Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867.

Bild:
<< vorherige Seite
[Spaltenumbruch]
Chur.

Das Bistumb Chur ist vnder den Bistumben am Rhein1 das öberst. (S. Kostnitz.) - L. Rauwolfen, Raissbeschreibung, Laugingen 1583.

1) Oder wie es etlich nennen, in der Pfaffengassen.


Chuschim.

Das is e Chuschim. (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 12.

Von einem tauben Menschen.


Cicero.

* Dem Cicero eine Ohrfeige geben.

Verstösse gegen die lateinische Sprache machen.


Cider.

Geschenkter Cider schmeckt besser als gekaufter Wein.


Cigarre.

1 Cigarren, Kaffee, Töpfchen (Bier), Pfeif', machen in der Wirthschaft Unterschleif. (Leipzig.)

2 Cigarren, Pfeife, Töpfchen und Kaffee, Theater, Bälle, Putz und Thee bringen in die Wirthschaft Weh.


Cigarrenasche.

Cigarrenasche leert die Tasche.


Circumflex.

Er hat einen Circumflex bekommen.

In der Studentensprache (vgl. Studentisches Conversationslexikon, Leipzig 1835) einen Hieb, weil manche Hiebe, besonders die Quarten, bisweilen grosse Aehnlichkeit mit dieser Figur haben.


Cisterne.

Man muss nicht aus jeder Cisterne trinken. - Henisch, 606.


Citiren.

* Er citirt Gespenster.

Wer unwahrscheinliche Ereignisse befürchtet.


Citrone.

1 Citronen muss man mit Zucker essen. - Lehmann, 28, 29.

2 Wenn die Citrone ausgedrückt ist, wirft man sie weg.


Clamant.

Grosse Clamanten, vngelehrte Bachanten. - Petri, II.


Claque.

Wem die Claque nicht soll fehlen, der muss sich eine Clique wählen.


Clausula.

Clausula codicillaris ist ein Kraut (ein Pflaster), das alles heilt. - Pistor., III, 38.


Clausur.

In der Clausur ist's erlaubt, aber nicht ausserhalb. - Eiselein, 108.


Clemens.

Sanct-Clemens (23. November) den Winter bringt, Sanct-Petrus Stuhl (22. Februar) den Mey her bringt (dem Frühling winkt), den Sommer bringt uns Sanct-Vrban (25. Mai), der Herbst fängt Bartholomeus (24. August) an. - Petri, II; Boebel, 53.


Codilla.

* Es ist Codilla verloren.


College.

1 Guten Morgen, Herr College, sagte der Bettler zum Kaufmann, du deckst deinen Schaden zu, ich decke ihn auf.

2 Vor einem Collegen behüt uns der liebe Herrgott. - Simrock, 1461.


Collet.

* Einem aufs Collet steigen.


Commandiren.

Commandert jo 'n Hund un blafft sülvst. - Goldschmidt, 108.


Commissar.

Commissarien haben jhre Herren im busen. - Henisch, 569.


Commission.

Commission heisst oft Amission. - Sutor, 363.


Commune.

Wer einer Commun dient, der dient niemand. - Lehmann, 127, 78.


[Spaltenumbruch]
Compagnie.

1 Companei ist eine Teufelei. - Tendlau, 715.

Geschäftsverbindungen thun selten gut, und selbst Freunde bleiben nicht stets einig, wenn sie Theilhaber Eines Geschäfts sind.

Frz.: Compagnie fait perdu son homme. - Compagnie nuit.

2 Compagnie is Biädeli. (Münster.) - Frommann, VI, 426, 47.

Dass bei der Compagnieschaft wenig herauskomme.

3 Cumpane is Lumpere. (Oldenburg.) - Weserzeitung, 4097; für Iserlohn: Woeste, 71, 159.

Gegen Compagnieschaft.

4 Cumpanei ist Lumperei. - Simrock, 1462; Körte, 808; Eiselein, 108.


Compliment.

1 Complimente koschten nix. (Jüd.-deutsch.) - Tendlau, 855.

2 Complimente sind der Hofleute Münze und Verstand.

3 Complimente sind falsche Münze, welche die Pinsel einwechseln.

It.: I complimenti sono fatti per la bocca, e non per il cuore. (Pazzaglia, 60, 1.)

