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Varnhagen von Ense, Rahel: Rahel. Bd. 1. Berlin, 1834.

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Apropos, le prince de Ligne a dit quelque chose de moi
en prose, qui me flatte infiniment plus que tous ses vers;
c'etait a l'occasion de l'illumination, pour laquelle il m'avait
promis de venir me prendre a huit heures, mais il restait a
un the jusqu'a neuf heures, et lorsqu'on lui disait qu'il oubli-
ait sa promesse etc. il dit: "Ah! je la connais si hien, que
je lui voudrais manquer tous les jours!" Il a aussi dit que
je suis la meilleure amie. Donc il ne faut plus en douter.
--



An David Veit und Horn, in Jena.

Diesen Moment erhalt ich Ihren Brief, komm' aus dem
Bade, und die Post will auch schon weg. Übermorgen reise
ich nach Dresden; den 17. komm' ich zu Haus. Da find'
ich erst die Briefe, die nach Berlin gegangen sind. Die Stelle
"sie schwuren sich, entzückt, doch unschuldsvoll, im Antlitz des
keuschen Monds, was man nicht schwören soll," ist von Wie-
land; darum Verse tout faits. Zur Gräfin Pachta können
Sie immer gradezu, meinen und Ihren Namen nennen. --
Mit uns, lieber V., bleibt's beim Alten; das heißt, es wird
immer besser. Sie haben Recht.

Kammen Sie nun, Harn! Das, dünkt mich, ist der schönste
Brief. -- Sie kommen aber unverändert und unüber-
legt, nach wie vor, nach Berlin
, Horn! Sorgen lassen
Sie mich.

Sie haben mich glücklich gemacht, meine Herren! Mit
Goethe. "Ich hofft' es, ich verdient' es nicht." Beinah

Apropos, le prince de Ligne a dit quelque chose de moi
en prose, qui me flatte infiniment plus que tous ses vers;
c’était à l’occasion de l’illumination, pour laquelle il m’avait
promis de venir me prendre à huit heures, mais il restait à
un thé jusqu’à neuf heures, et lorsqu’on lui disait qu’il oubli-
ait sa promesse etc. il dit: „Ah! je la connais si hien, que
je lui voudrais manquer tous les jours!“ Il a aussi dit que
je suis la meilleure amie. Donc il ne faut plus en douter.



An David Veit und Horn, in Jena.

Dieſen Moment erhalt ich Ihren Brief, komm’ aus dem
Bade, und die Poſt will auch ſchon weg. Übermorgen reiſe
ich nach Dresden; den 17. komm’ ich zu Haus. Da find’
ich erſt die Briefe, die nach Berlin gegangen ſind. Die Stelle
„ſie ſchwuren ſich, entzückt, doch unſchuldsvoll, im Antlitz des
keuſchen Monds, was man nicht ſchwören ſoll,“ iſt von Wie-
land; darum Verſe tout faits. Zur Gräfin Pachta können
Sie immer gradezu, meinen und Ihren Namen nennen. —
Mit uns, lieber V., bleibt’s beim Alten; das heißt, es wird
immer beſſer. Sie haben Recht.

Kammen Sie nun, Harn! Das, dünkt mich, iſt der ſchönſte
Brief. — Sie kommen aber unverändert und unüber-
legt, nach wie vor, nach Berlin
, Horn! Sorgen laſſen
Sie mich.

Sie haben mich glücklich gemacht, meine Herren! Mit
Goethe. „Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht.“ Beinah

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[156/0170] Apropos, le prince de Ligne a dit quelque chose de moi en prose, qui me flatte infiniment plus que tous ses vers; c’était à l’occasion de l’illumination, pour laquelle il m’avait promis de venir me prendre à huit heures, mais il restait à un thé jusqu’à neuf heures, et lorsqu’on lui disait qu’il oubli- ait sa promesse etc. il dit: „Ah! je la connais si hien, que je lui voudrais manquer tous les jours!“ Il a aussi dit que je suis la meilleure amie. Donc il ne faut plus en douter. — An David Veit und Horn, in Jena. Töplitz, den S. September 1795. Dieſen Moment erhalt ich Ihren Brief, komm’ aus dem Bade, und die Poſt will auch ſchon weg. Übermorgen reiſe ich nach Dresden; den 17. komm’ ich zu Haus. Da find’ ich erſt die Briefe, die nach Berlin gegangen ſind. Die Stelle „ſie ſchwuren ſich, entzückt, doch unſchuldsvoll, im Antlitz des keuſchen Monds, was man nicht ſchwören ſoll,“ iſt von Wie- land; darum Verſe tout faits. Zur Gräfin Pachta können Sie immer gradezu, meinen und Ihren Namen nennen. — Mit uns, lieber V., bleibt’s beim Alten; das heißt, es wird immer beſſer. Sie haben Recht. Kammen Sie nun, Harn! Das, dünkt mich, iſt der ſchönſte Brief. — Sie kommen aber unverändert und unüber- legt, nach wie vor, nach Berlin, Horn! Sorgen laſſen Sie mich. Sie haben mich glücklich gemacht, meine Herren! Mit Goethe. „Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht.“ Beinah

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Zitationshilfe: Varnhagen von Ense, Rahel: Rahel. Bd. 1. Berlin, 1834, S. 156. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/varnhagen_rahel01_1834/170>, abgerufen am 26.02.2021.