Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785.

Bild:
<< vorherige Seite

Da der Carl das sah, sagte er zum Lieute-
nant, -- das ist auch ein schöner Plaz. Habt
ihr mir jezt das zu gefallen gethan?

Ja das hat er, du kannst ihm nur danken,
sagte der Junker.

Da sprang Carl an ihn hin, und küßte ihm
die Hand für den schönen Plaz seines Baums.

Dann nahm der Junker den Karst, der
schon da lag, in die Hand, und machte dem
Baum seines Carls ein Loch in den Boden,
und haket den Herd so leicht auf, wie wenn
er nichts thäte.

Alles was da war, wollte an diesem Baum
helfen.

Der Rollenberger sprang von dem hintersten
Eken hinzu, und der Lieutenant, der Pfarrer,
die Frauen, des Carls Schwestern, und die
Kinder im Pfarrhaus, alles kam herbey, und
wollten alle helfen, so daß der Carl, der seinen
Baum gern mit dem Papa allein gesezt hätte,
ein paar mal halb murrete, und sagte: ihr las-
set mich doch auch gar nichts machen, und es
ist doch auch mein Baum.

Er hat doch recht, sagte wer da war, alles
machte ihm Plaz, und er half dem Papa so
fleißig, daß er schwizte. Und da er fertig war,
stampfte er noch rund um ihn her, mit seinen
Füssen, daß der Herd sich recht seze; dann
sprang er wieder zu den andern Buben, die

noch

Da der Carl das ſah, ſagte er zum Lieute-
nant, — das iſt auch ein ſchoͤner Plaz. Habt
ihr mir jezt das zu gefallen gethan?

Ja das hat er, du kannſt ihm nur danken,
ſagte der Junker.

Da ſprang Carl an ihn hin, und kuͤßte ihm
die Hand fuͤr den ſchoͤnen Plaz ſeines Baums.

Dann nahm der Junker den Karſt, der
ſchon da lag, in die Hand, und machte dem
Baum ſeines Carls ein Loch in den Boden,
und haket den Herd ſo leicht auf, wie wenn
er nichts thaͤte.

Alles was da war, wollte an dieſem Baum
helfen.

Der Rollenberger ſprang von dem hinterſten
Eken hinzu, und der Lieutenant, der Pfarrer,
die Frauen, des Carls Schweſtern, und die
Kinder im Pfarrhaus, alles kam herbey, und
wollten alle helfen, ſo daß der Carl, der ſeinen
Baum gern mit dem Papa allein geſezt haͤtte,
ein paar mal halb murrete, und ſagte: ihr laſ-
ſet mich doch auch gar nichts machen, und es
iſt doch auch mein Baum.

Er hat doch recht, ſagte wer da war, alles
machte ihm Plaz, und er half dem Papa ſo
fleißig, daß er ſchwizte. Und da er fertig war,
ſtampfte er noch rund um ihn her, mit ſeinen
Fuͤſſen, daß der Herd ſich recht ſeze; dann
ſprang er wieder zu den andern Buben, die

noch
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0278" n="256"/>
        <p>Da der Carl das &#x017F;ah, &#x017F;agte er zum Lieute-<lb/>
nant, &#x2014; das i&#x017F;t auch ein &#x017F;cho&#x0364;ner Plaz. Habt<lb/>
ihr mir jezt das zu gefallen gethan?</p><lb/>
        <p>Ja das hat er, du kann&#x017F;t ihm nur danken,<lb/>
&#x017F;agte der Junker.</p><lb/>
        <p>Da &#x017F;prang Carl an ihn hin, und ku&#x0364;ßte ihm<lb/>
die Hand fu&#x0364;r den &#x017F;cho&#x0364;nen Plaz &#x017F;eines Baums.</p><lb/>
        <p>Dann nahm der Junker den Kar&#x017F;t, der<lb/>
&#x017F;chon da lag, in die Hand, und machte dem<lb/>
Baum &#x017F;eines Carls ein Loch in den Boden,<lb/>
und haket den Herd &#x017F;o leicht auf, wie wenn<lb/>
er nichts tha&#x0364;te.</p><lb/>
        <p>Alles was da war, wollte an die&#x017F;em Baum<lb/>
helfen.</p><lb/>
        <p>Der Rollenberger &#x017F;prang von dem hinter&#x017F;ten<lb/>
Eken hinzu, und der Lieutenant, der Pfarrer,<lb/>
die Frauen, des Carls Schwe&#x017F;tern, und die<lb/>
Kinder im Pfarrhaus, alles kam herbey, und<lb/>
wollten alle helfen, &#x017F;o daß der Carl, der &#x017F;einen<lb/>
Baum gern mit dem Papa allein ge&#x017F;ezt ha&#x0364;tte,<lb/>
ein paar mal halb murrete, und &#x017F;agte: ihr la&#x017F;-<lb/>
&#x017F;et mich doch auch gar nichts machen, und es<lb/>
i&#x017F;t doch auch mein Baum.</p><lb/>
        <p>Er hat doch recht, &#x017F;agte wer da war, alles<lb/>
machte ihm Plaz, und er half dem Papa &#x017F;o<lb/>
fleißig, daß er &#x017F;chwizte. Und da er fertig war,<lb/>
&#x017F;tampfte er noch rund um ihn her, mit &#x017F;einen<lb/>
Fu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en, daß der Herd &#x017F;ich recht &#x017F;eze; dann<lb/>
&#x017F;prang er wieder zu den andern Buben, die<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">noch</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[256/0278] Da der Carl das ſah, ſagte er zum Lieute- nant, — das iſt auch ein ſchoͤner Plaz. Habt ihr mir jezt das zu gefallen gethan? Ja das hat er, du kannſt ihm nur danken, ſagte der Junker. Da ſprang Carl an ihn hin, und kuͤßte ihm die Hand fuͤr den ſchoͤnen Plaz ſeines Baums. Dann nahm der Junker den Karſt, der ſchon da lag, in die Hand, und machte dem Baum ſeines Carls ein Loch in den Boden, und haket den Herd ſo leicht auf, wie wenn er nichts thaͤte. Alles was da war, wollte an dieſem Baum helfen. Der Rollenberger ſprang von dem hinterſten Eken hinzu, und der Lieutenant, der Pfarrer, die Frauen, des Carls Schweſtern, und die Kinder im Pfarrhaus, alles kam herbey, und wollten alle helfen, ſo daß der Carl, der ſeinen Baum gern mit dem Papa allein geſezt haͤtte, ein paar mal halb murrete, und ſagte: ihr laſ- ſet mich doch auch gar nichts machen, und es iſt doch auch mein Baum. Er hat doch recht, ſagte wer da war, alles machte ihm Plaz, und er half dem Papa ſo fleißig, daß er ſchwizte. Und da er fertig war, ſtampfte er noch rund um ihn her, mit ſeinen Fuͤſſen, daß der Herd ſich recht ſeze; dann ſprang er wieder zu den andern Buben, die noch

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/278
Zitationshilfe: [Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785, S. 256. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pestalozzi_lienhard03_1785/278>, abgerufen am 17.04.2024.