 44 die Boͤhmen den Ordensherren zu Huͤlfe, nennet aber auch
den erſchlagenen Hochmeiſter unrichtig Conrad, welchem doch Joachim Paſtorius
in Flora Polonic. B. III, k. I, S. 137 der neueſten Ausgabe, darin folget, und gar
Tungingen ſchreibet. Der litthauiſche Grosfuͤrſt Vitold ſetzte nachgehends in Sa-
mogitien
ſelbſt Biſchoͤfe und Prieſter ein, beſchickte auch durch ſeine Geſandten die
Kirchenverſamlung zu Coſtnitz. Und endlich wurden dieſe Samogeten etwas zah-
mer, die Cranz Vandal. B. VIII, k. 3, Maſſageten heiſſet. Jn dem Theil des er-
leuterten Preuſſens S. 391, wird uns eine eigene und umſtaͤndliche Beſchreibung der
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[121/0139] Erzb. J. v. Wallenrade. zur Zeit der Reg. Conrads v. Vietinghof. keiten. Er erlegte 7000 derſelben, davon viele in der Modda c) erſaufen mu- ſten. Des Hochmeiſters wiederholte Befehle, Preuſſen gegen die Litthauer ſchuͤtzen zu helfen, hielten ihn ab, etwas weiters zu unternehmen, welchen er auch gehorſamte. 1408 Die Samogiten nemlich ſaſſen niemals ſtille, und lieſſen ſich, ſo oft ſie auch bezwungen waren, nicht zinsbar machen. Sie jagten jetzo die Marianer oder preußiſchen Ordensritter aus dem Lande, welcher Streich ihnen um ſo viel beſſer gluͤckte, weil ſie von Vitold ſowol als dem Jagello unterſtuͤtzet wurden. Der neue Hochmeiſter Ulrich von Jungingen, ein leiblicher Bruder ſeines Vorgaͤngers Conrads von Jungingen, war zu hitzig, und wolte gegen alle gut- gemeinte Warnungen nicht einen Schrit nachgeben. Jagello ſtand mit 40000 Tartern, 21000 Boͤhmen, und 60000 Pohlen fertig. Hierzu brachte Vitold 42000 Man auf die Beine; gegen welches zahlreiche Heer von 163000 Man der Hochmeiſter Ulrich mit 82000 anruͤckte. Es kam alſo zwiſchen beiden Theilen zu der fuͤr den Orden hoͤchſt ungluͤcklichen Schlacht bey Tanneberg d), in welcher bey 40000 Deutſche blieben, weil bey einiger Ermuͤdung der Litthauer und Samogiten, immer friſche Pohlen anruͤckten, und die Deutſchen duͤnne machten. Nachdem die Lieflaͤnder dazu kamen, und auf der andern Seite die Ungern einzufallen droheten; ſo zogen die Pohlen vor Marienburg ab, und trafen einen Frieden, kraft deſſen Samogitien wieder an Litthauen verfiel. Jagello lieferte zwar die eroberten Plaͤtze dem Orden wieder aus, erhielt aber zur Erſetzung der Kriegskoſten 100000 Schock alte boͤhmiſche Groſchen. 1410 1411 Der Ordensmeiſter zog hierauf die Heerſtraſſe zuruͤck, und verſchrieb zu der Liwa, das iſt zu Liebau 3 Kindern eines gewiſſen Lorentz Grote ein Stuͤck Landes nach Lehnguͤterrechte nebſt einem Heuſchlage bey dem Baͤrenbuſche. Nach 3 Jahren gieng Conrad mit Tode ab. Der c) Horner nent den Flus Moda, Ruſſov und Henninger, Modde, Schuͤtz und Kelch, Moddo. Schuͤtz Hiſt. Pruſſ. B. III, und Venator B. I, k. 2 ſetzen dieſen Sieg ins Jahr 1404. Nach Michov. B. IV, k. 42 faͤlt des Hochmeiſters Feldzug nach Litthauen ins Jahr 1403, der ſich auch geſchwind endigte. Wir ſind dismal dem Aufſatz des Hiaͤrne gefolget. d) Den Ort dieſer unerſetzlichen Niederlage nennet Guagnini, oder eigentlich Strui- kowsky, Tannebrig; die Preuſſen, Tanneberg. Der Hochmeiſter, Ulrich von Jungingen kam dem Fortſetzer des Duisburgers zu Folge ſelbſt um, da hinge- gen Kojalowitz Th. II, B. 2, S. 87 unrichtig Conrad daraus macht. Dlugoß und Kojalowitz ſchreiben von 40000 Erſchlagenen. Fulſtin wil nur von 20000 wiſſen. Henneberger meinet, daß die Pohlen Boͤhmen bey ſich gehabt, Michovius hin- gegen giebt B. 4, k. 44 die Boͤhmen den Ordensherren zu Huͤlfe, nennet aber auch den erſchlagenen Hochmeiſter unrichtig Conrad, welchem doch Joachim Paſtorius in Flora Polonic. B. III, k. I, S. 137 der neueſten Ausgabe, darin folget, und gar Tungingen ſchreibet. Der litthauiſche Grosfuͤrſt Vitold ſetzte nachgehends in Sa- mogitien ſelbſt Biſchoͤfe und Prieſter ein, beſchickte auch durch ſeine Geſandten die Kirchenverſamlung zu Coſtnitz. Und endlich wurden dieſe Samogeten etwas zah- mer, die Cranz Vandal. B. VIII, k. 3, Maſſageten heiſſet. Jn dem Theil des er- leuterten Preuſſens S. 391, wird uns eine eigene und umſtaͤndliche Beſchreibung der groſſen tannebergiſchen Schlacht ertheilet, nach welcher der deutſche Orden ſich nie wieder erholen koͤnnen. H h

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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 121. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/139>, abgerufen am 01.03.2024.