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Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737.

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wird dessen Röhr-Wasser erstlich eingefangen aus einem kleinen Brunnen, der Pfarr gegen über gen Nordwesten auf der Strasse gen Uderwitz, ietzo in Andreas Heldens Gärtgen, und wird die Strasse herunter geröhret über die Ritsche Bach, durch den Garten und Hoff der Schule, u. ferner über obgenannte Strasse in den Pfarr-Hof. Gegen über des Pfarrhauses, über benennter Strasse stehet die Scheune, u. ein Schuppen, neben an das so genannte Pfarr-Häusel (darinnen anietzo der Alte Emeritus Scholae, Herr Martin Weber nebst seiner Frau und Kindern wohnet,) in welchen vor undencklichen Jahren der Pfarrer einen Haußmann gehabt, der ihm die Arbeit, als Dreschen, Holtzschlagen etc. verrichtet, davor er ihm aber bezahlet. An. 1637 hieß es das Wiedmuth-Häusel, aber An. 1650 Pfarr-Häusel. Auf der Seiten gegen dem Kirchhoffe stehet folgende Schrifft an dem Pfarr-Hause auswendig an der Wand der Wohnstube.

Floreat Senatus Zitt.
Vivat Memoria
Neseni & Raetheli
Quorum Jussu & Cura
Commodum Habitaet Ecclesiastes
MDCLXXXII.
Deus custo deat, domum.

2) Das Schul-Hauß stehet zwischen dem Pfarr-Hause und der Strasse nach Uderwitz, ist ein feines Gebäude (doch dem Pfarr-Hause nicht gleich) hat unten eine geraume Stube vor die Schüller darneben ein Gewölbe, und drunter ein Keller, der Backofen ist auswendig. Im obern Geschosse sind feine Kammern, und ein Stübel nebst einer Küchen. Die Scheune stehet a part, in welcher das Geträyde der Schul Wiedmuths-Aecker, nebst den eingesammleten Wetter-Garben geleget werden. Diß 1735. Jahr, ist auch der Kuhstahl (so sonst im Schul-Hause gewesen,) in die Scheune gebauet worden. Anno 1598 ward eine Scheune zur Schule

wird dessen Röhr-Wasser erstlich eingefangen aus einem kleinen Brunnen, der Pfarr gegen über gen Nordwesten auf der Strasse gen Uderwitz, ietzo in Andreas Heldens Gärtgen, und wird die Strasse herunter geröhret über die Ritsche Bach, durch den Garten und Hoff der Schule, u. ferner über obgenannte Strasse in den Pfarr-Hof. Gegen über des Pfarrhauses, über benennter Strasse stehet die Scheune, u. ein Schuppen, neben an das so genannte Pfarr-Häusel (darinnen anietzo der Alte Emeritus Scholae, Herr Martin Weber nebst seiner Frau und Kindern wohnet,) in welchen vor undencklichen Jahren der Pfarrer einen Haußmann gehabt, der ihm die Arbeit, als Dreschen, Holtzschlagen etc. verrichtet, davor er ihm aber bezahlet. An. 1637 hieß es das Wiedmuth-Häusel, aber An. 1650 Pfarr-Häusel. Auf der Seiten gegen dem Kirchhoffe stehet folgende Schrifft an dem Pfarr-Hause auswendig an der Wand der Wohnstube.

Floreat Senatus Zitt.
Vivat Memoria
Neseni & Raetheli
Quorum Jussu & Cura
Commodum Habitaet Ecclesiastes
MDCLXXXII.
Deus custo deat, domum.

