Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.]

Bild:
<< vorherige Seite

Die mittlere Temperatur der 6 Monate im
Winter in 65° nördlicher Breite in America Melwil Insel ist
25° R., des ganzen Jahres 14° R.
Unter Pol wäre die mittlere Temperatur 20°
im ganzen Jahre. Die kälteste Gegend
ist zwischen Lena und Obi Fluss 85° der Breite
gewiß mittlere 22° R. So wäre die
mittlere größte Wärme gleich der mittleren
größten Kälte, jene unter dem Equator.
Diese beim Nordpol. -

[50. Vorlesung, 10. April 1828]

Geht man von
Süd gen Nord von 10 zu 60° so ist zwischen
40-45° nördlicher Breite die größte und schnellste Abnahme
der Wärme, dabei diesem Winkel ist auch die größt
mögliche Variation des Cosinus nach Tobias
Meier
. Dadurch sind sich verschiedene
Producte und Völker nahe gelegen.
In temperirter Zone ist ein Jahr von andern
um 2° R. verschieden in der mittleren Temperatur,
also um 1/5-1/4 der jährlichen mittleren Temperatur.
Daher wenigstens 10 Jahre also = 5000
Beobachtungen nöthig sind, um mittlere Temperatur
eines Ortes zu bestimmen. In Tropen

Die mittlere Temperatur der 6 Monate im
Winter in 65° nördlicher Breite in America Melwil Inſel iſt
− 25° R., des ganzen Jahres − 14° R.
Unter Pol wäre die mittlere Temperatur − 20°
im ganzen Jahre. Die kälteste Gegend
iſt zwiſchen Lena und Obi Fluss 85° der Breite
gewiß mittlere − 22° R. So wäre die
mittlere größte Wärme gleich der mittleren
größten Kälte, jene unter dem Equator.
Dieſe beim Nordpol. –

[50. Vorlesung, 10. April 1828]

Geht man von
Süd gen Nord von 10 zu 60° ſo iſt zwiſchen
40–45° nördlicher Breite die größte und ſchnellste Abnahme
der Wärme, dabei dieſem Winkel iſt auch die größt
mögliche Variation des Coſinus nach Tobias
Meier
. Dadurch ſind ſich verschiedene
Producte und Völker nahe gelegen.
In temperirter Zone iſt ein Jahr von andern
um 2° R. verſchieden in der mittleren Temperatur,
alſo um 1/5–¼ der jährlichen mittleren Temperatur.
Daher wenigſtens 10 Jahre alſo = 5000
Beobachtungen nöthig ſind, um mittlere Temperatur
eines Ortes zu beſtim̃en. In Tropen

