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Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687.

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schlechts/ alß höckerigte/ oder in die Ründung gedrehete/ aus denen sind die Nautilis, Purpura, Buccinum, und Conchylium. Von den Nautilis, oder Kuttelfischen/ hat Aristoteles zweyerley Geschlechte bemercket: Das eine habe sein Schiff oder Schalen gleich den Jacobs Muscheln etlicher Gestalt/ verläst zu Zeiten dieselbige und schwimmet gantz ledig im Meer. Das andere habe eine Schale gleich einer Schnecken/ aus welcher er nimmer kompt/ sondern an dieselbige gehefftet sey: Ihre Gestalt sey dem Polypus oder Polkuttel gantz ähnlich/ sey auch ein Geschlecht derselben. Sein Schiff oder Muschel ist ausserhalb braunroht/ innerhalb gantz silber farb / gläntzet/ und ist gäntzlich gestaltet wie ein rundes Schiff. Von diesem Schiff-Kuttel wird viel geschrieben: Dann an solchen hat er ein Loch/ durch welches er gantz heraus schlieffen kan/ ist auch also geartet/ das er bey stillem Meer ohne gefahr mit seiner Muschel oder Scha[unleserliches Material]en von der tieffe in die höhe/ zu oberst auff das Wasser hinauff fährt/ und also sein Schiff umbkehret / daß es ihn leer auff dem Wasser trägt/ seine Arm strecket er in das Wasser hinab/ und rudert; So eine sanffte Lufft ist/ so hat er zwischen seinen Armen eine dünne Haut/ welche er zerspannet und ausstrecket als ein Segel. Wann er von den Menschen gefahr merckt/ ungestümen Wind/ oder andere grosse Meer-Thiere/ so kehret er sich mit seinem Schiff wiederumb/ also/ dz es schwer voll Wasser/ sampt ihm zu Grunde fällt.

Der Purpurfisch/ oder Purpur-Schneck/ ist das aller edelste Meer-Thier unter allen so Wirbel haben/ an der Gestalt der gemeine Schnecken gantz ähnlich/ so groß wie ein Ey/ an etlichen Orten aber viel grösser. Hat eine rauhe Schale / so aschenfarb/ auch weiß und braun ist/ desgleichen gelblicht und grün aschenfarb. Innerhalb gelb/ hat viel krumme Gäng/ umb die Schale herumb mit vielen langen Zincken/ die nach der Ordnung befestiget/ die erste klein / die letzten oder mittelsten die grössesten. Hat auch oben eine lange Spitz und Schnabel wie ein Röhrlein ausgehöhlt/ durch welches sie ein Zünglein ausstrecken sollen; zeiget sein Hörnlein als eine Schneck/ bewegt sich auch also/ und bahnet sich mit seinem Hörnlein den Weg. Von der Purpur-Blum oder farbe schreibet Aristoteles also: Sie haben zwischen dem Papaver au dem Halß ihre

schlechts/ alß höckerigte/ oder in die Ründung gedrehete/ aus denen sind die Nautilis, Purpura, Buccinum, und Conchylium. Von den Nautilis, oder Kuttelfischen/ hat Aristoteles zweyerley Geschlechte bemercket: Das eine habe sein Schiff oder Schalen gleich den Jacobs Muscheln etlicher Gestalt/ verläst zu Zeiten dieselbige und schwimmet gantz ledig im Meer. Das andere habe eine Schale gleich einer Schnecken/ aus welcher er nimmer kompt/ sondern an dieselbige gehefftet sey: Ihre Gestalt sey dem Polypus oder Polkuttel gantz ähnlich/ sey auch ein Geschlecht derselben. Sein Schiff oder Muschel ist ausserhalb braunroht/ innerhalb gantz silber farb / gläntzet/ uñ ist gäntzlich gestaltet wie ein rundes Schiff. Von diesem Schiff-Kuttel wird viel geschrieben: Dann an solchen hat er ein Loch/ durch welches er gantz heraus schlieffen kan/ ist auch also geartet/ das er bey stillem Meer ohne gefahr mit seiner Muschel oder Scha[unleserliches Material]en von der tieffe in die höhe/ zu oberst auff das Wasser hinauff fährt/ und also sein Schiff umbkehret / daß es ihn leer auff dem Wasser trägt/ seine Arm strecket er in das Wasser hinab/ und rudert; So eine sanffte Lufft ist/ so hat er zwischen seinen Armen eine dünne Haut/ welche er zerspannet und ausstrecket als ein Segel. Wann er von den Menschen gefahr merckt/ ungestümen Wind/ oder andere grosse Meer-Thiere/ so kehret er sich mit seinem Schiff wiederumb/ also/ dz es schwer voll Wasser/ sampt ihm zu Grunde fällt.

