Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Starck, Johann Friedrich: Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen. Frankfurt/Leipzig, 1749.

Bild:
<< vorherige Seite

Der Krancke erinnert sich
wie wir gerne wolten, und wie sie nach unserm
Licht anders gehen solten.

5. O du weiser GOtt! dir sey alles heim-
gestellet, stehe mir in Gnaden bey, machs wie dirs
gefället, mach es mit mir wunderlich, hier auf
dieser Erden, lieber Vater! führe mich, laß mich
selig werden.



Der Krancke erinnert sich seines Tauff-
Bundes.
Aufmunterung.
1. Petr. III, 21.
Die heilige Tauffe ist nicht das Abthun des
Unflats am Fleisch, sondern der Bund ei-
nes guten Gewissens mit GOtt.

ISt ein Name tröstlich, so ist es des Vaters
Name, und ist eine Herrlichkeit groß, so ist
es, ein Kind GOttes zu seyn. Wie nun dieses
erfreuen kan in dem gantzen Leben, so kan es auch
trösten in Kranckheit. Diesen Trost soll ein Kran-
cker nicht aus seinem Hertzen lassen. Er soll ge-
dencken: 1) GOtt ist ein allmächtiger Vater,
dem nichts unmöglich ist. 2) GOtt ist ein
treuer Vater, der es gut mit seinen Kindern mey-
net. 3) GOtt ist ein weiser Vater, der auch das
bittere Creutz seinen Kindern kan zu einer heilsa-
men Artzney machen. 4) Ein gütiger und lieb-
reicher Vater, der betrübet, aber sich auch wie-

der

Der Krancke erinnert ſich
wie wir gerne wolten, und wie ſie nach unſerm
Licht anders gehen ſolten.

5. O du weiſer GOtt! dir ſey alles heim-
geſtellet, ſtehe mir in Gnaden bey, machs wie dirs
gefaͤllet, mach es mit mir wunderlich, hier auf
dieſer Erden, lieber Vater! fuͤhre mich, laß mich
ſelig werden.



Der Krancke erinnert ſich ſeines Tauff-
Bundes.
Aufmunterung.
1. Petr. III, 21.
Die heilige Tauffe iſt nicht das Abthun des
Unflats am Fleiſch, ſondern der Bund ei-
nes guten Gewiſſens mit GOtt.

ISt ein Name troͤſtlich, ſo iſt es des Vaters
Name, und iſt eine Herrlichkeit groß, ſo iſt
es, ein Kind GOttes zu ſeyn. Wie nun dieſes
erfreuen kan in dem gantzen Leben, ſo kan es auch
troͤſten in Kranckheit. Dieſen Troſt ſoll ein Kran-
cker nicht aus ſeinem Hertzen laſſen. Er ſoll ge-
dencken: 1) GOtt iſt ein allmaͤchtiger Vater,
dem nichts unmoͤglich iſt. 2) GOtt iſt ein
treuer Vater, der es gut mit ſeinen Kindern mey-
net. 3) GOtt iſt ein weiſer Vater, der auch das
bittere Creutz ſeinen Kindern kan zu einer heilſa-
men Artzney machen. 4) Ein guͤtiger und lieb-
reicher Vater, der betruͤbet, aber ſich auch wie-

