Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662].

Bild:
<< vorherige Seite

im Grichischen Text uns das Wörtlein analusaiy) u. Lexi-
con Pa-
soris p.

336.

fein zu erkennen giebet. y

II. Als eine bemühende Gratie oder
Charitinne so mit vieler Müh
und Arbeit ist beschweret.

Moses fähret ferner fort im abgelesenen Text
und spricht: Wenn es köstlich gewesen (nemlich
das Leben) so ist es Müh und Arbeit gewesen.
Nach der Grundsprache lautets. Wenn es am köst-
lichsten als an den Hochzeit tagen/ die doch Freuden.
Tage sein sollen/ gewesen ist/ so ist es Müh
und Arbeit gewesen z. Die LXX. Dolmetscherz) [fremdsprachliches Material - Zeichen fehlt]
brauchen die Wörter kopos kai ponos a dardurch
wird angedeutet/ daß das Menschliche Leben durch
viel und sehr beschwerliche Arbeit geplaget und be-a) Kopos
proprie
significat
molesti-
am, ne-
gotium,
qvod nos
caedit, &
qvasi vi-
res fran-
git, Luc.
11. v.
7.
me moi
kopous
parekhe
ne mihi facesse negotium. u. Lexicon Graeco Lat. Pa-
sorisp. m.
301.

schweret werde.

Grosse Plage und Beschwerligkeit machet den Men-
schen

1. Jhre Beruffs Arbeit.

GOtt hat den Menschen geschaffen/ stehet eigentlich
in seiner Sprache/ ad laborem zurArbeit/ wie den
Vogel zum fliehen Job. 5. b GOtt hat den Adamb) Job. 5. v. 7.
ins Paradiß gesetzet/ daß er den Garten Eden bau-
en solte/ da er gleich noch ohne Sünde war Gen. 2. cc) Gen. [2]. v. 15.
Einem ieglichen Menschen ist die Arbeit aufferlegt

nach
C iij

im Grichiſchen Text uns das Woͤrtlein ἀναλῦσαιy) u. Lexi-
con Pa-
ſoris p.

336.

fein zu erkennen giebet. y

II. Als eine bemuͤhende Gratie oder
Charitinne ſo mit vieler Muͤh
und Arbeit iſt beſchweret.

Moſes faͤhret ferner fort im abgeleſenen Text
und ſpricht: Wenn es koͤſtlich geweſen (nemlich
das Leben) ſo iſt es Muͤh und Arbeit geweſen.
Nach der Grundſprache lautets. Wenn es am koͤſt-
lichſten als an den Hochzeit tagen/ die doch Freuden.
Tage ſein ſollen/ geweſen iſt/ ſo iſt es Muͤh
und Arbeit geweſen z. Die LXX. Dolmetſcherz) [fremdsprachliches Material – Zeichen fehlt]
brauchen die Woͤrter κὀπος και ϖὁνος a dardurch
wird angedeutet/ daß das Menſchliche Leben durch
viel und ſehr beſchwerliche Arbeit geplaget und be-a) Κὸϖος
propriè
ſignificat
moleſti-
am, ne-
gotium,
qvod nos
cædit, &
qvaſi vi-
res fran-
git, Luc.
11. v.
7.
μὴ μοι
κὀπους
πὰρεχε
ne mihi faceſſe negotium. u. Lexicon Græco Lat. Pa-
ſorisp. m.
301.

ſchweret werde.

Groſſe Plage und Beſchwerligkeit machet den Men-
ſchen

1. Jhre Beruffs Arbeit.

GOtt hat den Menſchen geſchaffen/ ſtehet eigentlich
in ſeiner Sprache/ ad laborem zurArbeit/ wie den
Vogel zum fliehen Job. 5. b GOtt hat den Adamb) Job. 5. v. 7.
ins Paradiß geſetzet/ daß er den Garten Eden bau-
en ſolte/ da er gleich noch ohne Suͤnde war Gen. 2. cc) Gen. [2]. v. 15.
Einem ieglichen Menſchen iſt die Arbeit aufferlegt

