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Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886.

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III. Kunstgewerbe und Verwandtes.
der nachbenannten Lacksorten durch eine besondere Lackhändler-
Zunft, der in Tokio vor 10 Jahren 16 Mitglieder angehörten. Diese
Lackhändler oder Urushi-ya wiesen in ihren Preislisten 16--20 Sor-
ten Lack auf. Die Lackarbeiter anderer Städte nannten dies aber
mir gegenüber eine unnütze Spaltung und behaupteten, dass für die prak-
tischen Bedürfnisse 5--6 Sorten ausreichten. Offenbar ist der Urushi-ya
ein Mittelglied, welches eine bessere, aber auch theurere Waare dem
Lackierer in die Hände liefert, als dieser sie erhält, wenn er sie sich
selbst darstellt, wie solches in den kleineren Lackstädten geschieht.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Lacksorten der Preis-
listen sind jedenfalls gering; auch findet man bei den Händlern in
Tokio eine Anzahl derselben oft gar nicht vertreten, wie z. B. den
Saya-hana, dessen Bedeutung verloren ging, als die Werthschätzung
der alten Schwerter und ihrer Scheiden sank. Jedenfalls sind Seshime,
Nashiji, Shiu-urushi, Ro-iro, Nuritate und Hana-urushi diejenigen,
welche für bessere Arbeiten am meisten geschätzt und verwendet werden.

Urushi Nedan Dzuke oder Lack-Preis-Listen
von Tokio für die Jahre 1875 und 1882 combiniert und geordnet:

[Tabelle]

III. Kunstgewerbe und Verwandtes.
der nachbenannten Lacksorten durch eine besondere Lackhändler-
Zunft, der in Tôkio vor 10 Jahren 16 Mitglieder angehörten. Diese
Lackhändler oder Urushi-ya wiesen in ihren Preislisten 16—20 Sor-
ten Lack auf. Die Lackarbeiter anderer Städte nannten dies aber
mir gegenüber eine unnütze Spaltung und behaupteten, dass für die prak-
tischen Bedürfnisse 5—6 Sorten ausreichten. Offenbar ist der Urushi-ya
ein Mittelglied, welches eine bessere, aber auch theurere Waare dem
Lackierer in die Hände liefert, als dieser sie erhält, wenn er sie sich
selbst darstellt, wie solches in den kleineren Lackstädten geschieht.

Die Unterschiede zwischen verschiedenen Lacksorten der Preis-
listen sind jedenfalls gering; auch findet man bei den Händlern in
Tôkio eine Anzahl derselben oft gar nicht vertreten, wie z. B. den
Saya-hana, dessen Bedeutung verloren ging, als die Werthschätzung
der alten Schwerter und ihrer Scheiden sank. Jedenfalls sind Seshime,
Nashiji, Shiu-urushi, Rô-iro, Nuritate und Hana-urushi diejenigen,
welche für bessere Arbeiten am meisten geschätzt und verwendet werden.

Urushi Nedan Dzuke oder Lack-Preis-Listen
von Tôkio für die Jahre 1875 und 1882 combiniert und geordnet:

[Tabelle]
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[416/0440] III. Kunstgewerbe und Verwandtes. der nachbenannten Lacksorten durch eine besondere Lackhändler- Zunft, der in Tôkio vor 10 Jahren 16 Mitglieder angehörten. Diese Lackhändler oder Urushi-ya wiesen in ihren Preislisten 16—20 Sor- ten Lack auf. Die Lackarbeiter anderer Städte nannten dies aber mir gegenüber eine unnütze Spaltung und behaupteten, dass für die prak- tischen Bedürfnisse 5—6 Sorten ausreichten. Offenbar ist der Urushi-ya ein Mittelglied, welches eine bessere, aber auch theurere Waare dem Lackierer in die Hände liefert, als dieser sie erhält, wenn er sie sich selbst darstellt, wie solches in den kleineren Lackstädten geschieht. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Lacksorten der Preis- listen sind jedenfalls gering; auch findet man bei den Händlern in Tôkio eine Anzahl derselben oft gar nicht vertreten, wie z. B. den Saya-hana, dessen Bedeutung verloren ging, als die Werthschätzung der alten Schwerter und ihrer Scheiden sank. Jedenfalls sind Seshime, Nashiji, Shiu-urushi, Rô-iro, Nuritate und Hana-urushi diejenigen, welche für bessere Arbeiten am meisten geschätzt und verwendet werden. Urushi Nedan Dzuke oder Lack-Preis-Listen von Tôkio für die Jahre 1875 und 1882 combiniert und geordnet:

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Zitationshilfe: Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886, S. 416. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rein_japan02_1886/440>, abgerufen am 13.05.2021.