Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lohenstein, Daniel Casper von: Cleopatra. Breslau, 1661.

Bild:
<< vorherige Seite

Anmerckungen.
cultate parat, a quibus lanietur. Hieher gehöret auch/
was von der Poppaeae Begräbnüsse Tacitus l. 16. Ann.
c.
6. ungewöhnliches erzehlt: Corpus non igni abolitum,
sed Regum externorum consvetudine, differtum odori-
bus conditur, Tumuloq; Juliorum infertur.

v. 565. Geb't mir noch einmal Wein.) Daß/ als Anto-
nius/ nachdem er sich den Dolch in di Brust gestochen/ und in
der Cleopatra Schooß zu sterben zu ihr getragen ward/ er ihr/
sich mit dem Keiser wo möglich zuvereinigen/ besonders sich
dem Proculejo zuvertrauen gerathen/ wie auch: daß er ent-
weder aus Durst/ oder: daß er desto eh ster be/ Wein begehrt/
und gebraucht; erzehlt Plutarch. d. l. p. 459.

Anmerckungen/
Zu der vierdten Abhandlung.

v. 6. Jch habe selbst den Dolch ihm aus der Brust ge-
zogen.) Als Antonius ihm den Dolch in di Brust gestossen/
und halb todt zur Cleopatra getragen ward/ ertappte einer
seiner Trabanten Dercetaeus den bluttigen Dolch/ flohe zum
Augusto, entdeckte selbten und erzehlte zum ersten des An-
tonii
Unfall. Plutarch. d. l. p. 459.

v. 49. 50. Jedoch der Unfall zwinget uns bittre Thränen
ab') Also hat auch Julius Caesar/ als man seines Feindes des
grossen Pompeji Haupt zu ihn bracht/ geweinet. Woher ge-
höret der schöne Orth aus dem Lucano.

Non primo Caesar damnavit munera visu,
Avertitq; Oculos, Vultus dum crederet, haesit,
Utq; fidem vidit sceleris, tutumq; putavit
Jam bonus esse socer: lacrymas non sponte ca-
dentes
Effudit, gemitausq; expressit pectore laeto;
Non aliter manifesta putans abscondere mentis
Gaudia, quam lacrymis.



Und
J

Anmerckungen.
cultate parat, à quibus lanietur. Hieher gehoͤret auch/
was von der Poppææ Begraͤbnuͤſſe Tacitus l. 16. Ann.
c.
6. ungewoͤhnliches erzehlt: Corpus non igni abolitum,
ſed Regum externorum conſvetudine, differtum odori-
bus conditur, Tumuloq́; Juliorum infertur.

v. 565. Geb’t mir noch einmal Wein.) Daß/ als Anto-
nius/ nachdem er ſich den Dolch in di Bruſt geſtochen/ und in
der Cleopatra Schooß zu ſterben zu ihr getragen ward/ er ihr/
ſich mit dem Keiſer wo moͤglich zuvereinigen/ beſonders ſich
dem Proculejo zuvertrauen gerathen/ wie auch: daß er ent-
weder aus Durſt/ oder: daß er deſto eh ſter be/ Wein begehrt/
und gebraucht; erzehlt Plutarch. d. l. p. 459.

Anmerckungen/
Zu der vierdten Abhandlung.

v. 6. Jch habe ſelbſt den Dolch ihm aus der Bruſt ge-
zogen.) Als Antonius ihm den Dolch in di Bruſt geſtoſſen/
und halb todt zur Cleopatra getragen ward/ ertappte einer
ſeiner Trabanten Dercetæus den bluttigen Dolch/ flohe zum
Auguſto, entdeckte ſelbten und erzehlte zum erſten des An-
tonii
Unfall. Plutarch. d. l. p. 459.

v. 49. 50. Jedoch der Unfall zwinget uns bittre Thraͤnen
ab’) Alſo hat auch Julius Cæſar/ als man ſeines Feindes des
groſſen Pompeji Haupt zu ihn bracht/ geweinet. Woher ge-
hoͤret der ſchoͤne Orth aus dem Lucano.

Non primo Cæſar damnavit munera viſu,
Avertitq́; Oculos, Vultus dum crederet, hæſit,
Utq́; fidem vidit ſceleris, tutumq́; putavit
Jam bonus esſe ſocer: lacrymas non ſponte ca-
dentes
Effudit, gemitûsq́; expresſit pectore lætô;
Non aliter manifeſta putans abſcondere mentis
Gaudia, quam lacrymis.