2) Das Schul-Hauß stehet zwischen dem Pfarr-Hause und der Strasse nach Uderwitz, ist ein feines Gebäude (doch dem Pfarr-Hause nicht gleich) hat unten eine geraume Stube vor die Schüller darneben ein Gewölbe, und drunter ein Keller, der Backofen ist auswendig. Im obern Geschosse sind feine Kammern, und ein Stübel nebst einer Küchen. Die Scheune stehet a part, in welcher das Geträyde der Schul Wiedmuths-Aecker, nebst den eingesammleten Wetter-Garben geleget werden. Diß 1735. Jahr, ist auch der Kuhstahl (so sonst im Schul-Hause gewesen,) in die Scheune gebauet worden. Anno 1598 ward eine Scheune zur Schule

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wird dessen Röhr-Wasser erstlich eingefangen aus einem kleinen Brunnen, der Pfarr gegen über gen Nordwesten auf der Strasse gen Uderwitz, ietzo in Andreas Heldens Gärtgen, und wird die Strasse herunter geröhret über die Ritsche Bach, durch den Garten und Hoff der Schule, u. ferner über obgenannte Strasse in den Pfarr-Hof. Gegen über des Pfarrhauses, über benennter Strasse stehet die Scheune, u. ein Schuppen, neben an das so genannte Pfarr-Häusel (darinnen anietzo der Alte <hi rendition="#aq">Emeritus Scholae,</hi> Herr Martin Weber nebst seiner Frau und Kindern wohnet,) in welchen vor undencklichen Jahren der Pfarrer einen Haußmann gehabt, der ihm die Arbeit, als Dreschen, Holtzschlagen etc. verrichtet, davor er ihm aber bezahlet. <hi rendition="#aq">An. 1637</hi> hieß es das Wiedmuth-Häusel, aber <hi rendition="#aq">An. 1650</hi> Pfarr-Häusel. Auf der Seiten gegen dem Kirchhoffe stehet folgende Schrifft an dem Pfarr-Hause auswendig an der Wand der Wohnstube.</p>
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[32/0036] wird dessen Röhr-Wasser erstlich eingefangen aus einem kleinen Brunnen, der Pfarr gegen über gen Nordwesten auf der Strasse gen Uderwitz, ietzo in Andreas Heldens Gärtgen, und wird die Strasse herunter geröhret über die Ritsche Bach, durch den Garten und Hoff der Schule, u. ferner über obgenannte Strasse in den Pfarr-Hof. Gegen über des Pfarrhauses, über benennter Strasse stehet die Scheune, u. ein Schuppen, neben an das so genannte Pfarr-Häusel (darinnen anietzo der Alte Emeritus Scholae, Herr Martin Weber nebst seiner Frau und Kindern wohnet,) in welchen vor undencklichen Jahren der Pfarrer einen Haußmann gehabt, der ihm die Arbeit, als Dreschen, Holtzschlagen etc. verrichtet, davor er ihm aber bezahlet. An. 1637 hieß es das Wiedmuth-Häusel, aber An. 1650 Pfarr-Häusel. Auf der Seiten gegen dem Kirchhoffe stehet folgende Schrifft an dem Pfarr-Hause auswendig an der Wand der Wohnstube. Floreat Senatus Zitt. Vivat Memoria Neseni & Raetheli Quorum Jussu & Cura Commodum Habitaet Ecclesiastes MDCLXXXII. Deus custo deat, domum. 2) Das Schul-Hauß stehet zwischen dem Pfarr-Hause und der Strasse nach Uderwitz, ist ein feines Gebäude (doch dem Pfarr-Hause nicht gleich) hat unten eine geraume Stube vor die Schüller darneben ein Gewölbe, und drunter ein Keller, der Backofen ist auswendig. Im obern Geschosse sind feine Kammern, und ein Stübel nebst einer Küchen. Die Scheune stehet a part, in welcher das Geträyde der Schul Wiedmuths-Aecker, nebst den eingesammleten Wetter-Garben geleget werden. Diß 1735. Jahr, ist auch der Kuhstahl (so sonst im Schul-Hause gewesen,) in die Scheune gebauet worden. Anno 1598 ward eine Scheune zur Schule

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Zitationshilfe: Eckarth, Friedrich: Chronica Oder Historische Beschreibung Des Dorffes Herwigsdorff. 1737, S. 32. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/eckarth_chronica_1737/36>, abgerufen am 19.04.2021.