Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wolff, Caspar Friedrich: Theorie von der Generation. Berlin, 1764.

Bild:
<< vorherige Seite

3. Kap. Von der Entstehungsart
Tausend Exempel von dergleichen Ablösungen fin-
den bey den Pflanzen und bey den Thieren statt;
die merkwürdigsten habe ich in der Dissertation
in der Anmerkung zum 228. §. angeführt und
die Wichtigkeit dieser Veränderungen in Ansehung
ihrer Folgen, die sie haben, zugleich gezeigt. Al-
so anstatt, daß das Herz bishero eine Verlänge-
rung oder ein Ast des Gefäßes der Mutter gewe-
sen ist, so hört es nun auf, einer zu seyn, und an-
statt, daß es bis hieher seine Säfte aus diesem Ge-
fäße genommen hatte, so nimmt es dieselben jetzo
aus denen Venen, die so, wie die Arterien auf
der einen Seite, immer zu gleicher Zeit mit ihnen
formirt werden, und wird dadurch, was sonst kein
Gefäß wird, eine einzige und unabhängige Quel-
le aller Arterien, und der Zusammenfluß aller
Venen.



4. Kap.
Von der Entstehungsart der vor sich
selbst bestehenden, und der aus andern
zusammengesetzten Theilen.
§. 46.
Was erfor-
dert wird um
die Entste-
hungsart die-
ser Theile zu
entdecken.

Weil die Entstehungsart der bey-
den letztern Gattungen von
Theilen, der vor sich selbst bestehen-
den und derjenigen, die zwar wie je-
ne aus andern zusammengesetzt, dabey
aber zugleich noch Theile anderer Thei-

le

3. Kap. Von der Entſtehungsart
Tauſend Exempel von dergleichen Abloͤſungen fin-
den bey den Pflanzen und bey den Thieren ſtatt;
die merkwuͤrdigſten habe ich in der Diſſertation
in der Anmerkung zum 228. §. angefuͤhrt und
die Wichtigkeit dieſer Veraͤnderungen in Anſehung
ihrer Folgen, die ſie haben, zugleich gezeigt. Al-
ſo anſtatt, daß das Herz bishero eine Verlaͤnge-
rung oder ein Aſt des Gefaͤßes der Mutter gewe-
ſen iſt, ſo hoͤrt es nun auf, einer zu ſeyn, und an-
ſtatt, daß es bis hieher ſeine Saͤfte aus dieſem Ge-
faͤße genommen hatte, ſo nimmt es dieſelben jetzo
aus denen Venen, die ſo, wie die Arterien auf
der einen Seite, immer zu gleicher Zeit mit ihnen
formirt werden, und wird dadurch, was ſonſt kein
Gefaͤß wird, eine einzige und unabhaͤngige Quel-
le aller Arterien, und der Zuſammenfluß aller
Venen.



4. Kap.
Von der Entſtehungsart der vor ſich
ſelbſt beſtehenden, und der aus andern
zuſammengeſetzten Theilen.
§. 46.
Was erfor-
dert wird um
die Entſte-
hungsart die-
ſer Theile zu
entdecken.

Weil die Entſtehungsart der bey-
den letztern Gattungen von
Theilen, der vor ſich ſelbſt beſtehen-
den und derjenigen, die zwar wie je-
ne aus andern zuſammengeſetzt, dabey
aber zugleich noch Theile anderer Thei-

