Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 7. Göttingen, 1751.

Bild:
<< vorherige Seite




Der acht und zwanzigste Brief
von dem
Obrist Morden an die Fräulein Cla-
rissa Harlowe.

Meine wertheste Base.

Erlauben Sie mir, über die Unglücksfälle, wel-
che eine so unglückliche Mishelligkeit zwischen
Jhnen und den übrigen Personen von ihrer Fa-
milie veranlasset haben, mein Beyleid zu bezeugen,
und meine Hülfe anzubieten, damit Sie in den
Stand gesetzet werden, dasjenige, was geschehen
ist, zu dem besten Ende zu bringen.

Sie sind in die schändlichsten Hände gefallen.
Der Brief, den ich von Florenz aus an Sie
schrieb (*), ist, wie ich finde, zu spät gekommen,
daß er die gehoffte Wirkung hätte haben können.
Es ist mir sehr leid, daß dieß geschehen ist: gleich-
wie ich auch sehr bedaure, daß ich nicht eher in
Person nach England gekommen bin.

Allein lassen Sie uns das Vergangene verges-
sen und auf das Künftige hinaussehen. Jch bin
bey dem Herrn Lovelace und dem Lord M. ge-
wesen. Es ist nicht nöthig, wie es scheint, daß
ich Jhnen erst melde, was für ein großes Ver-

langen
(*) Man sehe den III Th. S. 550 u. f.




Der acht und zwanzigſte Brief
von dem
Obriſt Morden an die Fraͤulein Cla-
riſſa Harlowe.

Meine wertheſte Baſe.

Erlauben Sie mir, uͤber die Ungluͤcksfaͤlle, wel-
che eine ſo ungluͤckliche Mishelligkeit zwiſchen
Jhnen und den uͤbrigen Perſonen von ihrer Fa-
milie veranlaſſet haben, mein Beyleid zu bezeugen,
und meine Huͤlfe anzubieten, damit Sie in den
Stand geſetzet werden, dasjenige, was geſchehen
iſt, zu dem beſten Ende zu bringen.

Sie ſind in die ſchaͤndlichſten Haͤnde gefallen.
Der Brief, den ich von Florenz aus an Sie
ſchrieb (*), iſt, wie ich finde, zu ſpaͤt gekommen,
daß er die gehoffte Wirkung haͤtte haben koͤnnen.
Es iſt mir ſehr leid, daß dieß geſchehen iſt: gleich-
wie ich auch ſehr bedaure, daß ich nicht eher in
Perſon nach England gekommen bin.

Allein laſſen Sie uns das Vergangene vergeſ-
ſen und auf das Kuͤnftige hinausſehen. Jch bin
bey dem Herrn Lovelace und dem Lord M. ge-
weſen. Es iſt nicht noͤthig, wie es ſcheint, daß
ich Jhnen erſt melde, was fuͤr ein großes Ver-

langen
(*) Man ſehe den III Th. S. 550 u. f.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0259" n="253"/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#fr">Der acht und zwanzig&#x017F;te Brief</hi><lb/>
von dem<lb/><hi rendition="#fr">Obri&#x017F;t Morden an die Fra&#x0364;ulein Cla-<lb/>
ri&#x017F;&#x017F;a Harlowe.</hi></head><lb/>
          <dateline> <hi rendition="#et">Dien&#x017F;tags, den 29ten Aug.</hi> </dateline><lb/>
          <salute> <hi rendition="#b">Meine werthe&#x017F;te Ba&#x017F;e.</hi> </salute><lb/>
          <p><hi rendition="#in">E</hi>rlauben Sie mir, u&#x0364;ber die Unglu&#x0364;cksfa&#x0364;lle, wel-<lb/>
che eine &#x017F;o unglu&#x0364;ckliche Mishelligkeit zwi&#x017F;chen<lb/>
Jhnen und den u&#x0364;brigen Per&#x017F;onen von ihrer Fa-<lb/>
milie veranla&#x017F;&#x017F;et haben, mein Beyleid zu bezeugen,<lb/>
und meine Hu&#x0364;lfe anzubieten, damit Sie in den<lb/>
Stand ge&#x017F;etzet werden, dasjenige, was ge&#x017F;chehen<lb/>
i&#x017F;t, zu dem be&#x017F;ten Ende zu bringen.</p><lb/>
          <p>Sie &#x017F;ind in die &#x017F;cha&#x0364;ndlich&#x017F;ten Ha&#x0364;nde gefallen.<lb/>
Der Brief, den ich von Florenz aus an Sie<lb/>
&#x017F;chrieb <note place="foot" n="(*)">Man &#x017F;ehe den <hi rendition="#aq">III</hi> Th. S. 550 u. f.</note>, i&#x017F;t, wie ich finde, zu &#x017F;pa&#x0364;t gekommen,<lb/>
daß er die gehoffte Wirkung ha&#x0364;tte haben ko&#x0364;nnen.<lb/>
Es i&#x017F;t mir &#x017F;ehr leid, daß dieß ge&#x017F;chehen i&#x017F;t: gleich-<lb/>
wie ich auch &#x017F;ehr bedaure, daß ich nicht eher in<lb/>
Per&#x017F;on nach England gekommen bin.</p><lb/>
          <p>Allein la&#x017F;&#x017F;en Sie uns das Vergangene verge&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en und auf das Ku&#x0364;nftige hinaus&#x017F;ehen. Jch bin<lb/>
bey dem Herrn Lovelace und dem Lord M. ge-<lb/>
we&#x017F;en. Es i&#x017F;t nicht no&#x0364;thig, wie es &#x017F;cheint, daß<lb/>
ich <hi rendition="#fr">Jhnen</hi> er&#x017F;t melde, was fu&#x0364;r ein großes Ver-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">langen</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[253/0259] Der acht und zwanzigſte Brief von dem Obriſt Morden an die Fraͤulein Cla- riſſa Harlowe. Dienſtags, den 29ten Aug. Meine wertheſte Baſe. Erlauben Sie mir, uͤber die Ungluͤcksfaͤlle, wel- che eine ſo ungluͤckliche Mishelligkeit zwiſchen Jhnen und den uͤbrigen Perſonen von ihrer Fa- milie veranlaſſet haben, mein Beyleid zu bezeugen, und meine Huͤlfe anzubieten, damit Sie in den Stand geſetzet werden, dasjenige, was geſchehen iſt, zu dem beſten Ende zu bringen. Sie ſind in die ſchaͤndlichſten Haͤnde gefallen. Der Brief, den ich von Florenz aus an Sie ſchrieb (*), iſt, wie ich finde, zu ſpaͤt gekommen, daß er die gehoffte Wirkung haͤtte haben koͤnnen. Es iſt mir ſehr leid, daß dieß geſchehen iſt: gleich- wie ich auch ſehr bedaure, daß ich nicht eher in Perſon nach England gekommen bin. Allein laſſen Sie uns das Vergangene vergeſ- ſen und auf das Kuͤnftige hinausſehen. Jch bin bey dem Herrn Lovelace und dem Lord M. ge- weſen. Es iſt nicht noͤthig, wie es ſcheint, daß ich Jhnen erſt melde, was fuͤr ein großes Ver- langen (*) Man ſehe den III Th. S. 550 u. f.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa07_1751
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa07_1751/259
Zitationshilfe: [Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 7. Göttingen, 1751, S. 253. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa07_1751/259>, abgerufen am 29.02.2024.