Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Iffland, August Wilhelm: Die Jäger. Berlin, 1785.

Bild:
<< vorherige Seite
Bärbel. Aber was geht es denn Sie an?
Wirthin. Höre, ich habe Dirs lange angemerkt,
wenn Du nur einem Menschen ein Stück Brod abschnei-
den sollst, so läst Du das Maul hängen; keinem Men-
schen gönnst Du was Gutes: aber den heimlichen Neid-
hart sollst Du abschaffen, oder ich will nicht gesund von
der Stelle gehen! daß Du's weißt! (ab.)
Neunter Auftritt.
Bärbel
(räumt alles weg. Indem kömmt, der Seite gegen über, wo
die Wirthin abgieng.)
der Gerichtsschreiber.
Gerichtsschr. Sind sie fort?
Bärbel. Ja. Er kann gehen.
Gerichtsschr. Hats denn nichts gegeben?
Bärbel. Was?
Gerichtsschr. So -- von Stulbeinen -- und blu-
tigen Köpfen!
Bärbel. Bewahre uns Gott!
Gerichtsschr. Nicht einmal? -- O so habe ich die
liebe Zeit davon. Wo ist mein Glas? -- ich hatte noch
nicht ausgetrunken, als der Rumor angieng.
Bärbel. Da stehts.
Ge
Baͤrbel. Aber was geht es denn Sie an?
Wirthin. Hoͤre, ich habe Dirs lange angemerkt,
wenn Du nur einem Menſchen ein Stuͤck Brod abſchnei-
den ſollſt, ſo laͤſt Du das Maul haͤngen; keinem Men-
ſchen goͤnnſt Du was Gutes: aber den heimlichen Neid-
hart ſollſt Du abſchaffen, oder ich will nicht geſund von
der Stelle gehen! daß Du's weißt! (ab.)
Neunter Auftritt.
Baͤrbel
(raͤumt alles weg. Indem koͤmmt, der Seite gegen uͤber, wo
die Wirthin abgieng.)
der Gerichtsſchreiber.
Gerichtsſchr. Sind ſie fort?
Baͤrbel. Ja. Er kann gehen.
Gerichtsſchr. Hats denn nichts gegeben?
Baͤrbel. Was?
Gerichtsſchr. So — von Stulbeinen — und blu-
tigen Koͤpfen!
Baͤrbel. Bewahre uns Gott!
Gerichtsſchr. Nicht einmal? — O ſo habe ich die
liebe Zeit davon. Wo iſt mein Glas? — ich hatte noch
nicht ausgetrunken, als der Rumor angieng.
Baͤrbel. Da ſtehts.
Ge
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0118" n="112"/>
          <sp who="#BAER">
            <speaker>Ba&#x0364;rbel.</speaker>
            <p>Aber was geht es denn Sie an?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#WIRT">
            <speaker>Wirthin.</speaker>
            <p>Ho&#x0364;re, ich habe Dirs lange angemerkt,<lb/>
wenn Du nur einem Men&#x017F;chen ein Stu&#x0364;ck Brod ab&#x017F;chnei-<lb/>
den &#x017F;oll&#x017F;t, &#x017F;o la&#x0364;&#x017F;t Du das Maul ha&#x0364;ngen; keinem Men-<lb/>
&#x017F;chen go&#x0364;nn&#x017F;t Du was Gutes: aber den heimlichen Neid-<lb/>
hart &#x017F;oll&#x017F;t Du ab&#x017F;chaffen, oder ich will nicht ge&#x017F;und von<lb/>
der Stelle gehen! daß Du's weißt! <stage>(ab.)</stage></p>
          </sp>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#g">Neunter Auftritt</hi>.</head><lb/>
          <stage>Ba&#x0364;rbel</stage><lb/>
          <stage>(ra&#x0364;umt alles weg. Indem ko&#x0364;mmt, der Seite gegen u&#x0364;ber, wo<lb/>
die Wirthin abgieng.)</stage><lb/>
          <stage>der Gerichts&#x017F;chreiber.</stage><lb/>
          <sp who="#GERS">
            <speaker>Gerichts&#x017F;chr.</speaker>
            <p>Sind &#x017F;ie fort?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BAER">
            <speaker>Ba&#x0364;rbel.</speaker>
            <p>Ja. Er kann gehen.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GERS">
            <speaker>Gerichts&#x017F;chr.</speaker>
            <p>Hats denn nichts gegeben?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BAER">
            <speaker>Ba&#x0364;rbel.</speaker>
            <p>Was?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GERS">
            <speaker>Gerichts&#x017F;chr.</speaker>
            <p>So &#x2014; von Stulbeinen &#x2014; und blu-<lb/>
tigen Ko&#x0364;pfen!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BAER">
            <speaker>Ba&#x0364;rbel.</speaker>
            <p>Bewahre uns Gott!</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#GERS">
            <speaker>Gerichts&#x017F;chr.</speaker>
            <p>Nicht einmal? &#x2014; O &#x017F;o habe ich die<lb/>
liebe Zeit davon. Wo i&#x017F;t mein Glas? &#x2014; ich hatte noch<lb/>
nicht ausgetrunken, als der Rumor angieng.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#BAER">
            <speaker>Ba&#x0364;rbel.</speaker>
            <p>Da &#x017F;tehts.</p><lb/>
            <fw place="bottom" type="catch">Ge</fw>
          </sp><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[112/0118] Baͤrbel. Aber was geht es denn Sie an? Wirthin. Hoͤre, ich habe Dirs lange angemerkt, wenn Du nur einem Menſchen ein Stuͤck Brod abſchnei- den ſollſt, ſo laͤſt Du das Maul haͤngen; keinem Men- ſchen goͤnnſt Du was Gutes: aber den heimlichen Neid- hart ſollſt Du abſchaffen, oder ich will nicht geſund von der Stelle gehen! daß Du's weißt! (ab.) Neunter Auftritt. Baͤrbel (raͤumt alles weg. Indem koͤmmt, der Seite gegen uͤber, wo die Wirthin abgieng.) der Gerichtsſchreiber. Gerichtsſchr. Sind ſie fort? Baͤrbel. Ja. Er kann gehen. Gerichtsſchr. Hats denn nichts gegeben? Baͤrbel. Was? Gerichtsſchr. So — von Stulbeinen — und blu- tigen Koͤpfen! Baͤrbel. Bewahre uns Gott! Gerichtsſchr. Nicht einmal? — O ſo habe ich die liebe Zeit davon. Wo iſt mein Glas? — ich hatte noch nicht ausgetrunken, als der Rumor angieng. Baͤrbel. Da ſtehts. Ge

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/iffland_jaeger_1785
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/iffland_jaeger_1785/118
Zitationshilfe: Iffland, August Wilhelm: Die Jäger. Berlin, 1785, S. 112. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/iffland_jaeger_1785/118>, abgerufen am 14.05.2021.