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Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667.

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des Teutschen Reichs.
ber compliment- Brieffen abzunehmen.
Endlich schweren die Stände dem Käyser
trew zu seyn/ doch ohne nachtheil ihrer
Freyheit und Rechte. Wie viel Macht sie
ihm nun gelassen/ ist schon droben gnug-
samb zu sehen gewesen. Aber mehr hievon
zu reden würde sich nicht schicken.

§. 7.

Die jenigen aber/ welche dem Käyser
eine Königliche und höchste/ doch nicht
freye sondern mit gewissen Gesetzen umb-
schriebene Macht zueignen/ haben eine der
Warheit fast am ähnlichsten Meynung/
welche man auch höret/ daß sie bey solchen
hin und wieder in den Schulen verthäti-
get werde; Diese hat erstlich/ so viel uns
bewust/ als die Kriegsflam zwischen dem
Käyser und den Schweden in Teutsch-
land am höchsten brandte/ einer unter dem
falschen Namen Hippolithus a lapide,
zu bestreiten sich unternommen/ welcher/ ob
er wol viel hat/ daß niemand/ ohne der alle
Scham verschworen/ leugnen kan/ ist doch

eben
L iiij

des Teutſchen Reichs.
ber compliment- Brieffen abzunehmen.
Endlich ſchweren die Staͤnde dem Kaͤyſer
trew zu ſeyn/ doch ohne nachtheil ihrer
Freyheit und Rechte. Wie viel Macht ſie
ihm nun gelaſſen/ iſt ſchon droben gnug-
ſamb zu ſehen geweſen. Aber mehr hievon
zu reden wuͤrde ſich nicht ſchicken.

§. 7.

Die jenigen aber/ welche dem Kaͤyſer
eine Koͤnigliche und hoͤchſte/ doch nicht
freye ſondern mit gewiſſen Geſetzen umb-
ſchriebene Macht zueignen/ haben eine der
Warheit faſt am aͤhnlichſten Meynung/
welche man auch hoͤret/ daß ſie bey ſolchen
hin und wieder in den Schulen verthaͤti-
get werde; Dieſe hat erſtlich/ ſo viel uns
bewuſt/ als die Kriegsflam zwiſchen dem
Kaͤyſer und den Schweden in Teutſch-
land am hoͤchſten brandte/ einer unter dem
falſchen Namen Hippolithus â lapide,
zu beſtreiten ſich unteꝛnommen/ welcher/ ob
er wol viel hat/ daß niemand/ ohne der alle
Scham verſchworen/ leugnen kan/ iſt doch

eben
L iiij
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[223/0245] des Teutſchen Reichs. ber compliment- Brieffen abzunehmen. Endlich ſchweren die Staͤnde dem Kaͤyſer trew zu ſeyn/ doch ohne nachtheil ihrer Freyheit und Rechte. Wie viel Macht ſie ihm nun gelaſſen/ iſt ſchon droben gnug- ſamb zu ſehen geweſen. Aber mehr hievon zu reden wuͤrde ſich nicht ſchicken. §. 7. Die jenigen aber/ welche dem Kaͤyſer eine Koͤnigliche und hoͤchſte/ doch nicht freye ſondern mit gewiſſen Geſetzen umb- ſchriebene Macht zueignen/ haben eine der Warheit faſt am aͤhnlichſten Meynung/ welche man auch hoͤret/ daß ſie bey ſolchen hin und wieder in den Schulen verthaͤti- get werde; Dieſe hat erſtlich/ ſo viel uns bewuſt/ als die Kriegsflam zwiſchen dem Kaͤyſer und den Schweden in Teutſch- land am hoͤchſten brandte/ einer unter dem falſchen Namen Hippolithus â lapide, zu beſtreiten ſich unteꝛnommen/ welcher/ ob er wol viel hat/ daß niemand/ ohne der alle Scham verſchworen/ leugnen kan/ iſt doch eben L iiij

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Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667, S. 223. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/245>, abgerufen am 09.12.2023.