Und
J
<TEI>
  <text>
    <back>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0159"/><fw place="top" type="header">Anmerckungen.</fw><lb/><hi rendition="#aq">cultate parat, à quibus lanietur.</hi> Hieher geho&#x0364;ret auch/<lb/>
was von der <hi rendition="#aq">Poppææ</hi> Begra&#x0364;bnu&#x0364;&#x017F;&#x017F;e <hi rendition="#aq">Tacitus l. 16. Ann.<lb/>
c.</hi> 6. ungewo&#x0364;hnliches erzehlt: <hi rendition="#aq">Corpus non igni abolitum,<lb/>
&#x017F;ed Regum externorum con&#x017F;vetudine, differtum odori-<lb/>
bus conditur, Tumuloq&#x0301;; Juliorum infertur.</hi></p><lb/>
        <p><hi rendition="#aq">v.</hi> 565. Geb&#x2019;t mir noch einmal Wein.) Daß/ als Anto-<lb/>
nius/ nachdem er &#x017F;ich den Dolch in di Bru&#x017F;t ge&#x017F;tochen/ und in<lb/>
der Cleopatra Schooß zu &#x017F;terben zu ihr getragen ward/ er ihr/<lb/>
&#x017F;ich mit dem Kei&#x017F;er wo mo&#x0364;glich zuvereinigen/ be&#x017F;onders &#x017F;ich<lb/>
dem <hi rendition="#aq">Proculejo</hi> zuvertrauen gerathen/ wie auch: daß er ent-<lb/>
weder aus Dur&#x017F;t/ oder: daß er de&#x017F;to eh &#x017F;ter be/ Wein begehrt/<lb/>
und gebraucht; erzehlt <hi rendition="#aq">Plutarch. d. l. p.</hi> 459.</p>
      </div><lb/>
      <div n="1">
        <head>Anmerckungen/<lb/>
Zu der vierdten Abhandlung.</head><lb/>
        <p><hi rendition="#aq">v.</hi> 6. Jch habe &#x017F;elb&#x017F;t den Dolch ihm aus der Bru&#x017F;t ge-<lb/>
zogen.) Als Antonius ihm den Dolch in di Bru&#x017F;t ge&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
und halb todt zur Cleopatra getragen ward/ ertappte einer<lb/>
&#x017F;einer Trabanten <hi rendition="#aq">Dercetæus</hi> den bluttigen Dolch/ flohe zum<lb/><hi rendition="#aq">Augu&#x017F;to,</hi> entdeckte &#x017F;elbten und erzehlte zum er&#x017F;ten des <hi rendition="#aq">An-<lb/>
tonii</hi> <hi rendition="#fr">U</hi>nfall. <hi rendition="#aq">Plutarch. d. l. p.</hi> 459.</p><lb/>
        <p><hi rendition="#aq">v.</hi> 49. 50. Jedoch der <hi rendition="#fr">U</hi>nfall zwinget uns bittre Thra&#x0364;nen<lb/>
ab&#x2019;) Al&#x017F;o hat auch <hi rendition="#aq">Julius</hi>&#x017F;ar/ als man &#x017F;eines Feindes des<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;en <hi rendition="#aq">Pompeji</hi> Haupt zu ihn bracht/ geweinet. Woher ge-<lb/>
ho&#x0364;ret der &#x017F;cho&#x0364;ne Orth aus dem <hi rendition="#aq">Lucano.</hi></p><lb/>
        <cit>
          <quote> <hi rendition="#aq">Non primo Cæ&#x017F;ar damnavit munera vi&#x017F;u,<lb/>
Avertitq&#x0301;; Oculos, Vultus dum crederet, hæ&#x017F;it,<lb/>
Utq&#x0301;; fidem vidit &#x017F;celeris, tutumq&#x0301;; putavit<lb/>
Jam bonus es&#x017F;e &#x017F;ocer: lacrymas non &#x017F;ponte ca-<lb/><hi rendition="#et">dentes</hi><lb/>
Effudit, gemitûsq&#x0301;; expres&#x017F;it pectore lætô;<lb/>
Non aliter manife&#x017F;ta putans ab&#x017F;condere mentis<lb/>
Gaudia, quam lacrymis.</hi> <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          </quote>
        </cit><lb/>
        <fw place="bottom" type="sig">J</fw>
        <fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#fr">U</hi>nd</fw><lb/>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
[0159] Anmerckungen. cultate parat, à quibus lanietur. Hieher gehoͤret auch/ was von der Poppææ Begraͤbnuͤſſe Tacitus l. 16. Ann. c. 6. ungewoͤhnliches erzehlt: Corpus non igni abolitum, ſed Regum externorum conſvetudine, differtum odori- bus conditur, Tumuloq́; Juliorum infertur. v. 565. Geb’t mir noch einmal Wein.) Daß/ als Anto- nius/ nachdem er ſich den Dolch in di Bruſt geſtochen/ und in der Cleopatra Schooß zu ſterben zu ihr getragen ward/ er ihr/ ſich mit dem Keiſer wo moͤglich zuvereinigen/ beſonders ſich dem Proculejo zuvertrauen gerathen/ wie auch: daß er ent- weder aus Durſt/ oder: daß er deſto eh ſter be/ Wein begehrt/ und gebraucht; erzehlt Plutarch. d. l. p. 459. Anmerckungen/ Zu der vierdten Abhandlung. v. 6. Jch habe ſelbſt den Dolch ihm aus der Bruſt ge- zogen.) Als Antonius ihm den Dolch in di Bruſt geſtoſſen/ und halb todt zur Cleopatra getragen ward/ ertappte einer ſeiner Trabanten Dercetæus den bluttigen Dolch/ flohe zum Auguſto, entdeckte ſelbten und erzehlte zum erſten des An- tonii Unfall. Plutarch. d. l. p. 459. v. 49. 50. Jedoch der Unfall zwinget uns bittre Thraͤnen ab’) Alſo hat auch Julius Cæſar/ als man ſeines Feindes des groſſen Pompeji Haupt zu ihn bracht/ geweinet. Woher ge- hoͤret der ſchoͤne Orth aus dem Lucano. Non primo Cæſar damnavit munera viſu, Avertitq́; Oculos, Vultus dum crederet, hæſit, Utq́; fidem vidit ſceleris, tutumq́; putavit Jam bonus esſe ſocer: lacrymas non ſponte ca- dentes Effudit, gemitûsq́; expresſit pectore lætô; Non aliter manifeſta putans abſcondere mentis Gaudia, quam lacrymis. Und J

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_cleopatra_1661
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_cleopatra_1661/159
Zitationshilfe: Lohenstein, Daniel Casper von: Cleopatra. Breslau, 1661, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_cleopatra_1661/159>, abgerufen am 08.03.2021.