Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 3. 2. Aufl. Berlin, 1778.

Bild:
<< vorherige Seite
Ein westphalisches Minnelied.
Twivel nicht du Leveste myn.
Laz allen Twivel ane syn.
Hert Synne unde Mod is allend dyn.
Des schaltu wal gheloven my.
Ich will myn sulves nemen war.
Queme alde Werlt an eynen Schar.
Nen schoner konde kommen dar.
Ich wolde vil lever syn by dy.
Darumb wes vrich und wolghemod.
Ich will myn sulven haven hod.
Dat dyr nenes Twyvels Not en Dot.
Des sulven ghelik is myn begher.
Alle Hote en helpet nicht.
War men sülves nicht to en sycht.
Blif stete als ik nu van dir schyd.
Ro kert myn Herte an Vroyden her.
a)
Het sy Vrouwe eder Man.
De holde sik vaste an syn Ghespan.
Nicht beters ik öme raten kan.
Und latet sik neyman leiden.
b)
Darume wünsche ik öme al dat Heil.
Myn Hertzken ghans und nicht en Deyl.
Wer nu an Twyvel wyl wesen gheil.
Wo kan he des ghebeden.
Twyvel maket al dat Leyd.
Twyvel deet Unstedicheit.
Wer echte Leve an Herten dreit.
(trägt)
Syn Vrowde schal sik meren.
Myr
a) Froh; er ist recht, her sagt man noch.
b) Verdriessen, einem etwas verleiden, sagt man auch noch.
Mös. patr. Phant. III. Th. Q
Ein weſtphaliſches Minnelied.
Twivel nicht du Leveſte myn.
Laz allen Twivel ane ſyn.
Hert Synne unde Mod is allend dyn.
Des ſchaltu wal gheloven my.
Ich will myn ſulves nemen war.
Queme alde Werlt an eynen Schar.
Nen ſchoner konde kommen dar.
Ich wolde vil lever ſyn by dy.
Darumb wes vrich und wolghemod.
Ich will myn ſulven haven hod.
Dat dyr nenes Twyvels Not en Dot.
Des ſulven ghelik is myn begher.
Alle Hote en helpet nicht.
War men ſülves nicht to en ſycht.
Blif ſtete als ik nu van dir ſchyd.
Ro kert myn Herte an Vroyden her.
a)
Het ſy Vrouwe eder Man.
De holde ſik vaſte an ſyn Gheſpan.
Nicht beters ik öme raten kan.
Und latet ſik neyman leiden.
b)
Darume wünſche ik öme al dat Heil.
Myn Hertzken ghans und nicht en Deyl.
Wer nu an Twyvel wyl weſen gheil.
Wo kan he des ghebeden.
Twyvel maket al dat Leyd.
Twyvel deet Unſtedicheit.
Wer echte Leve an Herten dreit.
(traͤgt)
Syn Vrowde ſchal ſik meren.
Myr
a) Froh; er iſt recht, her ſagt man noch.
b) Verdrieſſen, einem etwas verleiden, ſagt man auch noch.
