Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Über den Bildungstrieb und das Zeugungsgeschäfte. Göttingen, 1781.

Bild:
<< vorherige Seite

gebohren worden, so daß sie nachher von selbst
ohne alles binden und drücken solche länglichte
Köpfe gekriegt hätten.

§. 39.
platt anliegende Ohren.

Diese merkwürdige Erzälung eines so scharf-
sinnigen Mannes erhält durch verschiedene völlig
analoge Erfahrungen, ein desto grösseres Gewicht.
Die allgemein bekanteste geben gleich die Ohren
der cultivirten Nationen. Bekantlich sollten sie
vom Kopfe abstehn, nicht anliegen; denn die Na-
tur hat alle Menschen mit einer Anzal Muskeln
versorgt, die blos zu ihrer Bewegung, sie spitzen
zu können u. s. w. dienen sollten. Die Wilden
haben auch solche bewegliche abstehende Ohren,
und deshalb ein ungleich schärferes weiter rei-
chendes Gehör als wir, bey denen sie fast durch-
gehends flach anliegen, unbeweglich und ver-

gebohren worden, so daß sie nachher von selbst
ohne alles binden und drücken solche länglichte
Köpfe gekriegt hätten.

§. 39.
platt anliegende Ohren.

Diese merkwürdige Erzälung eines so scharf-
sinnigen Mannes erhält durch verschiedene völlig
analoge Erfahrungen, ein desto grösseres Gewicht.
Die allgemein bekanteste geben gleich die Ohren
der cultivirten Nationen. Bekantlich sollten sie
vom Kopfe abstehn, nicht anliegen; denn die Na-
tur hat alle Menschen mit einer Anzal Muskeln
versorgt, die blos zu ihrer Bewegung, sie spitzen
zu können u. s. w. dienen sollten. Die Wilden
haben auch solche bewegliche abstehende Ohren,
und deshalb ein ungleich schärferes weiter rei-
chendes Gehör als wir, bey denen sie fast durch-
gehends flach anliegen, unbeweglich und ver-

<TEI>
  <text xml:id="blume_hbnatur_000053">
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0071" xml:id="pb065_0001" n="65"/>
gebohren worden, so daß sie nachher von selbst<lb/>
ohne alles binden und drücken solche länglichte<lb/>
Köpfe gekriegt hätten.</p>
      </div>
      <div n="1">
        <head rendition="#c">§. 39.<lb/>
platt anliegende Ohren.</head><lb/>
        <p>Diese merkwürdige Erzälung eines so scharf-<lb/>
sinnigen Mannes erhält durch verschiedene völlig<lb/>
analoge Erfahrungen, ein desto grösseres Gewicht.<lb/>
Die allgemein bekanteste geben gleich die Ohren<lb/>
der cultivirten Nationen. Bekantlich sollten sie<lb/>
vom Kopfe abstehn, nicht anliegen; denn die Na-<lb/>
tur hat alle Menschen mit einer Anzal Muskeln<lb/>
versorgt, die blos zu ihrer Bewegung, sie spitzen<lb/>
zu können u. s. w. dienen sollten. Die Wilden<lb/>
haben auch solche bewegliche abstehende Ohren,<lb/>
und deshalb ein ungleich schärferes weiter rei-<lb/>
chendes Gehör als wir, bey denen sie fast durch-<lb/>
gehends flach anliegen, unbeweglich und ver-<lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[65/0071] gebohren worden, so daß sie nachher von selbst ohne alles binden und drücken solche länglichte Köpfe gekriegt hätten. §. 39. platt anliegende Ohren. Diese merkwürdige Erzälung eines so scharf- sinnigen Mannes erhält durch verschiedene völlig analoge Erfahrungen, ein desto grösseres Gewicht. Die allgemein bekanteste geben gleich die Ohren der cultivirten Nationen. Bekantlich sollten sie vom Kopfe abstehn, nicht anliegen; denn die Na- tur hat alle Menschen mit einer Anzal Muskeln versorgt, die blos zu ihrer Bewegung, sie spitzen zu können u. s. w. dienen sollten. Die Wilden haben auch solche bewegliche abstehende Ohren, und deshalb ein ungleich schärferes weiter rei- chendes Gehör als wir, bey denen sie fast durch- gehends flach anliegen, unbeweglich und ver-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_bildungstrieb_1781
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_bildungstrieb_1781/71
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Über den Bildungstrieb und das Zeugungsgeschäfte. Göttingen, 1781, S. 65. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_bildungstrieb_1781/71>, abgerufen am 22.05.2022.