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[N.N.]: Zeitzisches Hand- und Gebet-Buch. Leipzig, 1690.

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Paßion
König/ und da wurden zween Mörder mit ihm gecreu-
tziget/ einer zur Rechten und einer zur Lincken. Die aber
fürüber gingen lästerten Ihn und schüttelten ihre
Köpffe und sprachen:
Chor.
Der du den Tempel zerbrichst/ und bauest ihn in
dreyen Tagen/ hilff dir selber/ bistu Gottes Sohn so
steig herab vom Creutz:
Evangelist.
Deßgleichen auch die hohen Priester spotteten sein
samt den Schrift-Gelehrten und Eltesten und sprachen:
Chor.
Andern hat Er geholffen und kan ihm selber nicht
helffen/ ist er der König von Israel/ so steige er nun vom
Creutze/ so wollen wir ihm glauben/ er hat GOtt ver-
trauet/ der erlöse ihn nun/ lüstets ihn. Denn er hat ge-
sagt: Ich bin Gottes Sohn.
Evangelist.
Deßgleichen schmäheten Ihn auch die Mörder die
mit Ihm gereutziget waren. Und von der sechsten
Stunde an ward eine Finsternis über das gantze Land/
biß zu der neundten Stunde/ und umb die neundte
Stunde schrey Jesus laut und sprach:
Christus.
Eli/ Eli Lama Asabthani.
Evangelist.
Das ist: Mein GOtt/ mein GOtt! warum hastu
mich verlassen? Etliche aber die dabey stunden/ da sie
das hörten/ sprachen sie:
Chor.
Er ruffet den Elias:
Evangelist.
Und bald lieff einer unter ihnen/ nahm einen Schwam
und
Paßion
Koͤnig/ und da wurden zween Moͤrder mit ihm gecreu-
tziget/ einer zur Rechten und einer zur Lincken. Die aber
fuͤruͤber gingen laͤſterten Ihn und ſchuͤttelten ihre
Koͤpffe und ſprachen:
Chor.
Der du den Tempel zerbrichſt/ und baueſt ihn in
dreyen Tagen/ hilff dir ſelber/ biſtu Gottes Sohn ſo
ſteig herab vom Creutz:
Evangeliſt.
Deßgleichen auch die hohen Prieſter ſpotteten ſein
ſamt den Schrift-Gelehrten und Elteſten und ſprachen:
Chor.
Andern hat Er geholffen und kan ihm ſelber nicht
helffen/ iſt er der Koͤnig von Iſrael/ ſo ſteige er nun vom
Creutze/ ſo wollen wir ihm glauben/ er hat GOtt ver-
trauet/ der erloͤſe ihn nun/ luͤſtets ihn. Denn er hat ge-
ſagt: Ich bin Gottes Sohn.
Evangeliſt.
Deßgleichen ſchmaͤheten Ihn auch die Moͤrder die
mit Ihm gereutziget waren. Und von der ſechſten
Stunde an ward eine Finſternis uͤber das gantze Land/
biß zu der neundten Stunde/ und umb die neundte
Stunde ſchrey Jeſus laut und ſprach:
Chriſtus.
Eli/ Eli Lama Aſabthani.
Evangeliſt.
Das iſt: Mein GOtt/ mein GOtt! warum haſtu
mich verlaſſen? Etliche aber die dabey ſtunden/ da ſie
das hoͤrten/ ſprachen ſie:
Chor.
Er ruffet den Elias:
Evangeliſt.
Und bald lieff einer unter ihnen/ nahm einen Schwam
und
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[0390] Paßion Koͤnig/ und da wurden zween Moͤrder mit ihm gecreu- tziget/ einer zur Rechten und einer zur Lincken. Die aber fuͤruͤber gingen laͤſterten Ihn und ſchuͤttelten ihre Koͤpffe und ſprachen: Chor. Der du den Tempel zerbrichſt/ und baueſt ihn in dreyen Tagen/ hilff dir ſelber/ biſtu Gottes Sohn ſo ſteig herab vom Creutz: Evangeliſt. Deßgleichen auch die hohen Prieſter ſpotteten ſein ſamt den Schrift-Gelehrten und Elteſten und ſprachen: Chor. Andern hat Er geholffen und kan ihm ſelber nicht helffen/ iſt er der Koͤnig von Iſrael/ ſo ſteige er nun vom Creutze/ ſo wollen wir ihm glauben/ er hat GOtt ver- trauet/ der erloͤſe ihn nun/ luͤſtets ihn. Denn er hat ge- ſagt: Ich bin Gottes Sohn. Evangeliſt. Deßgleichen ſchmaͤheten Ihn auch die Moͤrder die mit Ihm gereutziget waren. Und von der ſechſten Stunde an ward eine Finſternis uͤber das gantze Land/ biß zu der neundten Stunde/ und umb die neundte Stunde ſchrey Jeſus laut und ſprach: Chriſtus. Eli/ Eli Lama Aſabthani. Evangeliſt. Das iſt: Mein GOtt/ mein GOtt! warum haſtu mich verlaſſen? Etliche aber die dabey ſtunden/ da ſie das hoͤrten/ ſprachen ſie: Chor. Er ruffet den Elias: Evangeliſt. Und bald lieff einer unter ihnen/ nahm einen Schwam und

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Zitationshilfe: [N.N.]: Zeitzisches Hand- und Gebet-Buch. Leipzig, 1690, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zeitz_gebetbuch_1690/390>, abgerufen am 13.07.2024.