4 Complimente und Bücklinge sind das Wohlfeilste.

5 Dass ich Complimente mache, ist nicht meine Sache.

6 Keine Complimente, sagte die Weinflasche zum gnädigen Herrn, als er vor ihr unter den Tisch fiel.

Engl.: Your goodness overpowers me, as the gentleman murmered to the champagne, when he could n't rise from his chair. (Hagen, 105, 39.)

7 In Complimenten ist Sparsamkeit Höflichkeit. - Simrock, 1463; Eiselein, 108.

8 Je mehr Compliment, je minder Condiment.

*9 Den es so voll Complimenten as den Bock voll Köttels1. (Meurs.) - Firmenich, I, 405, 276.

1) Kothkügelchen.

*10 Ein Compliment, und es wär' weiter nichts.

So sagt man in Schlesien, um seine Gleichgültigkeit gegen gewisse Anforderungen, über gewisse Vortheile u. s. w. auszusprechen. Mit andern Worten: Ich mache mir nichts daraus.

*11 Ein holländisches Compliment.

Es soll, wie Schuppius beifügt, den Nachgeschmack von einem Pfeffersacke haben.

*12 Einen mit Complimenten umbringen.

Von denen, die mit ihren Höflichkeiten die Leute zu Tode quälen.

*13 Er ist voller Complimente wie der Hund voller Flöhe.

*14 Hä es so ful1 Kumpelmente as de Bok ful Küetelen2. (Iserlohn.) - Frommann, V, 66, 97.

1) Voll.

2) Excremente.

*15 Man wird kurze (wenig) Complimente mit ihm machen.

*16 Ohne alle Complimente.

Ohne viel Höflichkeitsformen und Ceremonien. In Italien nennt man ein solches Benehmen: Auf lombardisch danken. (Reinsberg VI, 13.)


Compromiss.

1 Auf Cumpermiss zu pürschen ist jedem erlaubt. - Lehmann.

2 Compromiss - Schande gewiss.

Wenn Parteien eine Uebereinkunft treffen, wobei Principien, Rechtsgrundsätze u. dgl. aus Nachgiebigkeit verletzt werden, die, ohne Verletzung der Ehre und des Rechts, aufrecht erhalten werden mussten.

3 Lass dich in kein Compromiss, du verlierst die Sach', das ist gewiss. - Pistor., III, 40; Eisenhart, 525; Eiselein, 108; Hertius, I, 15; Estor, II, 979; Sailer, 253; Simrock, 1464.

Ein Sprichwort gegen gewisse Schiedsgerichte, worüber Eisenhart nachzulesen. Ueber seinen Sinn ist man nicht ganz einig. Einige meinen, man habe damit sagen wollen, dass sich diejenigen, welchen das Recht zur Bildung eines Schiedsgerichts zustehe, besser thäten, sich zur Ersparung der Kosten bald an das Reichsgericht zu wenden. Andere lassen das Sprichwort diejenigen, die nicht die beste Sache haben, vor der Annahme von Schiedsrichtern warnen, weil deren schnelle Entscheidung die Möglichkeit abschneide, den Process in die Länge zu ziehen. Noch andere endlich behaupten, dass es deshalb mislich mit einem Schiedsrichter sei, weil man nicht stets wissen könne, ob er auch die erforderlichen Eigenschaften zur gründlichen Abfassung eines Urtheils besitze, man also bei ihm die

[Spaltenumbruch]
Chur.

Das Bistumb Chur ist vnder den Bistumben am Rhein1 das öberst. (S. Kostnitz.)L. Rauwolfen, Raissbeschreibung, Laugingen 1583.

1) Oder wie es etlich nennen, in der Pfaffengassen.


Chuschim.

Das is e Chuschim. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 12.

Von einem tauben Menschen.


Cicero.

* Dem Cicero eine Ohrfeige geben.

Verstösse gegen die lateinische Sprache machen.


Cider.

Geschenkter Cider schmeckt besser als gekaufter Wein.


Cigarre.

1 Cigarren, Kaffee, Töpfchen (Bier), Pfeif', machen in der Wirthschaft Unterschleif. (Leipzig.)

2 Cigarren, Pfeife, Töpfchen und Kaffee, Theater, Bälle, Putz und Thee bringen in die Wirthschaft Weh.


Cigarrenasche.

Cigarrenasche leert die Tasche.


Circumflex.

Er hat einen Circumflex bekommen.

