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Starck, Johann Friedrich: Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen. Frankfurt/Leipzig, 1749.

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Der andächtige Christ betrachtet
die bevorstehende Fest-Zeiten, um alles seiner An-
dacht vorzustellen, was GOttes Güte ihm geschen-
cket. 2) In der heiligen Advents-Zeit betrachtet
es die Liebe des himmlischen Vaters, der seines ei-
nigen Sohnes nicht verschonet hat, sondern ihn in
die Welt gesandt, zum Leiden, zum Sterben, aber
auch den Menschen die Seligkeit zu erwerben. 3)
Es siehet an die brünstige Liebe JEsu, welcher sich
in unser arm Fleisch und Blut verkleidet, damit er
uns möge zum Himmel und Seligkeit wieder brin-
gen. 4) Es preiset die Gnade des Heiligen Gei-
stes, welcher die geschenckte Wohlthaten denen
glaubigen Seelen so lebendig und kräfftig vorstel-
let, zueignet und empfinden lässet, als ob sie heute
erst wären geschehen. Daher lässet es 5) die hei-
lige Zeit sich auch eine Zeit der Andacht und des Ge-
bets seyn, welche es mit Anhörung und Betrach-
tung des Wortes GOttes, mit Anstimmung
der Fest-Lieder, und mit einem stillen und gott-
seligen Wandel anfähet und vollendet.



Gebet.

ODu gnadenreicher JEsu! der du
bist kommen zu suchen und selig
zu machen, was verlohren ist; ich dan-
cke dir, daß du mich diese heilige Zeit

unter

Der andaͤchtige Chriſt betrachtet
die bevorſtehende Feſt-Zeiten, um alles ſeiner An-
dacht vorzuſtellen, was GOttes Guͤte ihm geſchen-
cket. 2) In der heiligen Advents-Zeit betrachtet
es die Liebe des himmliſchen Vaters, der ſeines ei-
nigen Sohnes nicht verſchonet hat, ſondern ihn in
die Welt geſandt, zum Leiden, zum Sterben, aber
auch den Menſchen die Seligkeit zu erwerben. 3)
Es ſiehet an die bruͤnſtige Liebe JEſu, welcher ſich
in unſer arm Fleiſch und Blut verkleidet, damit er
uns moͤge zum Himmel und Seligkeit wieder brin-
gen. 4) Es preiſet die Gnade des Heiligen Gei-
ſtes, welcher die geſchenckte Wohlthaten denen
glaubigen Seelen ſo lebendig und kraͤfftig vorſtel-
let, zueignet und empfinden laͤſſet, als ob ſie heute
erſt waͤren geſchehen. Daher laͤſſet es 5) die hei-
lige Zeit ſich auch eine Zeit der Andacht und des Ge-
bets ſeyn, welche es mit Anhoͤrung und Betrach-
tung des Wortes GOttes, mit Anſtimmung
der Feſt-Lieder, und mit einem ſtillen und gott-
ſeligen Wandel anfaͤhet und vollendet.



Gebet.

ODu gnadenreicher JEſu! der du
biſt kommen zu ſuchen und ſelig
zu machen, was verlohren iſt; ich dan-
cke dir, daß du mich dieſe heilige Zeit

unter
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[652/0682] Der andaͤchtige Chriſt betrachtet die bevorſtehende Feſt-Zeiten, um alles ſeiner An- dacht vorzuſtellen, was GOttes Guͤte ihm geſchen- cket. 2) In der heiligen Advents-Zeit betrachtet es die Liebe des himmliſchen Vaters, der ſeines ei- nigen Sohnes nicht verſchonet hat, ſondern ihn in die Welt geſandt, zum Leiden, zum Sterben, aber auch den Menſchen die Seligkeit zu erwerben. 3) Es ſiehet an die bruͤnſtige Liebe JEſu, welcher ſich in unſer arm Fleiſch und Blut verkleidet, damit er uns moͤge zum Himmel und Seligkeit wieder brin- gen. 4) Es preiſet die Gnade des Heiligen Gei- ſtes, welcher die geſchenckte Wohlthaten denen glaubigen Seelen ſo lebendig und kraͤfftig vorſtel- let, zueignet und empfinden laͤſſet, als ob ſie heute erſt waͤren geſchehen. Daher laͤſſet es 5) die hei- lige Zeit ſich auch eine Zeit der Andacht und des Ge- bets ſeyn, welche es mit Anhoͤrung und Betrach- tung des Wortes GOttes, mit Anſtimmung der Feſt-Lieder, und mit einem ſtillen und gott- ſeligen Wandel anfaͤhet und vollendet. Gebet. ODu gnadenreicher JEſu! der du biſt kommen zu ſuchen und ſelig zu machen, was verlohren iſt; ich dan- cke dir, daß du mich dieſe heilige Zeit unter

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Zitationshilfe: Starck, Johann Friedrich: Tägliches Hand-Buch in guten und bösen Tagen. Frankfurt/Leipzig, 1749, S. 652. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/starck_handbuch_1749/682>, abgerufen am 20.05.2024.