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Erhard, Johannes: Eine Christliche LeichPredigt. Lüneburg, 1620.

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Christliche
Hierauß haben wir zulernen

I. Gleich wie der fromme Job dem Creutz muß vnterworf-
fen seyn/ also hat Gott je vnd allezeit mit den seinen in dieser Welt
den Proces gehalten/ helt jhn auch noch/ vnd wird jhn biß an der
Welt ende also halten/ daß er die seinen mit dem lieben Creutze
heimsuchet/ Wer jhm zugehöret der muß bißweilen ein drünck-
lein auß dem Creutzbecher drincken/ wie solches nicht allein die
tegliche erfarunge/ sondern auch Gottes Wort/ beyde mit Sprü-
chen vnd Exempeln genugsam bezeuget: Syrach spricht im 2. Cap.
Syr. 2.Mein Kind wiltu Gottes Diener seyn/ so schicke dich
zur anfechtunge.

Matth. 16. spricht der Sohn Gottes der den Creutzgang
Matth. 16für vns her gegangen hat also: Wil mir Jemand nachfol-
gen/ der verleuchene sich selber vnnd folge mir nach.

Johan. 14Johan. 14. Wer mein Jünger seyn wil der neme sein
Creutze auff sich vnd folge mir nach.

Act. 14.

Summa/ Wirmüssen durch viel Trübsal ins Himmelreich
gehen. Daher hat Augustin. recht gesagt: Quid est diu vivere,
nisi diu torqueri?
Was ist lange leben? Nichts den nur im elen-
de schweben. Was die Exempel anlangen thut/ haben wir der-
selben in Gottes Wort auch sehr viel/ die vns weisen was Gott
mit den seinen in dieser Welt pflege für einen Proceß zuhalten/
Als da seind: Abel/ Noha/ Abraham/ Isaac/ Jacob/ Joseph/
Job, 6.sonderlich haben wir das Exempel des Jobs/ der im 6. Cap. seines
Buches spricht: Wen man meinen Jammer wüge/ vnd
mein Leiden zusammen in eine Wage legte/ so würde
es schwerer seyn/ denn der Sand am Meere.
Der from-
Psal. 73.me Assaph klaget gleichsfals vber seinen Jammer im 73. Psalm.
vnd spricht: Ich bin geplaget teglich/ vnd meine straffe

ist al-
Chriſtliche
Hierauß haben wir zulernen

I. Gleich wie der fromme Job dem Creutz muß vnterworf-
fen ſeyn/ alſo hat Gott je vñ allezeit mit den ſeinen in dieſer Welt
den Proces gehalten/ helt jhn auch noch/ vnd wird jhn biß an der
Welt ende alſo halten/ daß er die ſeinen mit dem lieben Creutze
heimſuchet/ Wer jhm zugehoͤret der muß bißweilen ein druͤnck-
lein auß dem Creutzbecher drincken/ wie ſolches nicht allein die
tegliche erfarunge/ ſondern auch Gottes Wort/ beyde mit Spruͤ-
chen vñ Exempeln genugſam bezeuget: Syrach ſpricht im 2. Cap.
Syr. 2.Mein Kind wiltu Gottes Diener ſeyn/ ſo ſchicke dich
zur anfechtunge.

Matth. 16. ſpricht der Sohn Gottes der den Creutzgang
Matth. 16fuͤr vns her gegangen hat alſo: Wil mir Jemand nachfol-
gen/ der verleuchene ſich ſelber vnnd folge mir nach.

Johan. 14Johan. 14. Wer mein Juͤnger ſeyn wil der neme ſein
Creutze auff ſich vnd folge mir nach.

Act. 14.

Summa/ Wirmuͤſſen durch viel Truͤbſal ins Himmelreich
gehen. Daher hat Auguſtin. recht geſagt: Quid eſt diu vivere,
niſi diu torqueri?
Was iſt lange leben? Nichts den nur im elen-
de ſchweben. Was die Exempel anlangen thut/ haben wir der-
ſelben in Gottes Wort auch ſehr viel/ die vns weiſen was Gott
mit den ſeinen in dieſer Welt pflege fuͤr einen Proceß zuhalten/
Als da ſeind: Abel/ Noha/ Abraham/ Iſaac/ Jacob/ Joſeph/
Job, 6.ſonderlich haben wir das Exempel des Jobs/ der im 6. Cap. ſeines
Buches ſpricht: Wen man meinen Jammer wuͤge/ vnd
mein Leiden zuſammen in eine Wage legte/ ſo wuͤrde
es ſchwerer ſeyn/ denn der Sand am Meere.
Der from-
Pſal. 73.me Aſſaph klaget gleichsfals vber ſeinen Jammer im 73. Pſalm.
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[[12]/0012] Chriſtliche Hierauß haben wir zulernen I. Gleich wie der fromme Job dem Creutz muß vnterworf- fen ſeyn/ alſo hat Gott je vñ allezeit mit den ſeinen in dieſer Welt den Proces gehalten/ helt jhn auch noch/ vnd wird jhn biß an der Welt ende alſo halten/ daß er die ſeinen mit dem lieben Creutze heimſuchet/ Wer jhm zugehoͤret der muß bißweilen ein druͤnck- lein auß dem Creutzbecher drincken/ wie ſolches nicht allein die tegliche erfarunge/ ſondern auch Gottes Wort/ beyde mit Spruͤ- chen vñ Exempeln genugſam bezeuget: Syrach ſpricht im 2. Cap. Mein Kind wiltu Gottes Diener ſeyn/ ſo ſchicke dich zur anfechtunge. Syr. 2. Matth. 16. ſpricht der Sohn Gottes der den Creutzgang fuͤr vns her gegangen hat alſo: Wil mir Jemand nachfol- gen/ der verleuchene ſich ſelber vnnd folge mir nach. Johan. 14. Wer mein Juͤnger ſeyn wil der neme ſein Creutze auff ſich vnd folge mir nach. Matth. 16 Johan. 14 Summa/ Wirmuͤſſen durch viel Truͤbſal ins Himmelreich gehen. Daher hat Auguſtin. recht geſagt: Quid eſt diu vivere, niſi diu torqueri? Was iſt lange leben? Nichts den nur im elen- de ſchweben. Was die Exempel anlangen thut/ haben wir der- ſelben in Gottes Wort auch ſehr viel/ die vns weiſen was Gott mit den ſeinen in dieſer Welt pflege fuͤr einen Proceß zuhalten/ Als da ſeind: Abel/ Noha/ Abraham/ Iſaac/ Jacob/ Joſeph/ ſonderlich haben wir das Exempel des Jobs/ der im 6. Cap. ſeines Buches ſpricht: Wen man meinen Jammer wuͤge/ vnd mein Leiden zuſammen in eine Wage legte/ ſo wuͤrde es ſchwerer ſeyn/ denn der Sand am Meere. Der from- me Aſſaph klaget gleichsfals vber ſeinen Jammer im 73. Pſalm. vnd ſpricht: Ich bin geplaget teglich/ vnd meine ſtraffe iſt al- Job, 6. Pſal. 73.

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Zitationshilfe: Erhard, Johannes: Eine Christliche LeichPredigt. Lüneburg, 1620, S. [12]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/523943/12>, abgerufen am 25.02.2021.