In der Studentensprache (vgl. Studentisches Conversationslexikon, Leipzig 1835) einen Hieb, weil manche Hiebe, besonders die Quarten, bisweilen grosse Aehnlichkeit mit dieser Figur haben.


Cisterne.

Man muss nicht aus jeder Cisterne trinken.Henisch, 606.


Citiren.

* Er citirt Gespenster.

Wer unwahrscheinliche Ereignisse befürchtet.


Citrone.

1 Citronen muss man mit Zucker essen.Lehmann, 28, 29.

2 Wenn die Citrone ausgedrückt ist, wirft man sie weg.


Clamant.

Grosse Clamanten, vngelehrte Bachanten.Petri, II.


Claque.

Wem die Claque nicht soll fehlen, der muss sich eine Clique wählen.


Clausula.

Clausula codicillaris ist ein Kraut (ein Pflaster), das alles heilt.Pistor., III, 38.


Clausur.

In der Clausur ist's erlaubt, aber nicht ausserhalb.Eiselein, 108.


Clemens.

Sanct-Clemens (23. November) den Winter bringt, Sanct-Petrus Stuhl (22. Februar) den Mey her bringt (dem Frühling winkt), den Sommer bringt uns Sanct-Vrban (25. Mai), der Herbst fängt Bartholomeus (24. August) an.Petri, II; Boebel, 53.


Codilla.

* Es ist Codilla verloren.


College.

1 Guten Morgen, Herr College, sagte der Bettler zum Kaufmann, du deckst deinen Schaden zu, ich decke ihn auf.

2 Vor einem Collegen behüt uns der liebe Herrgott.Simrock, 1461.


Collet.

* Einem aufs Collet steigen.


Commandiren.

Commandêrt jo 'n Hund un blafft sülvst.Goldschmidt, 108.


Commissar.

Commissarien haben jhre Herren im busen.Henisch, 569.


Commission.

Commission heisst oft Amission.Sutor, 363.


Commune.

Wer einer Commun dient, der dient niemand.Lehmann, 127, 78.


[Spaltenumbruch]
Compagnie.

1 Companei ist eine Teufelei.Tendlau, 715.

Geschäftsverbindungen thun selten gut, und selbst Freunde bleiben nicht stets einig, wenn sie Theilhaber Eines Geschäfts sind.

Frz.: Compagnie fait perdu son homme. – Compagnie nuit.

2 Compagnie is Biädeli. (Münster.) – Frommann, VI, 426, 47.

Dass bei der Compagnieschaft wenig herauskomme.

3 Cumpane is Lumpere. (Oldenburg.) – Weserzeitung, 4097; für Iserlohn: Woeste, 71, 159.

Gegen Compagnieschaft.

4 Cumpanei ist Lumperei.Simrock, 1462; Körte, 808; Eiselein, 108.


Compliment.

1 Complimente koschten nix. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 855.

2 Complimente sind der Hofleute Münze und Verstand.

3 Complimente sind falsche Münze, welche die Pinsel einwechseln.

It.: I complimenti sono fatti per la bocca, e non per il cuore. (Pazzaglia, 60, 1.)

4 Complimente und Bücklinge sind das Wohlfeilste.

5 Dass ich Complimente mache, ist nicht meine Sache.

6 Keine Complimente, sagte die Weinflasche zum gnädigen Herrn, als er vor ihr unter den Tisch fiel.

Engl.: Your goodness overpowers me, as the gentleman murmered to the champagne, when he could n't rise from his chair. (Hagen, 105, 39.)

7 In Complimenten ist Sparsamkeit Höflichkeit.Simrock, 1463; Eiselein, 108.

8 Je mehr Compliment, je minder Condiment.

*9 Den es so voll Complimenten as den Bock voll Köttels1. (Meurs.) – Firmenich, I, 405, 276.

1) Kothkügelchen.

*10 Ein Compliment, und es wär' weiter nichts.

So sagt man in Schlesien, um seine Gleichgültigkeit gegen gewisse Anforderungen, über gewisse Vortheile u. s. w. auszusprechen. Mit andern Worten: Ich mache mir nichts daraus.

*11 Ein holländisches Compliment.

Es soll, wie Schuppius beifügt, den Nachgeschmack von einem Pfeffersacke haben.

*12 Einen mit Complimenten umbringen.

Von denen, die mit ihren Höflichkeiten die Leute zu Tode quälen.