der
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0464" n="436"/><fw place="top" type="header">Der Krancke erinnert &#x017F;ich</fw><lb/>
wie wir gerne wolten, und wie &#x017F;ie nach un&#x017F;erm<lb/>
Licht anders gehen &#x017F;olten.</p><lb/>
            <p>5. O du wei&#x017F;er GOtt! dir &#x017F;ey alles heim-<lb/>
ge&#x017F;tellet, &#x017F;tehe mir in Gnaden bey, machs wie dirs<lb/>
gefa&#x0364;llet, mach es mit mir wunderlich, hier auf<lb/>
die&#x017F;er Erden, lieber Vater! fu&#x0364;hre mich, laß mich<lb/>
&#x017F;elig werden.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#fr">Der Krancke erinnert &#x017F;ich &#x017F;eines Tauff-<lb/>
Bundes.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#fr">Aufmunterung.</hi> </head><lb/>
            <cit>
              <quote><hi rendition="#c">1. Petr. <hi rendition="#aq">III,</hi> 21.</hi><lb/>
Die heilige Tauffe i&#x017F;t nicht das Abthun des<lb/>
Unflats am Flei&#x017F;ch, &#x017F;ondern der Bund ei-<lb/>
nes guten Gewi&#x017F;&#x017F;ens mit GOtt.</quote>
            </cit><lb/>
            <p><hi rendition="#in">I</hi>St ein Name tro&#x0364;&#x017F;tlich, &#x017F;o i&#x017F;t es des Vaters<lb/>
Name, und i&#x017F;t eine Herrlichkeit groß, &#x017F;o i&#x017F;t<lb/>
es, ein Kind GOttes zu &#x017F;eyn. Wie nun die&#x017F;es<lb/>
erfreuen kan in dem gantzen Leben, &#x017F;o kan es auch<lb/>
tro&#x0364;&#x017F;ten in Kranckheit. Die&#x017F;en Tro&#x017F;t &#x017F;oll ein Kran-<lb/>
cker nicht aus &#x017F;einem Hertzen la&#x017F;&#x017F;en. Er &#x017F;oll ge-<lb/>
dencken: 1) GOtt i&#x017F;t ein allma&#x0364;chtiger Vater,<lb/>
dem nichts unmo&#x0364;glich i&#x017F;t. 2) GOtt i&#x017F;t ein<lb/>
treuer Vater, der es gut mit &#x017F;einen Kindern mey-<lb/>
net. 3) GOtt i&#x017F;t ein wei&#x017F;er Vater, der auch das<lb/>
bittere Creutz &#x017F;einen Kindern kan zu einer heil&#x017F;a-<lb/>
men Artzney machen. 4) Ein gu&#x0364;tiger und lieb-<lb/>
reicher Vater, der betru&#x0364;bet, aber &#x017F;ich auch wie-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">der</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[436/0464] Der Krancke erinnert ſich wie wir gerne wolten, und wie ſie nach unſerm Licht anders gehen ſolten. 5. O du weiſer GOtt! dir ſey alles heim- geſtellet, ſtehe mir in Gnaden bey, machs wie dirs gefaͤllet, mach es mit mir wunderlich, hier auf dieſer Erden, lieber Vater! fuͤhre mich, laß mich ſelig werden. Der Krancke erinnert ſich ſeines Tauff- Bundes. Aufmunterung. 1. Petr. III, 21. Die heilige Tauffe iſt nicht das Abthun des Unflats am Fleiſch, ſondern der Bund ei- nes guten Gewiſſens mit GOtt. ISt ein Name troͤſtlich, ſo iſt es des Vaters Name, und iſt eine Herrlichkeit groß, ſo iſt es, ein Kind GOttes zu ſeyn. Wie nun dieſes erfreuen kan in dem gantzen Leben, ſo kan es auch troͤſten in Kranckheit. Dieſen Troſt ſoll ein Kran- cker nicht aus ſeinem Hertzen laſſen. Er ſoll ge- dencken: 1) GOtt iſt ein allmaͤchtiger Vater, dem nichts unmoͤglich iſt. 2) GOtt iſt ein treuer Vater, der es gut mit ſeinen Kindern mey- net. 3) GOtt iſt ein weiſer Vater, der auch das bittere Creutz ſeinen Kindern kan zu einer heilſa- men Artzney machen. 4) Ein guͤtiger und lieb- reicher Vater, der betruͤbet, aber ſich auch wie- der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Auflagennummer hier erschlossen und nicht gesiche… [mehr]

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Matthias Boenig, Benjamin Fiechter, Susanne Haaf, Li Xang: Bearbeitung und strukturelle Auszeichnung der durch die Grepect GmbH bereitgestellten Texttranskription. (2023-05-24T12:24:22Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Britt-Marie Schuster, Alexander Geyken, Susanne Haaf, Christopher Georgi, Frauke Thielert, Linda Kirsten, t.evo: Die Evolution von komplexen Textmustern: Aufbau eines Korpus historischer Zeitungen zur Untersuchung der Mehrdimensionalität des Textmusterwandels

Weitere Informationen:

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/starck_handbuch_1749
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/starck_handbuch_1749/464
Zitationshilfe: Starck, Johann Friedrich: Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen. Frankfurt/Leipzig, 1749, S. 436. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/starck_handbuch_1749/464>, abgerufen am 20.05.2024.