le
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0208" n="186"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">3. Kap. Von der Ent&#x017F;tehungsart</hi></fw><lb/>
Tau&#x017F;end Exempel von dergleichen Ablo&#x0364;&#x017F;ungen fin-<lb/>
den bey den Pflanzen und bey den Thieren &#x017F;tatt;<lb/>
die merkwu&#x0364;rdig&#x017F;ten habe ich in der Di&#x017F;&#x017F;ertation<lb/>
in der Anmerkung zum 228. §. angefu&#x0364;hrt und<lb/>
die Wichtigkeit die&#x017F;er Vera&#x0364;nderungen in An&#x017F;ehung<lb/>
ihrer Folgen, die &#x017F;ie haben, zugleich gezeigt. Al-<lb/>
&#x017F;o an&#x017F;tatt, daß das Herz bishero eine Verla&#x0364;nge-<lb/>
rung oder ein A&#x017F;t des Gefa&#x0364;ßes der Mutter gewe-<lb/>
&#x017F;en i&#x017F;t, &#x017F;o ho&#x0364;rt es nun auf, einer zu &#x017F;eyn, und an-<lb/>
&#x017F;tatt, daß es bis hieher &#x017F;eine Sa&#x0364;fte aus die&#x017F;em Ge-<lb/>
fa&#x0364;ße genommen hatte, &#x017F;o nimmt es die&#x017F;elben jetzo<lb/>
aus denen Venen, die &#x017F;o, wie die Arterien auf<lb/>
der einen Seite, immer zu gleicher Zeit mit ihnen<lb/>
formirt werden, und wird dadurch, was &#x017F;on&#x017F;t kein<lb/>
Gefa&#x0364;ß wird, eine einzige und unabha&#x0364;ngige Quel-<lb/>
le aller Arterien, und der Zu&#x017F;ammenfluß aller<lb/>
Venen.</p>
          </div>
        </div><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b">4. <hi rendition="#g">Kap</hi>.<lb/>
Von der Ent&#x017F;tehungsart der vor &#x017F;ich<lb/>
&#x017F;elb&#x017F;t be&#x017F;tehenden, und der aus andern<lb/>
zu&#x017F;ammenge&#x017F;etzten Theilen.</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 46.</head><lb/>
            <note place="left">Was erfor-<lb/>
dert wird um<lb/>
die Ent&#x017F;te-<lb/>
hungsart die-<lb/>
&#x017F;er Theile zu<lb/>
entdecken.</note>
            <p><hi rendition="#in">W</hi>eil die Ent&#x017F;tehungsart der bey-<lb/>
den letztern Gattungen von<lb/>
Theilen, der vor &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t be&#x017F;tehen-<lb/>
den und derjenigen, die zwar wie je-<lb/>
ne aus andern zu&#x017F;ammenge&#x017F;etzt, dabey<lb/>
aber zugleich noch Theile anderer Thei-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">le</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[186/0208] 3. Kap. Von der Entſtehungsart Tauſend Exempel von dergleichen Abloͤſungen fin- den bey den Pflanzen und bey den Thieren ſtatt; die merkwuͤrdigſten habe ich in der Diſſertation in der Anmerkung zum 228. §. angefuͤhrt und die Wichtigkeit dieſer Veraͤnderungen in Anſehung ihrer Folgen, die ſie haben, zugleich gezeigt. Al- ſo anſtatt, daß das Herz bishero eine Verlaͤnge- rung oder ein Aſt des Gefaͤßes der Mutter gewe- ſen iſt, ſo hoͤrt es nun auf, einer zu ſeyn, und an- ſtatt, daß es bis hieher ſeine Saͤfte aus dieſem Ge- faͤße genommen hatte, ſo nimmt es dieſelben jetzo aus denen Venen, die ſo, wie die Arterien auf der einen Seite, immer zu gleicher Zeit mit ihnen formirt werden, und wird dadurch, was ſonſt kein Gefaͤß wird, eine einzige und unabhaͤngige Quel- le aller Arterien, und der Zuſammenfluß aller Venen. 4. Kap. Von der Entſtehungsart der vor ſich ſelbſt beſtehenden, und der aus andern zuſammengeſetzten Theilen. §. 46. Weil die Entſtehungsart der bey- den letztern Gattungen von Theilen, der vor ſich ſelbſt beſtehen- den und derjenigen, die zwar wie je- ne aus andern zuſammengeſetzt, dabey aber zugleich noch Theile anderer Thei- le

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/wolff_theorie_1764
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/wolff_theorie_1764/208
Zitationshilfe: Wolff, Caspar Friedrich: Theorie von der Generation. Berlin, 1764, S. 186. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wolff_theorie_1764/208>, abgerufen am 10.04.2021.