Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Reichardt, Christian: Land- und Garten-Schatzes. Bd. 5. Erfurt, 1754.

Bild:
<< vorherige Seite

1. Cap. Von 18jähriger Nutzung
Lohn heraus bringen, wenn er auch gleich die Ver-
änderung in Bestellung der Früchte nicht auf alzu
viele Jahre hinaus zu bringen weiß, Allein wenn
ein solcher seinen Acker nach geschehener Düngung
so viele Jahre hinter einander, als ich bestellen und
nutzen könte, so würde er bey seiner sauren Arbeit
ohne Zweifel vielmehr Vortheil von dem Acker
ziehen.

Jch wenigstens, da ich alles durch Tagelöh-
ner muß verrichten lassen, und vieler wichtigen
Geschäfte auch öfterer Leibes Schwachheit halber
solche oft viele Tage nicht zu sehen bekomme, und
noch vielweniger bey ihnen bleiben kan, auch über-
dieß die Waaren nicht einzeln verkauffe, sondern
denen Höcken so wohl in unserer Stadt als von
andern Orten in Quantität überlassen, und auch
einen Profit gönnen muß, bey diesen Umständen,
sage ich, würde ich zumal bey jetzigen Zeiten ge-
wiß von meinem vielen Ackerbau die Kosten nim-
mermehr heraus bringen und den grösten Schaden
leiden, wenn ich nicht ans langer Erfahrung mit
denen Früchten hätte also lernen abwechseln, daß
ich meine Aecker 18 Jahr hinter einander ohne
wiederholte Düngung mit Nutzen bestellen könte.

Die 18jähri-
ge Bestel-
lung mit
Küchen-
Specerey-
und Korn-
Früchten ist
höchst vor-heilhast
§. 9.

Daß diese Cultur, da die Aecker alljährlich be-
stellet, und nebst den Korn-Früchten auch allerhand
schöne Küchen- und Specerey-Früchte mit gehöri-
ger Abwechselung darauf erzeuget werden, vor der
gemeinen Cultur, da man die Felder nur zu Korn-

Früch

1. Cap. Von 18jaͤhriger Nutzung
Lohn heraus bringen, wenn er auch gleich die Ver-
aͤnderung in Beſtellung der Fruͤchte nicht auf alzu
viele Jahre hinaus zu bringen weiß, Allein wenn
ein ſolcher ſeinen Acker nach geſchehener Duͤngung
ſo viele Jahre hinter einander, als ich beſtellen und
nutzen koͤnte, ſo wuͤrde er bey ſeiner ſauren Arbeit
ohne Zweifel vielmehr Vortheil von dem Acker
ziehen.

Jch wenigſtens, da ich alles durch Tageloͤh-
ner muß verrichten laſſen, und vieler wichtigen
Geſchaͤfte auch oͤfterer Leibes Schwachheit halber
ſolche oft viele Tage nicht zu ſehen bekomme, und
noch vielweniger bey ihnen bleiben kan, auch uͤber-
dieß die Waaren nicht einzeln verkauffe, ſondern
denen Hoͤcken ſo wohl in unſerer Stadt als von
andern Orten in Quantitaͤt uͤberlaſſen, und auch
einen Profit goͤnnen muß, bey dieſen Umſtaͤnden,
ſage ich, wuͤrde ich zumal bey jetzigen Zeiten ge-
wiß von meinem vielen Ackerbau die Koſten nim-
mermehr heraus bringen und den groͤſten Schaden
leiden, wenn ich nicht ans langer Erfahrung mit
denen Fruͤchten haͤtte alſo lernen abwechſeln, daß
ich meine Aecker 18 Jahr hinter einander ohne
wiederholte Duͤngung mit Nutzen beſtellen koͤnte.

Die 18jaͤhri-
ge Beſtel-
lung mit
Kuͤchen-
Specerey-
und Korn-
Fruͤchten iſt
hoͤchſt vor-heilhaſt
§. 9.

Daß dieſe Cultur, da die Aecker alljaͤhrlich be-
ſtellet, und nebſt den Korn-Fruͤchten auch allerhand
ſchoͤne Kuͤchen- und Specerey-Fruͤchte mit gehoͤri-
ger Abwechſelung darauf erzeuget werden, vor der
gemeinen Cultur, da man die Felder nur zu Korn-