Der Purpurfisch/ oder Purpur-Schneck/ ist das aller edelste Meer-Thier unter allen so Wirbel haben/ an der Gestalt der gemeinë Schnecken gantz ähnlich/ so groß wie ein Ey/ an etlichen Orten aber viel grösser. Hat eine rauhe Schale / so aschenfarb/ auch weiß und braun ist/ desgleichen gelblicht und grün aschenfarb. Iñerhalb gelb/ hat viel krumme Gäng/ umb die Schale herumb mit vielen langen Zincken/ die nach der Ordnung befestiget/ die erste klein / die letzten oder mittelsten die grössesten. Hat auch oben eine lange Spitz und Schnabel wie ein Röhrlein ausgehöhlt/ durch welches sie ein Zünglein ausstrecken sollen; zeiget sein Hörnlein als eine Schneck/ bewegt sich auch also/ und bahnet sich mit seinem Hörnlein den Weg. Von der Purpur-Blum oder farbe schreibet Aristoteles also: Sie haben zwischen dem Papaver au dem Halß ihre

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[305/0073] schlechts/ alß höckerigte/ oder in die Ründung gedrehete/ aus denen sind die Nautilis, Purpura, Buccinum, und Conchylium. Von den Nautilis, oder Kuttelfischen/ hat Aristoteles zweyerley Geschlechte bemercket: Das eine habe sein Schiff oder Schalen gleich den Jacobs Muscheln etlicher Gestalt/ verläst zu Zeiten dieselbige und schwimmet gantz ledig im Meer. Das andere habe eine Schale gleich einer Schnecken/ aus welcher er nimmer kompt/ sondern an dieselbige gehefftet sey: Ihre Gestalt sey dem Polypus oder Polkuttel gantz ähnlich/ sey auch ein Geschlecht derselben. Sein Schiff oder Muschel ist ausserhalb braunroht/ innerhalb gantz silber farb / gläntzet/ uñ ist gäntzlich gestaltet wie ein rundes Schiff. Von diesem Schiff-Kuttel wird viel geschrieben: Dann an solchen hat er ein Loch/ durch welches er gantz heraus schlieffen kan/ ist auch also geartet/ das er bey stillem Meer ohne gefahr mit seiner Muschel oder Scha_ en von der tieffe in die höhe/ zu oberst auff das Wasser hinauff fährt/ und also sein Schiff umbkehret / daß es ihn leer auff dem Wasser trägt/ seine Arm strecket er in das Wasser hinab/ und rudert; So eine sanffte Lufft ist/ so hat er zwischen seinen Armen eine dünne Haut/ welche er zerspannet und ausstrecket als ein Segel. Wann er von den Menschen gefahr merckt/ ungestümen Wind/ oder andere grosse Meer-Thiere/ so kehret er sich mit seinem Schiff wiederumb/ also/ dz es schwer voll Wasser/ sampt ihm zu Grunde fällt. Der Purpurfisch/ oder Purpur-Schneck/ ist das aller edelste Meer-Thier unter allen so Wirbel haben/ an der Gestalt der gemeinë Schnecken gantz ähnlich/ so groß wie ein Ey/ an etlichen Orten aber viel grösser. Hat eine rauhe Schale / so aschenfarb/ auch weiß und braun ist/ desgleichen gelblicht und grün aschenfarb. Iñerhalb gelb/ hat viel krumme Gäng/ umb die Schale herumb mit vielen langen Zincken/ die nach der Ordnung befestiget/ die erste klein / die letzten oder mittelsten die grössesten. Hat auch oben eine lange Spitz und Schnabel wie ein Röhrlein ausgehöhlt/ durch welches sie ein Zünglein ausstrecken sollen; zeiget sein Hörnlein als eine Schneck/ bewegt sich auch also/ und bahnet sich mit seinem Hörnlein den Weg. Von der Purpur-Blum oder farbe schreibet Aristoteles also: Sie haben zwischen dem Papaver au dem Halß ihre

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Zitationshilfe: Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687, S. 305. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nylandt_schauplatz04_1678/73>, abgerufen am 23.04.2024.