*13 Er ist voller Complimente wie der Hund voller Flöhe.

*14 Hä es so ful1 Kumpelmente as de Bok ful Küetelen2. (Iserlohn.) – Frommann, V, 66, 97.

1) Voll.

2) Excremente.

*15 Man wird kurze (wenig) Complimente mit ihm machen.

*16 Ohne alle Complimente.

Ohne viel Höflichkeitsformen und Ceremonien. In Italien nennt man ein solches Benehmen: Auf lombardisch danken. (Reinsberg VI, 13.)


Compromiss.

1 Auf Cumpermiss zu pürschen ist jedem erlaubt.Lehmann.

2 Compromiss – Schande gewiss.

Wenn Parteien eine Uebereinkunft treffen, wobei Principien, Rechtsgrundsätze u. dgl. aus Nachgiebigkeit verletzt werden, die, ohne Verletzung der Ehre und des Rechts, aufrecht erhalten werden mussten.

3 Lass dich in kein Compromiss, du verlierst die Sach', das ist gewiss.Pistor., III, 40; Eisenhart, 525; Eiselein, 108; Hertius, I, 15; Estor, II, 979; Sailer, 253; Simrock, 1464.

Ein Sprichwort gegen gewisse Schiedsgerichte, worüber Eisenhart nachzulesen. Ueber seinen Sinn ist man nicht ganz einig. Einige meinen, man habe damit sagen wollen, dass sich diejenigen, welchen das Recht zur Bildung eines Schiedsgerichts zustehe, besser thäten, sich zur Ersparung der Kosten bald an das Reichsgericht zu wenden. Andere lassen das Sprichwort diejenigen, die nicht die beste Sache haben, vor der Annahme von Schiedsrichtern warnen, weil deren schnelle Entscheidung die Möglichkeit abschneide, den Process in die Länge zu ziehen. Noch andere endlich behaupten, dass es deshalb mislich mit einem Schiedsrichter sei, weil man nicht stets wissen könne, ob er auch die erforderlichen Eigenschaften zur gründlichen Abfassung eines Urtheils besitze, man also bei ihm die

