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Clarus, Felicianus: Gaykypikra [gr.] Christianorum verorum propria. Wittenberg, 1613.

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Christliche Leichpredigt.
cob solches in der That bewiesen/ Joseph vnnd Benjamin
mehr denn seine andert Kinder alle geliebet vnd höher gehal-
ten hat/ wie davon Gen. 39. 42. 43. etc. zu lesen ist.

II.

Damit er auch an der seligen verstorbene Rahel seine
liebe ferner beweise/ lest er sie begraben am Wege gen E-
phradt/ die nun heist Bethlehem. Geschicht alles nach den
gnädigen Willen vnd Rath Gottes/ der seine Heiligen wun-
derlich führet. Hat darnach der Ort von der Grabstatt Ra-
hels den namen empfangen müssen/ wie zuvor Matth. 2.
Jerem. 31. angedeutet worden. Jacob wil seine verstorbene
Rahel nicht mit gen Mamre/ gen Hebron führen/ damit er
seinen alten Vater Jsaac/ wie auch seine liebe Mutter Re-
beccam nicht vnversehens erschrecke vnd betrübe. Er richtet
aber ein Mahl auff vber jhrem Grabe/ das ist das Grab-
mahl Rahel biß auff diesen Tag/ wil damit anzeigen/ das
gewiß eine Aufferstehung der Todten im Messia erfolgen
werde/ wolle er darnach seiner liebsten Rahel stets einge-
denck sein/ vnd geliebtes Gott in der Aufferstehung der Tod-
ten/ sie widerumb zu sehen bekommen/ ja in Christo im ewi-
gen Leben sich mit jhr erfrewen.

Hieraus sind nun wol zu mercken nachfol-didagmat-
ie ergasia.

gende Notwendige Lehr/ Trost vnd Vermanungs Pünkt-
lein.

I.
Lehr Pünctlein.

JAcob des lieben Patriarchen vnd seiner liebsten Rahel[unleserliches Material - 1 Zeichen fehlt]en erux, affli-
ctio notae, Im-
pietatis; ir[verlorenes Material - 2 Zeichen fehlen]
Dei.

geosser Betrübniß Exempel/ gibt vns diese Lehr wol
zu erkennen/ vnd mit fleiß zu mercken/ ob Creutz/ groß
Anfechtung/ mancherley des Lebens Widerwertigkeit/ ab-

sterben

Chriſtliche Leichpredigt.
cob ſolches in der That bewieſen/ Joſeph vnnd Benjamin
mehr denn ſeine andert Kinder alle geliebet vnd hoͤher gehal-
ten hat/ wie davon Gen. 39. 42. 43. etc. zu leſen iſt.

II.

Damit er auch an der ſeligen verſtorbene Rahel ſeine
liebe ferner beweiſe/ leſt er ſie begraben am Wege gen E-
phradt/ die nun heiſt Bethlehem. Geſchicht alles nach den
gnaͤdigen Willen vnd Rath Gottes/ der ſeine Heiligen wun-
derlich fuͤhret. Hat darnach der Ort von der Grabſtatt Ra-
hels den namen empfangen muͤſſen/ wie zuvor Matth. 2.
Jerem. 31. angedeutet worden. Jacob wil ſeine verſtorbene
Rahel nicht mit gen Mamre/ gen Hebron fuͤhren/ damit er
ſeinen alten Vater Jſaac/ wie auch ſeine liebe Mutter Re-
beccam nicht vnverſehens erſchrecke vnd betruͤbe. Er richtet
aber ein Mahl auff vber jhrem Grabe/ das iſt das Grab-
mahl Rahel biß auff dieſen Tag/ wil damit anzeigen/ das
gewiß eine Aufferſtehung der Todten im Meſsia erfolgen
werde/ wolle er darnach ſeiner liebſten Rahel ſtets einge-
denck ſein/ vnd geliebtes Gott in der Aufferſtehung der Tod-
ten/ ſie widerumb zu ſehen bekommen/ ja in Chriſto im ewi-
gen Leben ſich mit jhr erfrewen.

Hieraus ſind nun wol zu mercken nachfol-διδαγματ-
ιὴ ἐργασία.

gende Notwendige Lehr/ Troſt vnd Vermanungs Puͤnkt-
lein.

I.
Lehr Puͤnctlein.

JAcob des lieben Patriarchen vnd ſeiner liebſten Rahel[unleserliches Material – 1 Zeichen fehlt]en erux, affli-
ctio notæ, Im-
pietatis; ir[verlorenes Material – 2 Zeichen fehlen]
Dei.

geoſſer Betruͤbniß Exempel/ gibt vns dieſe Lehr wol
zu erkennen/ vnd mit fleiß zu mercken/ ob Creutz/ groß
Anfechtung/ mancherley des Lebens Widerwertigkeit/ ab-

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[[15]/0015] Chriſtliche Leichpredigt. cob ſolches in der That bewieſen/ Joſeph vnnd Benjamin mehr denn ſeine andert Kinder alle geliebet vnd hoͤher gehal- ten hat/ wie davon Gen. 39. 42. 43. etc. zu leſen iſt. II. Damit er auch an der ſeligen verſtorbene Rahel ſeine liebe ferner beweiſe/ leſt er ſie begraben am Wege gen E- phradt/ die nun heiſt Bethlehem. Geſchicht alles nach den gnaͤdigen Willen vnd Rath Gottes/ der ſeine Heiligen wun- derlich fuͤhret. Hat darnach der Ort von der Grabſtatt Ra- hels den namen empfangen muͤſſen/ wie zuvor Matth. 2. Jerem. 31. angedeutet worden. Jacob wil ſeine verſtorbene Rahel nicht mit gen Mamre/ gen Hebron fuͤhren/ damit er ſeinen alten Vater Jſaac/ wie auch ſeine liebe Mutter Re- beccam nicht vnverſehens erſchrecke vnd betruͤbe. Er richtet aber ein Mahl auff vber jhrem Grabe/ das iſt das Grab- mahl Rahel biß auff dieſen Tag/ wil damit anzeigen/ das gewiß eine Aufferſtehung der Todten im Meſsia erfolgen werde/ wolle er darnach ſeiner liebſten Rahel ſtets einge- denck ſein/ vnd geliebtes Gott in der Aufferſtehung der Tod- ten/ ſie widerumb zu ſehen bekommen/ ja in Chriſto im ewi- gen Leben ſich mit jhr erfrewen. Hieraus ſind nun wol zu mercken nachfol- gende Notwendige Lehr/ Troſt vnd Vermanungs Puͤnkt- lein. διδαγματ- ιὴ ἐργασία. I. Lehr Puͤnctlein. JAcob des lieben Patriarchen vnd ſeiner liebſten Rahel geoſſer Betruͤbniß Exempel/ gibt vns dieſe Lehr wol zu erkennen/ vnd mit fleiß zu mercken/ ob Creutz/ groß Anfechtung/ mancherley des Lebens Widerwertigkeit/ ab- ſterben _en erux, affli- ctio notæ, Im- pietatis; ir__ Dei.

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Zitationshilfe: Clarus, Felicianus: Gaykypikra [gr.] Christianorum verorum propria. Wittenberg, 1613, S. [15]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/526011/15>, abgerufen am 04.03.2021.