nach
C iij
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="fsSermon" n="1">
        <div type="fsMainPart" n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0021" n="[21]"/>
im Grichi&#x017F;chen Text uns das Wo&#x0364;rtlein &#x1F00;&#x03BD;&#x03B1;&#x03BB;&#x1FE6;&#x03C3;&#x03B1;&#x03B9;<note place="right"><hi rendition="#aq">y) u. Lexi-<lb/>
con Pa-<lb/>
&#x017F;oris p.</hi><lb/>
336.</note><lb/>
fein zu erkennen giebet. <hi rendition="#aq">y</hi></p>
              </div>
            </div><lb/>
            <div n="4">
              <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#aq">II.</hi> Als eine bemu&#x0364;hende Gratie oder<lb/>
Charitinne &#x017F;o mit vieler Mu&#x0364;h<lb/>
und Arbeit i&#x017F;t be&#x017F;chweret.</hi> </head><lb/>
              <p>Mo&#x017F;es fa&#x0364;hret ferner fort im abgele&#x017F;enen Text<lb/>
und &#x017F;pricht: Wenn es ko&#x0364;&#x017F;tlich gewe&#x017F;en (nemlich<lb/>
das Leben) &#x017F;o i&#x017F;t es Mu&#x0364;h und Arbeit gewe&#x017F;en.<lb/>
Nach der Grund&#x017F;prache lautets. Wenn es am ko&#x0364;&#x017F;t-<lb/>
lich&#x017F;ten als an den Hochzeit tagen/ die doch Freuden.<lb/>
Tage &#x017F;ein &#x017F;ollen/ gewe&#x017F;en i&#x017F;t/ &#x017F;o i&#x017F;t es Mu&#x0364;h<lb/>
und Arbeit gewe&#x017F;en <hi rendition="#aq">z.</hi> Die <hi rendition="#aq">LXX.</hi> Dolmet&#x017F;cher<note place="right"><hi rendition="#aq">z)</hi><gap reason="fm" unit="chars"/></note><lb/>
brauchen die Wo&#x0364;rter &#x03BA;&#x1F40;&#x03C0;&#x03BF;&#x03C2; &#x03BA;&#x03B1;&#x03B9; &#x03D6;&#x1F41;&#x03BD;&#x03BF;&#x03C2; <hi rendition="#aq">a</hi> dardurch<lb/>
wird angedeutet/ daß das Men&#x017F;chliche Leben durch<lb/>
viel und &#x017F;ehr be&#x017F;chwerliche Arbeit geplaget und be-<note place="right"><hi rendition="#aq">a)</hi> &#x039A;&#x1F78;&#x03D6;&#x03BF;&#x03C2;<lb/><hi rendition="#aq">propriè<lb/>
&#x017F;ignificat<lb/>
mole&#x017F;ti-<lb/>
am, ne-<lb/>
gotium,<lb/>
qvod nos<lb/>
cædit, &amp;<lb/>
qva&#x017F;i vi-<lb/>
res fran-<lb/>
git, Luc.<lb/>
11. v.</hi> 7.<lb/>
&#x03BC;&#x1F74; &#x03BC;&#x03BF;&#x03B9;<lb/>
&#x03BA;&#x1F40;&#x03C0;&#x03BF;&#x03C5;&#x03C2;<lb/>
&#x03C0;&#x1F70;&#x03C1;&#x03B5;&#x03C7;&#x03B5;<lb/><hi rendition="#aq">ne mihi face&#x017F;&#x017F;e negotium. u. Lexicon Græco Lat. Pa-<lb/>
&#x017F;orisp. m.</hi> 301.</note><lb/>
&#x017F;chweret werde.</p><lb/>
              <p>Gro&#x017F;&#x017F;e Plage und Be&#x017F;chwerligkeit machet den Men-<lb/>
&#x017F;chen</p><lb/>
              <div n="5">
                <head> <hi rendition="#b">1. Jhre Beruffs Arbeit.</hi> </head><lb/>
                <p>GOtt hat den Men&#x017F;chen ge&#x017F;chaffen/ &#x017F;tehet eigentlich<lb/>
in &#x017F;einer Sprache/ <hi rendition="#aq">ad laborem</hi> zurArbeit/ wie den<lb/>
Vogel zum fliehen <hi rendition="#aq">Job. 5. b</hi> GOtt hat den Adam<note place="right"><hi rendition="#aq">b) Job. 5. v.</hi> 7.</note><lb/>
ins Paradiß ge&#x017F;etzet/ daß er den Garten Eden bau-<lb/>
en &#x017F;olte/ da er gleich noch ohne Su&#x0364;nde war <hi rendition="#aq">Gen. 2. c</hi><note place="right"><hi rendition="#aq">c) Gen. <supplied>2</supplied>. v.</hi> 15.</note><lb/>
Einem ieglichen Men&#x017F;chen i&#x017F;t die Arbeit aufferlegt<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">C iij</fw><fw place="bottom" type="catch">nach</fw><lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[21]/0021] im Grichiſchen Text uns das Woͤrtlein ἀναλῦσαι fein zu erkennen giebet. y y) u. Lexi- con Pa- ſoris p. 336. II. Als eine bemuͤhende Gratie oder Charitinne ſo mit vieler Muͤh und Arbeit iſt beſchweret. Moſes faͤhret ferner fort im abgeleſenen Text und ſpricht: Wenn es koͤſtlich geweſen (nemlich das Leben) ſo iſt es Muͤh und Arbeit geweſen. Nach der Grundſprache lautets. Wenn es am koͤſt- lichſten als an den Hochzeit tagen/ die doch Freuden. Tage ſein ſollen/ geweſen iſt/ ſo iſt es Muͤh und Arbeit geweſen z. Die LXX. Dolmetſcher brauchen die Woͤrter κὀπος και ϖὁνος a dardurch wird angedeutet/ daß das Menſchliche Leben durch viel und ſehr beſchwerliche Arbeit geplaget und be- ſchweret werde. z) _ a) Κὸϖος propriè ſignificat moleſti- am, ne- gotium, qvod nos cædit, & qvaſi vi- res fran- git, Luc. 11. v. 7. μὴ μοι κὀπους πὰρεχε ne mihi faceſſe negotium. u. Lexicon Græco Lat. Pa- ſorisp. m. 301. Groſſe Plage und Beſchwerligkeit machet den Men- ſchen 1. Jhre Beruffs Arbeit. GOtt hat den Menſchen geſchaffen/ ſtehet eigentlich in ſeiner Sprache/ ad laborem zurArbeit/ wie den Vogel zum fliehen Job. 5. b GOtt hat den Adam ins Paradiß geſetzet/ daß er den Garten Eden bau- en ſolte/ da er gleich noch ohne Suͤnde war Gen. 2. c Einem ieglichen Menſchen iſt die Arbeit aufferlegt nach b) Job. 5. v. 7. c) Gen. 2. v. 15. C iij

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/539564
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/539564/21
Zitationshilfe: Kutschreiter, Johannes: Conterfey oder Abbildung Menschlichen Lebens in dem helleuchtenden Spiegel Göttlichen Wortes aus dem 90. Psalm v. 10. Liegnitz, [1662], S. [21]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/539564/21>, abgerufen am 21.08.2018.