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <pb facs="#f0298" n="[270]"/>
          <cb n="539"/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Chur.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Das Bistumb Chur ist vnder den Bistumben am Rhein<hi rendition="#sup">1</hi> das öberst. (S.  Kostnitz.)</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">L. Rauwolfen, Raissbeschreibung, Laugingen 1583.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Oder wie es etlich nennen, in der Pfaffengassen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Chuschim.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Das is e Chuschim.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 12.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von einem tauben Menschen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Cicero.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Dem Cicero eine Ohrfeige geben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Verstösse gegen die lateinische Sprache machen.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Cider.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Geschenkter Cider schmeckt besser als gekaufter Wein.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Cigarre.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Cigarren, Kaffee, Töpfchen (Bier), Pfeif', machen in der Wirthschaft Unterschleif.</hi> (<hi rendition="#i">Leipzig.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Cigarren, Pfeife, Töpfchen und Kaffee, Theater, Bälle, Putz und Thee bringen in die Wirthschaft Weh.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Cigarrenasche.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Cigarrenasche leert die Tasche.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Circumflex.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Er hat einen Circumflex bekommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">In der Studentensprache (vgl. <hi rendition="#i">Studentisches Conversationslexikon, Leipzig 1835</hi>) einen Hieb, weil manche Hiebe, besonders die Quarten, bisweilen grosse Aehnlichkeit mit dieser Figur haben.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Cisterne.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Man muss nicht aus jeder Cisterne trinken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 606.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Citiren.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Er citirt Gespenster.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wer unwahrscheinliche Ereignisse befürchtet.</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Citrone.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Citronen muss man mit Zucker essen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 28, 29.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Wenn die Citrone ausgedrückt ist, wirft man sie weg.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Clamant.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Grosse Clamanten, vngelehrte Bachanten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Claque.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">Wem die Claque nicht soll fehlen, der muss sich eine Clique wählen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Clausula.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Clausula codicillaris ist ein Kraut (ein Pflaster), das alles heilt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pistor., III, 38.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Clausur.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">In der Clausur ist's erlaubt, aber nicht ausserhalb.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 108.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Clemens.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Sanct-Clemens (23. November) den Winter bringt, Sanct-Petrus Stuhl (22. Februar) den Mey her bringt (dem Frühling winkt), den Sommer bringt uns Sanct-Vrban (25. Mai), der Herbst fängt Bartholomeus (24. August) an.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II; Boebel, 53.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Codilla.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Es ist Codilla verloren.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">College.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">1 Guten Morgen, Herr College, sagte der Bettler zum Kaufmann, du deckst deinen Schaden zu, ich decke ihn auf.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Vor einem Collegen behüt uns der liebe Herrgott.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 1461.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Collet.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">* Einem aufs Collet steigen.</hi> </p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Commandiren.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Commandêrt jo 'n Hund un blafft sülvst.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Goldschmidt, 108.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Commissar.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Commissarien haben jhre Herren im busen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 569.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Commission.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Commission heisst oft Amission.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Sutor, 363.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Commune.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">Wer einer Commun dient, der dient niemand.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 127, 78.</hi></p><lb/>
        </div>
