Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667.

Bild:
<< vorherige Seite

des Teutschen Reichs.
zu seyn vermeynten/ machen die meisten
eine Verbündniß/ welche sie die Schmal-
kaldische nennen/ sich der Gewalt/ so ihnen
wegen veränderung der Religion gedre-
wet/ zuwider setzen. Darauff ist es zum
Kriege gedyen/ und weil solcher auff der
Protestirenden seite keinen glücklichen
fortgang gehabt/ indem der Churfürst zu
Sachsen und Landgraff zu Hessen gefan-
gen worden/ schien auch ihre Religion
zimlich zu wackeln. Biß durch des Mau-
ritii
zu Sachsen Waffen ihre Macht
wieder zu bessern Kräfften kommen/ und
der Vertrag zu Passau gemacht wurde/
dessen Puncten hin und wieder bey den
Teutschen Scribenten zu finden seyn.

Nachmahls aber ist auff dem Reichs-
tage/ so zu Augspurg An. 1555. gehalten
für der Religion der Protestirenden herr-
liche vorsehung gethan/ durch den Frieden/
welchen sie den religions oder geistlichen
nennen/ der als ein offentliches Gesetz ge-
macht worden; Da hat man sich vor-

nem-

des Teutſchen Reichs.
zu ſeyn vermeynten/ machen die meiſten
eine Verbuͤndniß/ welche ſie die Schmal-
kaldiſche nennen/ ſich der Gewalt/ ſo ihnen
wegen veraͤnderung der Religion gedre-
wet/ zuwider ſetzen. Darauff iſt es zum
Kriege gedyen/ und weil ſolcher auff der
Proteſtirenden ſeite keinen gluͤcklichen
fortgang gehabt/ indem der Churfuͤrſt zu
Sachſen und Landgꝛaff zu Heſſen gefan-
gen worden/ ſchien auch ihre Religion
zimlich zu wackeln. Biß durch des Mau-
ritii
zu Sachſen Waffen ihre Macht
wieder zu beſſern Kraͤfften kommen/ und
der Vertrag zu Paſſau gemacht wurde/
deſſen Puncten hin und wieder bey den
Teutſchen Scribenten zu finden ſeyn.

Nachmahls aber iſt auff dem Reichs-
tage/ ſo zu Augſpurg An. 1555. gehalten
fuͤr der Religion der Proteſtirenden herꝛ-
liche vorſehung gethan/ durch den Friedẽ/
welchen ſie den religions oder geiſtlichen
nennen/ der als ein offentliches Geſetz ge-
macht worden; Da hat man ſich vor-

nem-
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0181" n="159"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">des Teut&#x017F;chen Reichs.</hi></fw><lb/>
zu &#x017F;eyn vermeynten/ machen die mei&#x017F;ten<lb/>
eine Verbu&#x0364;ndniß/ welche &#x017F;ie die Schmal-<lb/>
kaldi&#x017F;che nennen/ &#x017F;ich der Gewalt/ &#x017F;o ihnen<lb/>
wegen vera&#x0364;nderung der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Religion</hi></hi> gedre-<lb/>
wet/ zuwider &#x017F;etzen. Darauff i&#x017F;t es zum<lb/>
Kriege gedyen/ und weil &#x017F;olcher auff der<lb/><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Prote&#x017F;ti</hi></hi>renden &#x017F;eite keinen glu&#x0364;cklichen<lb/>
fortgang gehabt/ indem der Churfu&#x0364;r&#x017F;t zu<lb/>
Sach&#x017F;en und Landg&#xA75B;aff zu He&#x017F;&#x017F;en gefan-<lb/>
gen worden/ &#x017F;chien auch ihre <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Religion</hi></hi><lb/>
zimlich zu wackeln. Biß durch des <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Mau-<lb/>
ritii</hi></hi> zu Sach&#x017F;en Waffen ihre Macht<lb/>
wieder zu be&#x017F;&#x017F;ern Kra&#x0364;fften kommen/ und<lb/>
der Vertrag zu Pa&#x017F;&#x017F;au gemacht wurde/<lb/>
de&#x017F;&#x017F;en Puncten hin und wieder bey den<lb/>
Teut&#x017F;chen Scribenten zu finden &#x017F;eyn.</p><lb/>
            <p>Nachmahls aber i&#x017F;t auff dem Reichs-<lb/>
tage/ &#x017F;o zu Aug&#x017F;purg <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">An.</hi></hi> 1555. gehalten<lb/>
fu&#x0364;r der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Religion</hi></hi> der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Prote&#x017F;ti</hi></hi>renden her&#xA75B;-<lb/>
liche vor&#x017F;ehung gethan/ durch den Friede&#x0303;/<lb/>
welchen &#x017F;ie den <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">religions</hi></hi> oder gei&#x017F;tlichen<lb/>
nennen/ der als ein offentliches Ge&#x017F;etz ge-<lb/>
macht worden; Da hat man &#x017F;ich vor-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">nem-</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[159/0181] des Teutſchen Reichs. zu ſeyn vermeynten/ machen die meiſten eine Verbuͤndniß/ welche ſie die Schmal- kaldiſche nennen/ ſich der Gewalt/ ſo ihnen wegen veraͤnderung der Religion gedre- wet/ zuwider ſetzen. Darauff iſt es zum Kriege gedyen/ und weil ſolcher auff der Proteſtirenden ſeite keinen gluͤcklichen fortgang gehabt/ indem der Churfuͤrſt zu Sachſen und Landgꝛaff zu Heſſen gefan- gen worden/ ſchien auch ihre Religion zimlich zu wackeln. Biß durch des Mau- ritii zu Sachſen Waffen ihre Macht wieder zu beſſern Kraͤfften kommen/ und der Vertrag zu Paſſau gemacht wurde/ deſſen Puncten hin und wieder bey den Teutſchen Scribenten zu finden ſeyn. Nachmahls aber iſt auff dem Reichs- tage/ ſo zu Augſpurg An. 1555. gehalten fuͤr der Religion der Proteſtirenden herꝛ- liche vorſehung gethan/ durch den Friedẽ/ welchen ſie den religions oder geiſtlichen nennen/ der als ein offentliches Geſetz ge- macht worden; Da hat man ſich vor- nem-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/181
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667, S. 159. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/181>, abgerufen am 18.04.2024.