Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667.

Bild:
<< vorherige Seite

Vom Zustand
neiget; viele hassen es nicht; Die übrigen
können solche Macht nicht umbstossen.
Müssen demnach gehülffen nehmen/ wen
aber anders als die Frantzosen und
Schweden? denn als Hippolithus der-
gleichen schriebe/ waren diese zum fleissig-
sten darauff bedacht/ und rühmeten mit
grossem zufall bey den unerfahrnen/ daß
die von den Oesterreichischen unterge-
drückte Teutsche Freyheit durch sie vin-
dici
ret werde. Es würde aber unhöff-
lich seyn eine solche Mühe vergebens von
ihnen zu begehren; Und warkein Rent-
meister zu finden/ der die Beute so reli-
gios
in den Fiscum brächte; Es sind viel-
mehr nicht unebene Leute der meinung/
daß wenn es den Feinden des Hauses
Osterreich nach ihrem Wunsch ergienge/
die Reichsstände das alte Frösche ge-
quack wieder einführen würden/ welche
an statt des Balcken den Storch zum
Könige bekommen. Nach dem das
Hauß Osterreich auß dem Wege geräu-

met/

Vom Zuſtand
neiget; viele haſſen es nicht; Die uͤbrigen
koͤnnen ſolche Macht nicht umbſtoſſen.
Muͤſſen demnach gehuͤlffen nehmen/ wen
aber anders als die Frantzoſen und
Schweden? denn als Hippolithus der-
gleichen ſchriebe/ waren dieſe zum fleiſſig-
ſten darauff bedacht/ und ruͤhmeten mit
groſſem zufall bey den unerfahrnen/ daß
die von den Oeſterreichiſchen unterge-
druͤckte Teutſche Freyheit durch ſie vin-
dici
ret werde. Es wuͤrde aber unhoͤff-
lich ſeyn eine ſolche Muͤhe vergebens von
ihnen zu begehren; Und warkein Rent-
meiſter zu finden/ der die Beute ſo reli-
gios
in den Fiſcum braͤchte; Es ſind viel-
mehr nicht unebene Leute der meinung/
daß wenn es den Feinden des Hauſes
Oſterreich nach ihrem Wunſch ergienge/
die Reichsſtaͤnde das alte Froͤſche ge-
quack wieder einfuͤhren wuͤrden/ welche
an ſtatt des Balcken den Storch zum
Koͤnige bekommen. Nach dem das
Hauß Oſterreich auß dem Wege geraͤu-

met/
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0304" n="282"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Vom Zu&#x017F;tand</hi></fw><lb/>
neiget; viele ha&#x017F;&#x017F;en es nicht; Die u&#x0364;brigen<lb/>
ko&#x0364;nnen &#x017F;olche Macht nicht umb&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en.<lb/>
Mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en demnach gehu&#x0364;lffen nehmen/ wen<lb/>
aber anders als die Frantzo&#x017F;en und<lb/>
Schweden? denn als <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Hippolithus</hi></hi> der-<lb/>
gleichen &#x017F;chriebe/ waren die&#x017F;e zum flei&#x017F;&#x017F;ig-<lb/>
&#x017F;ten darauff bedacht/ und ru&#x0364;hmeten mit<lb/>
gro&#x017F;&#x017F;em zufall bey den unerfahrnen/ daß<lb/>
die von den Oe&#x017F;terreichi&#x017F;chen unterge-<lb/>
dru&#x0364;ckte Teut&#x017F;che Freyheit durch &#x017F;ie <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">vin-<lb/>
dici</hi></hi>ret werde. Es wu&#x0364;rde aber unho&#x0364;ff-<lb/>
lich &#x017F;eyn eine &#x017F;olche Mu&#x0364;he vergebens von<lb/>
ihnen zu begehren; <hi rendition="#aq">U</hi>nd warkein Rent-<lb/>
mei&#x017F;ter zu finden/ der die Beute &#x017F;o <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">reli-<lb/>
gios</hi></hi> in den <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Fi&#x017F;cum</hi></hi> bra&#x0364;chte; Es &#x017F;ind viel-<lb/>
mehr nicht unebene Leute der meinung/<lb/>
daß wenn es den Feinden des Hau&#x017F;es<lb/>
O&#x017F;terreich nach ihrem Wun&#x017F;ch ergienge/<lb/>
die Reichs&#x017F;ta&#x0364;nde das alte Fro&#x0364;&#x017F;che ge-<lb/>
quack wieder einfu&#x0364;hren wu&#x0364;rden/ welche<lb/>
an &#x017F;tatt des Balcken den Storch zum<lb/>
Ko&#x0364;nige bekommen. Nach dem das<lb/>
Hauß O&#x017F;terreich auß dem Wege gera&#x0364;u-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">met/</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[282/0304] Vom Zuſtand neiget; viele haſſen es nicht; Die uͤbrigen koͤnnen ſolche Macht nicht umbſtoſſen. Muͤſſen demnach gehuͤlffen nehmen/ wen aber anders als die Frantzoſen und Schweden? denn als Hippolithus der- gleichen ſchriebe/ waren dieſe zum fleiſſig- ſten darauff bedacht/ und ruͤhmeten mit groſſem zufall bey den unerfahrnen/ daß die von den Oeſterreichiſchen unterge- druͤckte Teutſche Freyheit durch ſie vin- diciret werde. Es wuͤrde aber unhoͤff- lich ſeyn eine ſolche Muͤhe vergebens von ihnen zu begehren; Und warkein Rent- meiſter zu finden/ der die Beute ſo reli- gios in den Fiſcum braͤchte; Es ſind viel- mehr nicht unebene Leute der meinung/ daß wenn es den Feinden des Hauſes Oſterreich nach ihrem Wunſch ergienge/ die Reichsſtaͤnde das alte Froͤſche ge- quack wieder einfuͤhren wuͤrden/ welche an ſtatt des Balcken den Storch zum Koͤnige bekommen. Nach dem das Hauß Oſterreich auß dem Wege geraͤu- met/

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/304
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667, S. 282. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/304>, abgerufen am 17.04.2024.