        <cb n="540"/>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Compagnie.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Companei ist eine Teufelei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 715.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Geschäftsverbindungen thun selten gut, und selbst Freunde bleiben nicht stets einig, wenn sie Theilhaber Eines Geschäfts sind.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Compagnie fait perdu son homme. &#x2013; Compagnie nuit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">2 Compagnie is Biädeli.</hi> (<hi rendition="#i">Münster.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, VI, 426, 47.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Dass bei der Compagnieschaft wenig herauskomme.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Cumpane is Lumpere.</hi> (<hi rendition="#i">Oldenburg.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Weserzeitung, 4097;</hi> für Iserlohn: <hi rendition="#i">Woeste, 71, 159.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Gegen Compagnieschaft.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">4 Cumpanei ist Lumperei.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 1462; Körte, 808; Eiselein, 108.</hi></p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Compliment.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Complimente koschten nix.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Tendlau, 855.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Complimente sind der Hofleute Münze und Verstand.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">3 Complimente sind falsche Münze, welche die Pinsel einwechseln.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: I complimenti sono fatti per la bocca, e non per il cuore. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 60, 1.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">4 Complimente und Bücklinge sind das Wohlfeilste.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">5 Dass ich Complimente mache, ist nicht meine Sache.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">6 Keine Complimente, sagte die Weinflasche zum gnädigen Herrn, als er vor ihr unter den Tisch fiel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Engl.</hi>: Your goodness overpowers me, as the gentleman murmered to the champagne, when he could n't rise from his chair. (<hi rendition="#i">Hagen, 105, 39.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">7 In Complimenten ist Sparsamkeit Höflichkeit.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 1463; Eiselein, 108.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Je mehr Compliment, je minder Condiment.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*9 Den es so voll Complimenten as den Bock voll Köttels<hi rendition="#sup">1</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Meurs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, I, 405, 276.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Kothkügelchen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*10 Ein Compliment, und es wär' weiter nichts.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">So sagt man in Schlesien, um seine Gleichgültigkeit gegen gewisse Anforderungen, über gewisse Vortheile u. s. w. auszusprechen. Mit andern Worten: Ich mache mir nichts daraus.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*11 Ein holländisches Compliment.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Es soll, wie Schuppius beifügt, den Nachgeschmack von einem Pfeffersacke haben.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*12 Einen mit Complimenten umbringen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Von denen, die mit ihren Höflichkeiten die Leute zu Tode quälen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*13 Er ist voller Complimente wie der Hund voller Flöhe.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*14 Hä es so ful<hi rendition="#sup">1</hi> Kumpelmente as de Bok ful Küetelen<hi rendition="#sup">2</hi>.</hi> (<hi rendition="#i">Iserlohn.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, V, 66, 97.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">1</hi>) Voll.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#sup">2</hi>) Excremente.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*15 Man wird kurze (wenig) Complimente mit ihm machen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*16 Ohne alle Complimente.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ohne viel Höflichkeitsformen und Ceremonien. In Italien nennt man ein solches Benehmen: Auf lombardisch danken. (<hi rendition="#i">Reinsberg VI, 13.</hi>)</p><lb/>
        </div>
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <head> <hi rendition="#b">Compromiss.</hi> </head><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">1 Auf Cumpermiss zu pürschen ist jedem erlaubt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">2 Compromiss &#x2013; Schande gewiss.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn Parteien eine Uebereinkunft treffen, wobei Principien, Rechtsgrundsätze u. dgl. aus Nachgiebigkeit verletzt werden, die, ohne Verletzung der Ehre und des Rechts, aufrecht erhalten werden mussten.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">3 Lass dich in kein Compromiss, du verlierst die Sach', das ist gewiss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Pistor., III, 40; Eisenhart, 525; Eiselein, 108; Hertius, I, 15; Estor, II, 979; Sailer, 253; Simrock, 1464.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Sprichwort gegen gewisse Schiedsgerichte, worüber Eisenhart nachzulesen. Ueber seinen Sinn ist man nicht ganz einig. Einige meinen, man habe damit sagen wollen, dass sich diejenigen, welchen das Recht zur Bildung eines Schiedsgerichts zustehe, besser thäten, sich zur Ersparung der Kosten bald an das Reichsgericht zu wenden. Andere lassen das Sprichwort diejenigen, die nicht die beste Sache haben, vor der Annahme von Schiedsrichtern warnen, weil deren schnelle Entscheidung die Möglichkeit abschneide, den Process in die Länge zu ziehen. Noch andere endlich behaupten, dass es deshalb mislich mit einem Schiedsrichter sei, weil man nicht stets wissen könne, ob er auch die erforderlichen Eigenschaften zur gründlichen Abfassung eines Urtheils besitze, man also bei ihm die