Fruͤch
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0053" n="18"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">1. Cap. Von 18ja&#x0364;hriger Nutzung</hi></fw><lb/>
Lohn heraus bringen, wenn er auch gleich die Ver-<lb/>
a&#x0364;nderung in Be&#x017F;tellung der Fru&#x0364;chte nicht auf alzu<lb/>
viele Jahre hinaus zu bringen weiß, Allein wenn<lb/>
ein &#x017F;olcher &#x017F;einen Acker nach ge&#x017F;chehener Du&#x0364;ngung<lb/>
&#x017F;o viele Jahre hinter einander, als ich be&#x017F;tellen und<lb/>
nutzen ko&#x0364;nte, &#x017F;o wu&#x0364;rde er bey &#x017F;einer &#x017F;auren Arbeit<lb/>
ohne Zweifel vielmehr Vortheil von dem Acker<lb/>
ziehen.</p><lb/>
          <p>Jch wenig&#x017F;tens, da ich alles durch Tagelo&#x0364;h-<lb/>
ner muß verrichten la&#x017F;&#x017F;en, und vieler wichtigen<lb/>
Ge&#x017F;cha&#x0364;fte auch o&#x0364;fterer Leibes Schwachheit halber<lb/>
&#x017F;olche oft viele Tage nicht zu &#x017F;ehen bekomme, und<lb/>
noch vielweniger bey ihnen bleiben kan, auch u&#x0364;ber-<lb/>
dieß die Waaren nicht einzeln verkauffe, &#x017F;ondern<lb/>
denen Ho&#x0364;cken &#x017F;o wohl in un&#x017F;erer Stadt als von<lb/>
andern Orten in Quantita&#x0364;t u&#x0364;berla&#x017F;&#x017F;en, und auch<lb/>
einen Profit go&#x0364;nnen muß, bey die&#x017F;en Um&#x017F;ta&#x0364;nden,<lb/>
&#x017F;age ich, wu&#x0364;rde ich zumal bey jetzigen Zeiten ge-<lb/>
wiß von meinem vielen Ackerbau die Ko&#x017F;ten nim-<lb/>
mermehr heraus bringen und den gro&#x0364;&#x017F;ten Schaden<lb/>
leiden, wenn ich nicht ans langer Erfahrung mit<lb/>
denen Fru&#x0364;chten ha&#x0364;tte al&#x017F;o lernen abwech&#x017F;eln, daß<lb/>
ich meine Aecker 18 Jahr hinter einander ohne<lb/>
wiederholte Du&#x0364;ngung mit Nutzen be&#x017F;tellen ko&#x0364;nte.</p><lb/>
          <note place="left">Die 18ja&#x0364;hri-<lb/>
ge Be&#x017F;tel-<lb/>
lung mit<lb/>
Ku&#x0364;chen-<lb/>
Specerey-<lb/>
und Korn-<lb/>
Fru&#x0364;chten i&#x017F;t<lb/>
ho&#x0364;ch&#x017F;t vor-heilha&#x017F;t</note>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 9.</head><lb/>
          <p>Daß die&#x017F;e Cultur, da die Aecker allja&#x0364;hrlich be-<lb/>
&#x017F;tellet, und neb&#x017F;t den Korn-Fru&#x0364;chten auch allerhand<lb/>
&#x017F;cho&#x0364;ne Ku&#x0364;chen- und Specerey-Fru&#x0364;chte mit geho&#x0364;ri-<lb/>
ger Abwech&#x017F;elung darauf erzeuget werden, vor der<lb/>
gemeinen Cultur, da man die Felder nur zu Korn-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Fru&#x0364;ch</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[18/0053] 1. Cap. Von 18jaͤhriger Nutzung Lohn heraus bringen, wenn er auch gleich die Ver- aͤnderung in Beſtellung der Fruͤchte nicht auf alzu viele Jahre hinaus zu bringen weiß, Allein wenn ein ſolcher ſeinen Acker nach geſchehener Duͤngung ſo viele Jahre hinter einander, als ich beſtellen und nutzen koͤnte, ſo wuͤrde er bey ſeiner ſauren Arbeit ohne Zweifel vielmehr Vortheil von dem Acker ziehen. Jch wenigſtens, da ich alles durch Tageloͤh- ner muß verrichten laſſen, und vieler wichtigen Geſchaͤfte auch oͤfterer Leibes Schwachheit halber ſolche oft viele Tage nicht zu ſehen bekomme, und noch vielweniger bey ihnen bleiben kan, auch uͤber- dieß die Waaren nicht einzeln verkauffe, ſondern denen Hoͤcken ſo wohl in unſerer Stadt als von andern Orten in Quantitaͤt uͤberlaſſen, und auch einen Profit goͤnnen muß, bey dieſen Umſtaͤnden, ſage ich, wuͤrde ich zumal bey jetzigen Zeiten ge- wiß von meinem vielen Ackerbau die Koſten nim- mermehr heraus bringen und den groͤſten Schaden leiden, wenn ich nicht ans langer Erfahrung mit denen Fruͤchten haͤtte alſo lernen abwechſeln, daß ich meine Aecker 18 Jahr hinter einander ohne wiederholte Duͤngung mit Nutzen beſtellen koͤnte. §. 9. Daß dieſe Cultur, da die Aecker alljaͤhrlich be- ſtellet, und nebſt den Korn-Fruͤchten auch allerhand ſchoͤne Kuͤchen- und Specerey-Fruͤchte mit gehoͤri- ger Abwechſelung darauf erzeuget werden, vor der gemeinen Cultur, da man die Felder nur zu Korn- Fruͤch

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz05_1754
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz05_1754/53
Zitationshilfe: Reichardt, Christian: Land- und Garten-Schatzes. Bd. 5. Erfurt, 1754, S. 18. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz05_1754/53>, abgerufen am 01.03.2024.