Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785.

Bild:
<< vorherige Seite

Geissen an der Hand, ihre Schwestern im
Pfarrhaus auf das Ried abzuholen; gesagt, ge-
than. Es schlug nicht so bald zwey Uhr, so
stuhnden sie vor dem Garten.

Der Carl, der immer die Augen in allen
Eken hat, sah sie zuerst, sprang zu ihnen hin-
aus, fragte sie, was sie mit den Geissen wollen?
Sie sagten ihm, sie müssen auch mit ihnen auf
das Ried, sie können ja denn weiden, wenn
sie ihre Bäume sezen. Denn baten sie ihn, er
soll jezt auch machen, daß es gerathe, daß der
Papa und ihre Schwestern auch bald kommen.
Sie wollen jezt mit den andern, und mit den
Geissen einen Zug anstellen, es gebe einen
grossen, und einen schönen; sie haben eine
Trommel und eine Pfeife bey ihnen.

Und ich hab meinen Fahnen auch noch, und
es muß jezt gewiß angehen, sagte der Carl;
sprang denn in den Garten, rief den Kindern:
He! He! Loset, was soll ich euch sagen? Euere
Brüder sind da, und haben ihre Geissen bey
ihnen. -- Und Papa, -- loset, was soll ich
euch sagen? Die Glok die hat zwey Uhr ge-
schlagen, und gället, wir müssen jezt aufs Ried?

Ich hab es fast vergessen, sagte der Junker.
Die Kinder aber liefen jezt zu ihren Brüdern,
und fragten sie, habet ihr auch unsere Bäume
bey euch? Ja, das haben wir, sagten diese,
und zeigten ihnen die Bäume auf der Achsel.


Q 2

Geiſſen an der Hand, ihre Schweſtern im
Pfarrhaus auf das Ried abzuholen; geſagt, ge-
than. Es ſchlug nicht ſo bald zwey Uhr, ſo
ſtuhnden ſie vor dem Garten.

Der Carl, der immer die Augen in allen
Eken hat, ſah ſie zuerſt, ſprang zu ihnen hin-
aus, fragte ſie, was ſie mit den Geiſſen wollen?
Sie ſagten ihm, ſie muͤſſen auch mit ihnen auf
das Ried, ſie koͤnnen ja denn weiden, wenn
ſie ihre Baͤume ſezen. Denn baten ſie ihn, er
ſoll jezt auch machen, daß es gerathe, daß der
Papa und ihre Schweſtern auch bald kommen.
Sie wollen jezt mit den andern, und mit den
Geiſſen einen Zug anſtellen, es gebe einen
groſſen, und einen ſchoͤnen; ſie haben eine
Trommel und eine Pfeife bey ihnen.

Und ich hab meinen Fahnen auch noch, und
es muß jezt gewiß angehen, ſagte der Carl;
ſprang denn in den Garten, rief den Kindern:
He! He! Loſet, was ſoll ich euch ſagen? Euere
Bruͤder ſind da, und haben ihre Geiſſen bey
ihnen. — Und Papa, — loſet, was ſoll ich
euch ſagen? Die Glok die hat zwey Uhr ge-
ſchlagen, und gaͤllet, wir muͤſſen jezt aufs Ried?

Ich hab es faſt vergeſſen, ſagte der Junker.
Die Kinder aber liefen jezt zu ihren Bruͤdern,
und fragten ſie, habet ihr auch unſere Baͤume
bey euch? Ja, das haben wir, ſagten dieſe,
und zeigten ihnen die Baͤume auf der Achſel.


