Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711.

Bild:
<< vorherige Seite

von den Manichäern zur Christlichen Kirchen gewendet / hat er daran recht gethan; was er aber und Irenaeus und Tertullianus und Hieronymus von der Kirchen schreibet / dessen hat sich nicht die Römisch-Catholische Kirche / sondern die allgemeine Christliche Kirche anzunehmen; indem jene nicht mehr glaubt / was diese glauben soll / nach GOttes Wort. Und kan sich dessen die ietzige Römische Kirche so wenig annehmen / als eine Hure des bey ihrer reinen Jungfrauschafft empfangenen Lobes. Und über dieses ist auch zu mercken / daß nicht alles Gold ist in den Vätern / sondern viel Spreu mit untergemenget; welches die Römisch-Catholischen allein ergreiffen / und lassen jenes fahren. Die Kirche ist Apostolisch / die die Apostel gepflantzt haben / und die die Lehre der Apostel hatten / als die zu Corinthen / Epheso / und dergleichen auch zu Rom / und weil diese um das Jahr Christi 400. vor andern in Occident berühmt war / wegen des reinen Glaubens / guten Ordnung und Lebens / und vieler Märtyrer / so hieß sie [fremdsprachliches Material] Apostolisch / wie aus dem 17. Can. Concil. Chalced. zu ersehen; dahingegen im Orient die Alexandrinische und andere eben

von den Manichäern zur Christlichen Kirchen gewendet / hat er daran recht gethan; was er aber und Irenaeus und Tertullianus und Hieronymus von der Kirchen schreibet / dessen hat sich nicht die Römisch-Catholische Kirche / sondern die allgemeine Christliche Kirche anzunehmen; indem jene nicht mehr glaubt / was diese glauben soll / nach GOttes Wort. Und kan sich dessen die ietzige Römische Kirche so wenig annehmen / als eine Hure des bey ihrer reinen Jungfrauschafft empfangenen Lobes. Und über dieses ist auch zu mercken / daß nicht alles Gold ist in den Vätern / sondern viel Spreu mit untergemenget; welches die Römisch-Catholischen allein ergreiffen / und lassen jenes fahren. Die Kirche ist Apostolisch / die die Apostel gepflantzt haben / und die die Lehre der Apostel hatten / als die zu Corinthen / Epheso / und dergleichen auch zu Rom / und weil diese um das Jahr Christi 400. vor andern in Occident berühmt war / wegen des reinen Glaubens / guten Ordnung und Lebens / und vieler Märtyrer / so hieß sie [fremdsprachliches Material] Apostolisch / wie aus dem 17. Can. Concil. Chalced. zu ersehen; dahingegen im Orient die Alexandrinische und andere eben

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0030" n="30"/>
von den                      Manichäern zur Christlichen Kirchen gewendet / hat er daran recht gethan; was er                      aber und Irenaeus und Tertullianus und Hieronymus von der Kirchen schreibet /                      dessen hat sich nicht die Römisch-Catholische Kirche / sondern die allgemeine                      Christliche Kirche anzunehmen; indem jene nicht mehr glaubt / was diese glauben                      soll / nach GOttes Wort. Und kan sich dessen die ietzige Römische Kirche so                      wenig annehmen / als eine Hure des bey ihrer reinen Jungfrauschafft empfangenen                      Lobes. Und über dieses ist auch zu mercken / daß nicht alles Gold ist in den                      Vätern / sondern viel Spreu mit untergemenget; welches die Römisch-Catholischen                      allein ergreiffen / und lassen jenes fahren. Die Kirche ist Apostolisch / die                      die Apostel gepflantzt haben / und die die Lehre der Apostel hatten / als die zu                      Corinthen / Epheso / und dergleichen auch zu Rom / und weil diese um das Jahr                      Christi 400. vor andern in Occident berühmt war / wegen des reinen Glaubens /                      guten Ordnung und Lebens / und vieler Märtyrer / so hieß sie <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> Apostolisch / wie aus dem 17. Can. Concil. Chalced. zu                      ersehen; dahingegen im Orient die Alexandrinische und andere eben
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[30/0030] von den Manichäern zur Christlichen Kirchen gewendet / hat er daran recht gethan; was er aber und Irenaeus und Tertullianus und Hieronymus von der Kirchen schreibet / dessen hat sich nicht die Römisch-Catholische Kirche / sondern die allgemeine Christliche Kirche anzunehmen; indem jene nicht mehr glaubt / was diese glauben soll / nach GOttes Wort. Und kan sich dessen die ietzige Römische Kirche so wenig annehmen / als eine Hure des bey ihrer reinen Jungfrauschafft empfangenen Lobes. Und über dieses ist auch zu mercken / daß nicht alles Gold ist in den Vätern / sondern viel Spreu mit untergemenget; welches die Römisch-Catholischen allein ergreiffen / und lassen jenes fahren. Die Kirche ist Apostolisch / die die Apostel gepflantzt haben / und die die Lehre der Apostel hatten / als die zu Corinthen / Epheso / und dergleichen auch zu Rom / und weil diese um das Jahr Christi 400. vor andern in Occident berühmt war / wegen des reinen Glaubens / guten Ordnung und Lebens / und vieler Märtyrer / so hieß sie _ Apostolisch / wie aus dem 17. Can. Concil. Chalced. zu ersehen; dahingegen im Orient die Alexandrinische und andere eben

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711/30
Zitationshilfe: Günther, Johann: Send-Schreiben an einen S. Theologum. Leipzig, 1711, S. 30. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/guenther_sendschreiben_1711/30>, abgerufen am 16.05.2021.