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[270]/0298] Chur. Das Bistumb Chur ist vnder den Bistumben am Rhein1 das öberst. (S. Kostnitz.) – L. Rauwolfen, Raissbeschreibung, Laugingen 1583. 1) Oder wie es etlich nennen, in der Pfaffengassen. Chuschim. Das is e Chuschim. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 12. Von einem tauben Menschen. Cicero. * Dem Cicero eine Ohrfeige geben. Verstösse gegen die lateinische Sprache machen. Cider. Geschenkter Cider schmeckt besser als gekaufter Wein. Cigarre. 1 Cigarren, Kaffee, Töpfchen (Bier), Pfeif', machen in der Wirthschaft Unterschleif. (Leipzig.) 2 Cigarren, Pfeife, Töpfchen und Kaffee, Theater, Bälle, Putz und Thee bringen in die Wirthschaft Weh. Cigarrenasche. Cigarrenasche leert die Tasche. Circumflex. Er hat einen Circumflex bekommen. In der Studentensprache (vgl. Studentisches Conversationslexikon, Leipzig 1835) einen Hieb, weil manche Hiebe, besonders die Quarten, bisweilen grosse Aehnlichkeit mit dieser Figur haben. Cisterne. Man muss nicht aus jeder Cisterne trinken. – Henisch, 606. Citiren. * Er citirt Gespenster. Wer unwahrscheinliche Ereignisse befürchtet. Citrone. 1 Citronen muss man mit Zucker essen. – Lehmann, 28, 29. 2 Wenn die Citrone ausgedrückt ist, wirft man sie weg. Clamant. Grosse Clamanten, vngelehrte Bachanten. – Petri, II. Claque. Wem die Claque nicht soll fehlen, der muss sich eine Clique wählen. Clausula. Clausula codicillaris ist ein Kraut (ein Pflaster), das alles heilt. – Pistor., III, 38. Clausur. In der Clausur ist's erlaubt, aber nicht ausserhalb. – Eiselein, 108. Clemens. Sanct-Clemens (23. November) den Winter bringt, Sanct-Petrus Stuhl (22. Februar) den Mey her bringt (dem Frühling winkt), den Sommer bringt uns Sanct-Vrban (25. Mai), der Herbst fängt Bartholomeus (24. August) an. – Petri, II; Boebel, 53. Codilla. * Es ist Codilla verloren. College. 1 Guten Morgen, Herr College, sagte der Bettler zum Kaufmann, du deckst deinen Schaden zu, ich decke ihn auf. 2 Vor einem Collegen behüt uns der liebe Herrgott. – Simrock, 1461. Collet. * Einem aufs Collet steigen. Commandiren. Commandêrt jo 'n Hund un blafft sülvst. – Goldschmidt, 108. Commissar. Commissarien haben jhre Herren im busen. – Henisch, 569. Commission. Commission heisst oft Amission. – Sutor, 363. Commune. Wer einer Commun dient, der dient niemand. – Lehmann, 127, 78. Compagnie. 1 Companei ist eine Teufelei. – Tendlau, 715. Geschäftsverbindungen thun selten gut, und selbst Freunde bleiben nicht stets einig, wenn sie Theilhaber Eines Geschäfts sind. Frz.: Compagnie fait perdu son homme. – Compagnie nuit. 2 Compagnie is Biädeli. (Münster.) – Frommann, VI, 426, 47. Dass bei der Compagnieschaft wenig herauskomme. 3 Cumpane is Lumpere. (Oldenburg.) – Weserzeitung, 4097; für Iserlohn: Woeste, 71, 159. Gegen Compagnieschaft. 4 Cumpanei ist Lumperei. – Simrock, 1462; Körte, 808; Eiselein, 108. Compliment. 1 Complimente koschten nix. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 855. 2 Complimente sind der Hofleute Münze und Verstand. 3 Complimente sind falsche Münze, welche die Pinsel einwechseln. It.: I complimenti sono fatti per la bocca, e non per il cuore. (Pazzaglia, 60, 1.) 4 Complimente und Bücklinge sind das Wohlfeilste. 5 Dass ich Complimente mache, ist nicht meine Sache. 6 Keine Complimente, sagte die Weinflasche zum gnädigen Herrn, als er vor ihr unter den Tisch fiel. Engl.: Your goodness overpowers me, as the gentleman murmered to the champagne, when he could n't rise from his chair. (Hagen, 105, 39.) 7 In Complimenten ist Sparsamkeit Höflichkeit. – Simrock, 1463; Eiselein, 108. 8 Je mehr Compliment, je minder Condiment. *9 Den es so voll Complimenten as den Bock voll Köttels1. (Meurs.) – Firmenich, I, 405, 276. 1) Kothkügelchen. *10 Ein Compliment, und es wär' weiter nichts. So sagt man in Schlesien, um seine Gleichgültigkeit gegen gewisse Anforderungen, über gewisse Vortheile u. s. w. auszusprechen. Mit andern Worten: Ich mache mir nichts daraus. *11 Ein holländisches Compliment. Es soll, wie Schuppius beifügt, den Nachgeschmack von einem Pfeffersacke haben. *12 Einen mit Complimenten umbringen. Von denen, die mit ihren Höflichkeiten die Leute zu Tode quälen. *13 Er ist voller Complimente wie der Hund voller Flöhe. *14 Hä es so ful1 Kumpelmente as de Bok ful Küetelen2. (Iserlohn.) – Frommann, V, 66, 97. 1) Voll. 2) Excremente. *15 Man wird kurze (wenig) Complimente mit ihm machen. *16 Ohne alle Complimente. Ohne viel Höflichkeitsformen und Ceremonien. In Italien nennt man ein solches Benehmen: Auf lombardisch danken. (Reinsberg VI, 13.) Compromiss. 1 Auf Cumpermiss zu pürschen ist jedem erlaubt. – Lehmann. 2 Compromiss – Schande gewiss. Wenn Parteien eine Uebereinkunft treffen, wobei Principien, Rechtsgrundsätze u. dgl. aus Nachgiebigkeit verletzt werden, die, ohne Verletzung der Ehre und des Rechts, aufrecht erhalten werden mussten. 3 Lass dich in kein Compromiss, du verlierst die Sach', das ist gewiss. – Pistor., III, 40; Eisenhart, 525; Eiselein, 108; Hertius, I, 15; Estor, II, 979; Sailer, 253; Simrock, 1464. Ein Sprichwort gegen gewisse Schiedsgerichte, worüber Eisenhart nachzulesen. Ueber seinen Sinn ist man nicht ganz einig. Einige meinen, man habe damit sagen wollen, dass sich diejenigen, welchen das Recht zur Bildung eines Schiedsgerichts zustehe, besser thäten, sich zur Ersparung der Kosten bald an das Reichsgericht zu wenden. Andere lassen das Sprichwort diejenigen, die nicht die beste Sache haben, vor der Annahme von Schiedsrichtern warnen, weil deren schnelle Entscheidung die Möglichkeit abschneide, den Process in die Länge zu ziehen. Noch andere endlich behaupten, dass es deshalb mislich mit einem Schiedsrichter sei, weil man nicht stets wissen könne, ob er auch die erforderlichen Eigenschaften zur gründlichen Abfassung eines Urtheils besitze, man also bei ihm die

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:54:38Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:54:38Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/298
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 1. Leipzig, 1867, S. [270]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon01_1867/298>, abgerufen am 03.03.2024.