Q 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0265" n="243"/>
Gei&#x017F;&#x017F;en an der Hand, ihre Schwe&#x017F;tern im<lb/>
Pfarrhaus auf das Ried abzuholen; ge&#x017F;agt, ge-<lb/>
than. Es &#x017F;chlug nicht &#x017F;o bald zwey Uhr, &#x017F;o<lb/>
&#x017F;tuhnden &#x017F;ie vor dem Garten.</p><lb/>
        <p>Der Carl, der immer die Augen in allen<lb/>
Eken hat, &#x017F;ah &#x017F;ie zuer&#x017F;t, &#x017F;prang zu ihnen hin-<lb/>
aus, fragte &#x017F;ie, was &#x017F;ie mit den Gei&#x017F;&#x017F;en wollen?<lb/>
Sie &#x017F;agten ihm, &#x017F;ie mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en auch mit ihnen auf<lb/>
das Ried, &#x017F;ie ko&#x0364;nnen ja denn weiden, wenn<lb/>
&#x017F;ie ihre Ba&#x0364;ume &#x017F;ezen. Denn baten &#x017F;ie ihn, er<lb/>
&#x017F;oll jezt auch machen, daß es gerathe, daß der<lb/>
Papa und ihre Schwe&#x017F;tern auch bald kommen.<lb/>
Sie wollen jezt mit den andern, und mit den<lb/>
Gei&#x017F;&#x017F;en einen Zug an&#x017F;tellen, es gebe einen<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;en, und einen &#x017F;cho&#x0364;nen; &#x017F;ie haben eine<lb/>
Trommel und eine Pfeife bey ihnen.</p><lb/>
        <p>Und ich hab meinen Fahnen auch noch, und<lb/>
es muß jezt gewiß angehen, &#x017F;agte der Carl;<lb/>
&#x017F;prang denn in den Garten, rief den Kindern:<lb/>
He! He! Lo&#x017F;et, was &#x017F;oll ich euch &#x017F;agen? Euere<lb/>
Bru&#x0364;der &#x017F;ind da, und haben ihre Gei&#x017F;&#x017F;en bey<lb/>
ihnen. &#x2014; Und Papa, &#x2014; lo&#x017F;et, was &#x017F;oll ich<lb/>
euch &#x017F;agen? Die Glok die hat zwey Uhr ge-<lb/>
&#x017F;chlagen, und ga&#x0364;llet, wir mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en jezt aufs Ried?</p><lb/>
        <p>Ich hab es fa&#x017F;t verge&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;agte der Junker.<lb/>
Die Kinder aber liefen jezt zu ihren Bru&#x0364;dern,<lb/>
und fragten &#x017F;ie, habet ihr auch un&#x017F;ere Ba&#x0364;ume<lb/>
bey euch? Ja, das haben wir, &#x017F;agten die&#x017F;e,<lb/>
und zeigten ihnen die Ba&#x0364;ume auf der Ach&#x017F;el.</p><lb/>
        <fw place="bottom" type="sig">Q 2</fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[243/0265] Geiſſen an der Hand, ihre Schweſtern im Pfarrhaus auf das Ried abzuholen; geſagt, ge- than. Es ſchlug nicht ſo bald zwey Uhr, ſo ſtuhnden ſie vor dem Garten. Der Carl, der immer die Augen in allen Eken hat, ſah ſie zuerſt, ſprang zu ihnen hin- aus, fragte ſie, was ſie mit den Geiſſen wollen? Sie ſagten ihm, ſie muͤſſen auch mit ihnen auf das Ried, ſie koͤnnen ja denn weiden, wenn ſie ihre Baͤume ſezen. Denn baten ſie ihn, er ſoll jezt auch machen, daß es gerathe, daß der Papa und ihre Schweſtern auch bald kommen. Sie wollen jezt mit den andern, und mit den Geiſſen einen Zug anſtellen, es gebe einen groſſen, und einen ſchoͤnen; ſie haben eine Trommel und eine Pfeife bey ihnen. Und ich hab meinen Fahnen auch noch, und es muß jezt gewiß angehen, ſagte der Carl; ſprang denn in den Garten, rief den Kindern: He! He! Loſet, was ſoll ich euch ſagen? Euere Bruͤder ſind da, und haben ihre Geiſſen bey ihnen. — Und Papa, — loſet, was ſoll ich euch ſagen? Die Glok die hat zwey Uhr ge- ſchlagen, und gaͤllet, wir muͤſſen jezt aufs Ried? Ich hab es faſt vergeſſen, ſagte der Junker. Die Kinder aber liefen jezt zu ihren Bruͤdern, und fragten ſie, habet ihr auch unſere Baͤume bey euch? Ja, das haben wir, ſagten dieſe, und zeigten ihnen die Baͤume auf der Achſel. Q 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/265
Zitationshilfe: [Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785, S. 243. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/265>, abgerufen am 25.02.2024.