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Silesius, Angelus: Geistreiche Sinn- vnd Schlussrime. Wien, 1657.

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Fünfftes Buch.
292. Die Schönheit kombt von Liebe.
Die Schönheit komt von Lieb: auch Gottes Angesicht/
Hat seine Lieblichkeit von jhr: sonst gläntzt' es nicht.
293. Der Liebe Belohnung.
Die Liebe hat GOtt selbst zum wesentlichen Lohn/
Er bleibet ewiglich jhr Ruhm und Ehren Kron.
194. Weißheit ohne Liebe ist nichts.
Mensch wo du weise bist/ und liebst nicht Gott darbey:
So sag ich daß ein Narr dir vorzuziehen sey.
295. Je liebender je Seeliger.
Daß Maß der Seeligkeit mißt dir die Liebe ein:
Je Völler du von Lieb/ je Seelger wirstu sein.
296. Die Liebe GOttes in unß/ ist der
H. Geist.
Die Liebe welche sich zu GOtt in dir beweist/
Jst GOttes ewge Krafft/ sein Feur und Heilger Geist.
297. Man kan GOtt nicht lieben ohne
GOTT.
Mensch liebete sich GOtt nicht selbst durch sich in dir/
Du köntest nimmermehr Jhn lieben nach gebühr.
298. Die Liebe hat keine Furcht.
Die Liebe fürcht sich nicht/ sie kan auch nicht verderben:
Es müste GOtt zuvor sambt seiner GOttheit sterben.
299. Wie die Person so daß Verdienst.
Die Brant verdient sich mehr mit einem Kuß umb
Als alle Mittlinge mit Arbeit biß in Tod. (GOtt/
300. Wer GOtt recht liebet.
Mensch niemand liebt GOtt recht als der sich selbst
Veracht:
Schau ob du es auch so mit deiner Lieb gemacht.
301. Was
Fuͤnfftes Buch.
292. Die Schoͤnheit kombt von Liebe.
Die Schoͤnheit komt von Lieb: auch Gottes Angeſicht/
Hat ſeine Lieblichkeit von jhr: ſonſt glaͤntzt’ es nicht.
293. Der Liebe Belohnung.
Die Liebe hat GOtt ſelbſt zum weſentlichen Lohn/
Er bleibet ewiglich jhr Ruhm und Ehren Kron.
194. Weißheit ohne Liebe iſt nichts.
Menſch wo du weiſe biſt/ uñ liebſt nicht Gott darbey:
So ſag ich daß ein Narꝛ dir vorzuziehen ſey.
295. Je liebender je Seeliger.
Daß Maß der Seeligkeit mißt dir die Liebe ein:
Je Voͤller du von Lieb/ je Seelger wirſtu ſein.
296. Die Liebe GOttes in unß/ iſt der
H. Geiſt.
Die Liebe welche ſich zu GOtt in dir beweiſt/
Jſt GOttes ewge Krafft/ ſein Feur uñ Heilger Geiſt.
297. Man kan GOtt nicht lieben ohne
GOTT.
Menſch liebete ſich GOtt nicht ſelbſt durch ſich in dir/
Du koͤnteſt nimmermehr Jhn lieben nach gebuͤhr.
298. Die Liebe hat keine Furcht.
Die Liebe fuͤrcht ſich nicht/ ſie kan auch nicht verderbẽ:
Es muͤſte GOtt zuvor ſambt ſeiner GOttheit ſterben.
299. Wie die Perſon ſo daß Verdienſt.
Die Brant verdient ſich mehr mit einem Kuß umb
Als alle Mittlinge mit Arbeit biß in Tod. (GOtt/
300. Wer GOtt recht liebet.
Menſch niemand liebt GOtt recht als der ſich ſelbſt
Veracht:
Schau ob du es auch ſo mit deiner Lieb gemacht.
301. Was
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[183[180]/0187] Fuͤnfftes Buch. 292. Die Schoͤnheit kombt von Liebe. Die Schoͤnheit komt von Lieb: auch Gottes Angeſicht/ Hat ſeine Lieblichkeit von jhr: ſonſt glaͤntzt’ es nicht. 293. Der Liebe Belohnung. Die Liebe hat GOtt ſelbſt zum weſentlichen Lohn/ Er bleibet ewiglich jhr Ruhm und Ehren Kron. 194. Weißheit ohne Liebe iſt nichts. Menſch wo du weiſe biſt/ uñ liebſt nicht Gott darbey: So ſag ich daß ein Narꝛ dir vorzuziehen ſey. 295. Je liebender je Seeliger. Daß Maß der Seeligkeit mißt dir die Liebe ein: Je Voͤller du von Lieb/ je Seelger wirſtu ſein. 296. Die Liebe GOttes in unß/ iſt der H. Geiſt. Die Liebe welche ſich zu GOtt in dir beweiſt/ Jſt GOttes ewge Krafft/ ſein Feur uñ Heilger Geiſt. 297. Man kan GOtt nicht lieben ohne GOTT. Menſch liebete ſich GOtt nicht ſelbſt durch ſich in dir/ Du koͤnteſt nimmermehr Jhn lieben nach gebuͤhr. 298. Die Liebe hat keine Furcht. Die Liebe fuͤrcht ſich nicht/ ſie kan auch nicht verderbẽ: Es muͤſte GOtt zuvor ſambt ſeiner GOttheit ſterben. 299. Wie die Perſon ſo daß Verdienſt. Die Brant verdient ſich mehr mit einem Kuß umb Als alle Mittlinge mit Arbeit biß in Tod. (GOtt/ 300. Wer GOtt recht liebet. Menſch niemand liebt GOtt recht als der ſich ſelbſt Veracht: Schau ob du es auch ſo mit deiner Lieb gemacht. 301. Was

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Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




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Zitationshilfe: Silesius, Angelus: Geistreiche Sinn- vnd Schlussrime. Wien, 1657, S. 183[180]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/silesius_schlussrime_1657/187>, abgerufen am 25.02.2024.