Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Beer, Michael: Der Paria. Stuttgart u. a., 1829.

Bild:
<< vorherige Seite
Gadhi
(vor ihm niederstürzend).
Barmherzigkeit! ich flehe;
Ich lieg' im Staub vor meines Glückes Räuber.
Ich habe Haß mit Liebe Dir vergolten,
Und wie vergiltst Du meine Liebe mir?
Eindringst Du in des Bettlers arme Hütte,
Das letzte Kleinod ihm hinweg zu stehlen.
Nichts nenn' ich mein auf dieser weiten Welt,
Als dieß geliebte Weib -- --
Benascar.
Du nennst nichts Dein!
Du bist ein Paria.
Gadhi.
Ha! ist's dieß allein,
Was Dir zur Schandthat Muth gibt, so vernimm --
Maja
(zu Gadhi).
Was willst Du thun?
Gadhi.
Dich retten und mich tödten.
Vernehmt, sie ist aus meinem Stamme nicht.
Frey laßt sie, Sclaven, werft Euch bebend nieder
Und fleht im Staube, daß sie Euch vergebe:
Denn eines Rajahs Tochter nennt sie sich.
Gadhi
(vor ihm niederſtuͤrzend).
Barmherzigkeit! ich flehe;
Ich lieg’ im Staub vor meines Gluͤckes Raͤuber.
Ich habe Haß mit Liebe Dir vergolten,
Und wie vergiltſt Du meine Liebe mir?
Eindringſt Du in des Bettlers arme Huͤtte,
Das letzte Kleinod ihm hinweg zu ſtehlen.
Nichts nenn’ ich mein auf dieſer weiten Welt,
Als dieß geliebte Weib — —
Benascar.
Du nennſt nichts Dein!
Du biſt ein Paria.
Gadhi.
Ha! iſt’s dieß allein,
Was Dir zur Schandthat Muth gibt, ſo vernimm —
Maja
(zu Gadhi).
Was willſt Du thun?
Gadhi.
Dich retten und mich toͤdten.
Vernehmt, ſie iſt aus meinem Stamme nicht.
Frey laßt ſie, Sclaven, werft Euch bebend nieder
Und fleht im Staube, daß ſie Euch vergebe:
Denn eines Rajahs Tochter nennt ſie ſich.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0044" n="34"/>
          <sp who="#GAD">
            <speaker> <hi rendition="#g">Gadhi</hi> </speaker><lb/>
            <stage>(vor ihm nieder&#x017F;tu&#x0364;rzend).</stage><lb/>
            <p><hi rendition="#et">Barmherzigkeit! ich flehe;</hi><lb/>
Ich lieg&#x2019; im Staub vor meines Glu&#x0364;ckes Ra&#x0364;uber.<lb/>
Ich habe Haß mit Liebe Dir vergolten,<lb/>
Und wie vergilt&#x017F;t Du meine Liebe mir?<lb/>
Eindring&#x017F;t Du in des Bettlers arme Hu&#x0364;tte,<lb/>
Das letzte Kleinod ihm hinweg zu &#x017F;tehlen.<lb/>
Nichts nenn&#x2019; ich mein auf die&#x017F;er weiten Welt,<lb/>
Als dieß geliebte Weib &#x2014; &#x2014;</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BEN">
            <speaker><hi rendition="#g">Benascar</hi>.</speaker><lb/>
            <p><hi rendition="#et">Du nenn&#x017F;t nichts Dein!</hi><lb/>
Du bi&#x017F;t ein Paria.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GAD">
            <speaker><hi rendition="#g">Gadhi</hi>.</speaker><lb/>
            <p><hi rendition="#et">Ha! i&#x017F;t&#x2019;s dieß allein,</hi><lb/>
Was Dir zur Schandthat Muth gibt, &#x017F;o vernimm &#x2014;</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#MAJ">
            <speaker> <hi rendition="#g">Maja</hi> </speaker><lb/>
            <stage>(zu <hi rendition="#g">Gadhi</hi>).</stage><lb/>
            <p>Was will&#x017F;t Du thun?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GAD">
            <speaker><hi rendition="#g">Gadhi</hi>.</speaker><lb/>
            <p><hi rendition="#et">Dich retten und mich to&#x0364;dten.</hi><lb/>
Vernehmt, &#x017F;ie i&#x017F;t aus meinem Stamme nicht.<lb/>
Frey laßt &#x017F;ie, Sclaven, werft Euch bebend nieder<lb/>
Und fleht im Staube, daß &#x017F;ie Euch vergebe:<lb/>
Denn eines Rajahs Tochter nennt &#x017F;ie &#x017F;ich.</p>
          </sp><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[34/0044] Gadhi (vor ihm niederſtuͤrzend). Barmherzigkeit! ich flehe; Ich lieg’ im Staub vor meines Gluͤckes Raͤuber. Ich habe Haß mit Liebe Dir vergolten, Und wie vergiltſt Du meine Liebe mir? Eindringſt Du in des Bettlers arme Huͤtte, Das letzte Kleinod ihm hinweg zu ſtehlen. Nichts nenn’ ich mein auf dieſer weiten Welt, Als dieß geliebte Weib — — Benascar. Du nennſt nichts Dein! Du biſt ein Paria. Gadhi. Ha! iſt’s dieß allein, Was Dir zur Schandthat Muth gibt, ſo vernimm — Maja (zu Gadhi). Was willſt Du thun? Gadhi. Dich retten und mich toͤdten. Vernehmt, ſie iſt aus meinem Stamme nicht. Frey laßt ſie, Sclaven, werft Euch bebend nieder Und fleht im Staube, daß ſie Euch vergebe: Denn eines Rajahs Tochter nennt ſie ſich.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/beer_paria_1829
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/beer_paria_1829/44
Zitationshilfe: Beer, Michael: Der Paria. Stuttgart u. a., 1829, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/beer_paria_1829/44>, abgerufen am 19.04.2024.