Moͤſ. patr. Phant. III. Th. Q
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0255" n="241"/>
        <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Ein we&#x017F;tphali&#x017F;ches Minnelied.</hi> </fw><lb/>
        <cit>
          <quote>
            <lg n="1">
              <l> <hi rendition="#aq"><hi rendition="#in">T</hi>wivel nicht du Leve&#x017F;te myn.<lb/>
Laz allen Twivel ane &#x017F;yn.<lb/>
Hert Synne unde Mod is allend dyn.<lb/>
Des &#x017F;chaltu wal gheloven my.</hi> </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="2">
              <l> <hi rendition="#aq">Ich will myn &#x017F;ulves nemen war.<lb/>
Queme alde Werlt an eynen Schar.<lb/>
Nen &#x017F;choner konde kommen dar.<lb/>
Ich wolde vil lever &#x017F;yn by dy.</hi> </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="3">
              <l> <hi rendition="#aq">Darumb wes vrich und wolghemod.<lb/>
Ich will myn &#x017F;ulven haven hod.<lb/>
Dat dyr nenes Twyvels Not en Dot.<lb/>
Des &#x017F;ulven ghelik is myn begher.</hi> </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="4">
              <l> <hi rendition="#aq">Alle Hote en helpet nicht.<lb/>
War men &#x017F;ülves nicht to en &#x017F;ycht.<lb/>
Blif &#x017F;tete als ik nu van dir &#x017F;chyd.<lb/>
Ro kert myn Herte an Vroyden her.</hi> <note place="foot" n="a)"><hi rendition="#fr">Froh;</hi> er i&#x017F;t recht, her &#x017F;agt man noch.</note>
              </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="5">
              <l> <hi rendition="#aq">Het &#x017F;y Vrouwe eder Man.<lb/>
De holde &#x017F;ik va&#x017F;te an &#x017F;yn Ghe&#x017F;pan.<lb/>
Nicht beters ik öme raten kan.<lb/>
Und latet &#x017F;ik neyman leiden.</hi> <note place="foot" n="b)">Verdrie&#x017F;&#x017F;en, einem etwas verleiden, &#x017F;agt man auch noch.</note>
              </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="6">
              <l> <hi rendition="#aq">Darume wün&#x017F;che ik öme al dat Heil.<lb/>
Myn Hertzken ghans und nicht en Deyl.<lb/>
Wer nu an Twyvel wyl we&#x017F;en gheil.<lb/>
Wo kan he des ghebeden.</hi> </l>
            </lg><lb/>
            <lg n="7">
              <l><hi rendition="#aq">Twyvel maket al dat Leyd.<lb/>
Twyvel deet Un&#x017F;tedicheit.<lb/>
Wer echte Leve an Herten dreit.</hi> (tra&#x0364;gt)<lb/><hi rendition="#aq">Syn Vrowde &#x017F;chal &#x017F;ik meren.</hi></l>
            </lg><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Myr</hi> </fw><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#fr">Mo&#x0364;&#x017F;. patr. Phant.</hi><hi rendition="#aq">III.</hi><hi rendition="#fr">Th.</hi> Q</fw><lb/>
          </quote>
        </cit>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[241/0255] Ein weſtphaliſches Minnelied. Twivel nicht du Leveſte myn. Laz allen Twivel ane ſyn. Hert Synne unde Mod is allend dyn. Des ſchaltu wal gheloven my. Ich will myn ſulves nemen war. Queme alde Werlt an eynen Schar. Nen ſchoner konde kommen dar. Ich wolde vil lever ſyn by dy. Darumb wes vrich und wolghemod. Ich will myn ſulven haven hod. Dat dyr nenes Twyvels Not en Dot. Des ſulven ghelik is myn begher. Alle Hote en helpet nicht. War men ſülves nicht to en ſycht. Blif ſtete als ik nu van dir ſchyd. Ro kert myn Herte an Vroyden her. a) Het ſy Vrouwe eder Man. De holde ſik vaſte an ſyn Gheſpan. Nicht beters ik öme raten kan. Und latet ſik neyman leiden. b) Darume wünſche ik öme al dat Heil. Myn Hertzken ghans und nicht en Deyl. Wer nu an Twyvel wyl weſen gheil. Wo kan he des ghebeden. Twyvel maket al dat Leyd. Twyvel deet Unſtedicheit. Wer echte Leve an Herten dreit. (traͤgt) Syn Vrowde ſchal ſik meren. Myr a) Froh; er iſt recht, her ſagt man noch. b) Verdrieſſen, einem etwas verleiden, ſagt man auch noch. Moͤſ. patr. Phant. III. Th. Q

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Für das DTA wurde die „Neue verbesserte und verme… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/moeser_phantasien03_1778
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/moeser_phantasien03_1778/255
Zitationshilfe: Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 3. 2. Aufl. Berlin, 1778, S. 241. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moeser_phantasien03_1778/255>, abgerufen am 04.03.2024.