Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Herder, Johann Gottfried von: Kritische Wälder. Bd. 3. Riga, 1769.

Bild:
<< vorherige Seite

Drittes Wäldchen.
Jdeal, da dieser Vielwisser aus einigen Proben a)
nichts weniger zu wissen scheint, als Deutsche Ge-
schichte -- --

Und Griechische Geschichte -- wenn ich man-
che seiner Urtheile über das Jnnere Griechenlandes,
und am meisten seinen süßen in lauter hogarthschen
Wellen und Schlangenlinien schleppenden Stil be-
trachte -- nie hat Hr. Kl. weiser geurtheilet, und
weiser geschrieben, als da er dem Auszuge aus der
Allgemeinen Weltgeschichte, wichtigerer Thaten
wegen,
entsagte.



Ueber die Philosophie des Hrn.
Klotz.


Klotz und die Philosophie! das Paar scheint sich
nicht sonderlich zu lieben, und wenn beide
gar offenbar gegen einander antipathisiren, was
wollte sie verbinden? Nur sollte das Männlein auch
also das arme Fräulein unbeschimpft lassen, und
nicht an ihrer Ehre kränken.

Gegen die Metaphysik hat Hr. Klotz feierlich
eine satyrische Lobrede b) gehalten: er hat ihre

allwei-
a) Siebe zurück in die Veurtheil. des Beitr. zur Ge-
schichte der Münzen.
b) Ridic. litter.

Drittes Waͤldchen.
Jdeal, da dieſer Vielwiſſer aus einigen Proben a)
nichts weniger zu wiſſen ſcheint, als Deutſche Ge-
ſchichte — —

Und Griechiſche Geſchichte — wenn ich man-
che ſeiner Urtheile uͤber das Jnnere Griechenlandes,
und am meiſten ſeinen ſuͤßen in lauter hogarthſchen
Wellen und Schlangenlinien ſchleppenden Stil be-
trachte — nie hat Hr. Kl. weiſer geurtheilet, und
weiſer geſchrieben, als da er dem Auszuge aus der
Allgemeinen Weltgeſchichte, wichtigerer Thaten
wegen,
entſagte.



Ueber die Philoſophie des Hrn.
Klotz.


Klotz und die Philoſophie! das Paar ſcheint ſich
nicht ſonderlich zu lieben, und wenn beide
gar offenbar gegen einander antipathiſiren, was
wollte ſie verbinden? Nur ſollte das Maͤnnlein auch
alſo das arme Fraͤulein unbeſchimpft laſſen, und
nicht an ihrer Ehre kraͤnken.

Gegen die Metaphyſik hat Hr. Klotz feierlich
eine ſatyriſche Lobrede b) gehalten: er hat ihre

allwei-
a) Siebe zuruͤck in die Veurtheil. des Beitr. zur Ge-
ſchichte der Muͤnzen.
b) Ridic. litter.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0177" n="171"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Drittes Wa&#x0364;ldchen.</hi></fw><lb/>
Jdeal, da die&#x017F;er Vielwi&#x017F;&#x017F;er aus einigen Proben <note place="foot" n="a)">Siebe zuru&#x0364;ck in die Veurtheil. des Beitr. zur Ge-<lb/>
&#x017F;chichte der Mu&#x0364;nzen.</note><lb/>
nichts weniger zu wi&#x017F;&#x017F;en &#x017F;cheint, als Deut&#x017F;che Ge-<lb/>
&#x017F;chichte &#x2014; &#x2014;</p><lb/>
        <p>Und Griechi&#x017F;che Ge&#x017F;chichte &#x2014; wenn ich man-<lb/>
che &#x017F;einer Urtheile u&#x0364;ber das Jnnere Griechenlandes,<lb/>
und am mei&#x017F;ten &#x017F;einen &#x017F;u&#x0364;ßen in lauter hogarth&#x017F;chen<lb/>
Wellen und Schlangenlinien &#x017F;chleppenden Stil be-<lb/>
trachte &#x2014; nie hat Hr. Kl. wei&#x017F;er geurtheilet, und<lb/>
wei&#x017F;er ge&#x017F;chrieben, als da er dem Auszuge aus der<lb/>
Allgemeinen Weltge&#x017F;chichte, <hi rendition="#fr">wichtigerer Thaten<lb/>
wegen,</hi> ent&#x017F;agte.</p>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Ueber die Philo&#x017F;ophie des Hrn.<lb/>
Klotz.</hi> </head><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <p><hi rendition="#in">K</hi>lotz und die Philo&#x017F;ophie! das Paar &#x017F;cheint &#x017F;ich<lb/>
nicht &#x017F;onderlich zu lieben, und wenn beide<lb/>
gar offenbar gegen einander antipathi&#x017F;iren, was<lb/>
wollte &#x017F;ie verbinden? Nur &#x017F;ollte das Ma&#x0364;nnlein auch<lb/>
al&#x017F;o das arme Fra&#x0364;ulein unbe&#x017F;chimpft la&#x017F;&#x017F;en, und<lb/>
nicht an ihrer Ehre kra&#x0364;nken.</p><lb/>
        <p>Gegen die Metaphy&#x017F;ik hat Hr. Klotz feierlich<lb/>
eine &#x017F;atyri&#x017F;che Lobrede <note place="foot" n="b)"><hi rendition="#aq">Ridic. litter.</hi></note> gehalten: er hat ihre<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">allwei-</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[171/0177] Drittes Waͤldchen. Jdeal, da dieſer Vielwiſſer aus einigen Proben a) nichts weniger zu wiſſen ſcheint, als Deutſche Ge- ſchichte — — Und Griechiſche Geſchichte — wenn ich man- che ſeiner Urtheile uͤber das Jnnere Griechenlandes, und am meiſten ſeinen ſuͤßen in lauter hogarthſchen Wellen und Schlangenlinien ſchleppenden Stil be- trachte — nie hat Hr. Kl. weiſer geurtheilet, und weiſer geſchrieben, als da er dem Auszuge aus der Allgemeinen Weltgeſchichte, wichtigerer Thaten wegen, entſagte. Ueber die Philoſophie des Hrn. Klotz. Klotz und die Philoſophie! das Paar ſcheint ſich nicht ſonderlich zu lieben, und wenn beide gar offenbar gegen einander antipathiſiren, was wollte ſie verbinden? Nur ſollte das Maͤnnlein auch alſo das arme Fraͤulein unbeſchimpft laſſen, und nicht an ihrer Ehre kraͤnken. Gegen die Metaphyſik hat Hr. Klotz feierlich eine ſatyriſche Lobrede b) gehalten: er hat ihre allwei- a) Siebe zuruͤck in die Veurtheil. des Beitr. zur Ge- ſchichte der Muͤnzen. b) Ridic. litter.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/herder_kritische03_1769
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/herder_kritische03_1769/177
Zitationshilfe: Herder, Johann Gottfried von: Kritische Wälder. Bd. 3. Riga, 1769, S. 171. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/herder_kritische03_1769/177>, abgerufen am 15.06.2024.