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="session" n="49">
        <div n="1">
          <div n="2">
            <pb facs="#f0221" n="354"/>
            <p>Die <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittlere</expan></choice> <hi rendition="#aq"><choice><abbr>Tmprt.</abbr><expan resp="#SB">Temperatur</expan></choice></hi> der 6 Monate <choice><sic>in</sic><corr resp="#SB">im</corr></choice><lb/>
Winter in 65° <choice><abbr>n. B.</abbr><expan resp="#SB">nördlicher Breite</expan></choice> in <hi rendition="#aq">America</hi> <add place="superlinear"><metamark/><hi rendition="#aq">Melwil In&#x017F;el</hi></add>i&#x017F;t<lb/>
&#x2212; 25° R., <choice><abbr>ds</abbr><expan resp="#SB">des</expan></choice> <choice><abbr>gzen</abbr><expan resp="#SB">ganzen</expan></choice> <choice><abbr>Jhres</abbr><expan resp="#SB">Jahres</expan></choice> &#x2212; 14° R.<lb/>
Unter <hi rendition="#aq">Pol</hi> wäre die <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittlere</expan></choice> <hi rendition="#aq"><choice><abbr>Tmp</abbr><expan resp="#SB">Temperatur</expan></choice></hi> &#x2212; 20°<lb/>
im ganzen Jahre. Die kälteste Gegend<lb/>
i&#x017F;t zwi&#x017F;chen <hi rendition="#aq">Lena</hi> <choice><abbr>ud</abbr><expan resp="#SB">und</expan></choice> <hi rendition="#aq">Obi <choice><abbr>Fl.</abbr><expan resp="#SB">Fluss</expan></choice></hi> 85° <choice><abbr>d</abbr><expan resp="#SB">der</expan></choice> <choice><abbr>Brte</abbr><expan resp="#SB">Breite</expan></choice><lb/>
gewiß <unclear reason="illegible" resp="#SB"><choice><abbr>mite</abbr><expan>mittlere</expan></choice></unclear> &#x2212; 22° R. So wäre die<lb/><choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittlere</expan></choice> größte Wärme gleich der <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittleren</expan></choice><lb/>
größten Kälte, jene unter dem <hi rendition="#aq"><choice><abbr>Equat</abbr><expan resp="#SB">Equator</expan></choice></hi>.<lb/>
Die&#x017F;e beim <hi rendition="#aq">Nordpol. &#x2013; </hi></p>
          </div>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="session" n="50">
        <head>
          <supplied resp="#SB">50. Vorlesung, <ref target="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/gliederung"><date when="1828-04-10">10. April 1828</date></ref></supplied>
        </head><lb/>
        <div n="1">
          <div n="2">
            <p>Geht man von<lb/><hi rendition="#aq"><choice><orig>Sud</orig><reg resp="#SB">Süd</reg></choice></hi> gen <hi rendition="#aq">Nord</hi> von 10 zu <unclear reason="illegible" resp="#SB">60</unclear>° &#x017F;o i&#x017F;t zwi&#x017F;chen<lb/>
40&#x2013;45° <choice><abbr>n. B.</abbr><expan resp="#SB">nördlicher Breite</expan></choice> die größte <add place="superlinear"><metamark/><choice><abbr>ud</abbr><expan resp="#SB">und</expan></choice> &#x017F;chnellste </add>Abnahme<lb/><choice><abbr>dr</abbr><expan resp="#SB">der</expan></choice> Wärme, <subst><del rendition="#s">da</del><add place="superlinear">bei <choice><abbr>d&#x017F;em</abbr><expan resp="#SB">die&#x017F;em</expan></choice> Winkel</add></subst> i&#x017F;t auch die größt<lb/><choice><abbr>mögl:</abbr><expan resp="#SB">mögliche</expan></choice> <hi rendition="#aq">Variation</hi> des <hi rendition="#aq">Co&#x017F;inus</hi> nach <hi rendition="#aq"><persName resp="#SB" ref="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/person#gnd-118579576 http://d-nb.info/gnd/118579576">Tobias<lb/>
Meier</persName></hi>. Dadurch &#x017F;ind &#x017F;ich <choice><abbr>ver&#x017F;chdene</abbr><expan resp="#SB">verschiedene</expan></choice><lb/><hi rendition="#aq">Producte</hi> <choice><abbr>ud</abbr><expan resp="#SB">und</expan></choice> Völker nahe gelegen.<lb/>
In <hi rendition="#aq"><choice><abbr>tempr.</abbr><expan resp="#SB">temperirter</expan></choice> Zone</hi> i&#x017F;t ein Jahr von andern<lb/>
um 2° R. <choice><abbr>ver&#x017F;chd.</abbr><expan resp="#SB">ver&#x017F;chieden</expan></choice> in der <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittleren</expan></choice> <choice><abbr>Tmprt</abbr><expan resp="#SB">Temperatur</expan></choice>,<lb/>
al&#x017F;o um <hi rendition="#sup">1</hi>/<hi rendition="#sub">5</hi><add place="superlinear"><metamark/>&#x2013;¼ </add>der <choice><abbr>jähr</abbr><expan resp="#SB">jährlichen</expan></choice> <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittleren</expan></choice> <choice><abbr>Tmprt</abbr><expan resp="#SB">Temperatur</expan></choice>.<lb/>
Daher wenig&#x017F;tens 10 Jahre al&#x017F;o = 5000<lb/><choice><abbr>Beobachtg</abbr><expan resp="#SB">Beobachtungen</expan></choice> nöthig &#x017F;ind, um <choice><abbr>mittl</abbr><expan resp="#SB">mittlere</expan></choice> <hi rendition="#aq"><choice><abbr>Tmp</abbr><expan resp="#SB">Temperatur</expan></choice></hi><lb/>
eines Ortes zu be&#x017F;tim&#x0303;en. In <hi rendition="#aq"><choice><abbr>Trop</abbr><expan resp="#SB">Tropen</expan></choice><lb/></hi></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[354/0221] Die mittl Tmprt. der 6 Monate im Winter in 65° n. B. in America Melwil Inſel iſt − 25° R., ds gzen Jhres − 14° R. Unter Pol wäre die mittl Tmp − 20° im ganzen Jahre. Die kälteste Gegend iſt zwiſchen Lena ud Obi Fl. 85° d Brte gewiß mite − 22° R. So wäre die mittl größte Wärme gleich der mittl größten Kälte, jene unter dem Equat. Dieſe beim Nordpol. – 50. Vorlesung, 10. April 1828 Geht man von Sud gen Nord von 10 zu 60° ſo iſt zwiſchen 40–45° n. B. die größte ud ſchnellste Abnahme dr Wärme, dabei dſem Winkel iſt auch die größt mögl: Variation des Coſinus nach Tobias Meier. Dadurch ſind ſich verſchdene Producte ud Völker nahe gelegen. In tempr. Zone iſt ein Jahr von andern um 2° R. verſchd. in der mittl Tmprt, alſo um 1/5–¼ der jähr mittl Tmprt. Daher wenigſtens 10 Jahre alſo = 5000 Beobachtg nöthig ſind, um mittl Tmp eines Ortes zu beſtim̃en. In Trop

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Christian Thomas: Herausgeber
Sandra Balck, Benjamin Fiechter, Christian Thomas: Bearbeiter
Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle der BBAW: Finanzierung der Bilddigitalisierung

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Edition: Bei dem vorliegenden Manuskript handelt es sich um ein Fragment. Es setzt in der 23. Vorlesung (23.01.1828) ein und endet mit der letzten Vorlesung am 26.04.1828.

Mehrere Blätter sind falsch gebunden: Zwei Blätter sind an einer ganz falschen Stelle, zwei weitere vertauscht und außerdem kopfstehend (Reihenfolge der Seiten im Manuskript: 141–156, 137–140, 157–414, 418, 417, 416, 415, 419–434). Die Reihenfolge der Biddigitalisate und der Transkription wurde korrigiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/221
Zitationshilfe: Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 354. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/221>, abgerufen am 17.06.2024.