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Magirus, Johannes: Christliche und getreue Warnung vor dem falschen calvinischen Wegweiser Georg Hanfelds. Tübingen, 1592.

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Pag. 319.

NOch ist eines da / mit welchem Hanfeld der Vbiquitet den Boden will gar außstossen. Wann Christi Leib / spricht er / alles erfüllete / es gienge zu wie auff Maiestätische weiß die Lutherischen es jmmer gesagen könden / so würde das Reich Christi / das Geistlich sein soll / dadurch auffgehebt / der H. Geist seines Ampts entsetzt / ja die gantze H. Dreieinigkeit auß der Kirchen verstossen / vnnd ein gantz newer Gott / der ettliche Göttliche Eigenschafften habe / als allenthalben vnd allmächtig / nicht aber von ewigkeit her zusein / an jhre statt gestellet. Ist nun dises jhrer besten Argument emes wider die Vbiquitet / Pag. 320.(wie es auch Hanfeld darfür helt / vnd fast anderthalb Blättlin mit eim jämerlichen Zettergeschrey vber vns zubringt) so dancken wir dem lieben Gott / daß der Gegentheil mit solchem losen behelff wider die Warheit sich selbst zu schanden macht. Dann auff die Calumniam von einer vergötteten Pag. 322.Menschheit Christi ist hieuor geantwortet: Daß aber wir solten gelehrt haben / Man dörffe vns hie nichts sagen von der Würckung des heiligen Geistes: vnnd weil wir glauben / CHristus sey nach seiner Menschheit bey seiner Kirchen / darumb darff man des H. Geistes nicht / er könne auch nicht da sein: Ist es abermal ein offenbare Calumnia, vnd keiner Antwort werth: sonder es ist Hanfelds vngereimbter Schlußreden eine / darauff jhm auch ein Schüler kan Antwort geben. Dann da Christus in seiner Knechtsgestalt Wunderzeichen gewürckt / Todten aufferweckt / mit wenig Brot ettlich Tausent Menschen gespeißt / etc. hat ja die Menscheit da auch gewürckt / als die dabey vnd damit ist gewesen. So folgte nun nach Hanfelds meinung drauß / daß Christus damaln kein Geistlich Reich gehabt / vnd der H. Geist nicht dabey gewesen sey: So doch Christus selbst zu den Phariseern sagt / (da sie fragten / wann das Reich Gottes keme) das Reich GOttes komme gleichwol nicht mit eusserlichen Geberden / es sey aber schon jetzo inwendig in jhnen: Auch der heilige Geist Christum nie hat verlassen / als dessen eigner Geist er ist / mit Psal. 45. Joh. 1.welchem Christus nach der Menschheit ist gesalbet vber seine Brüder / vnnd welchen er ohne maß empfangen hat. So dann damaln Christus nach der Menschheit / vnnd der heilige Geist die Kirch zugleich regiert haben / vnd keiner den andern in seiner Würckung gehindert / warumb solten dann nicht auch sie beide zugleich jetzt können zugegen sein? Vnnd wann es soll wahr sein / was Hanfeld schleußt / so folget auch / daß weder Gott der Vatter / noch Gott der Sohn bey der Christ-

Pag. 319.

NOch ist eines da / mit welchem Hanfeld der Vbiquitet den Boden will gar außstossen. Wann Christi Leib / spricht er / alles erfüllete / es gienge zu wie auff Maiestätische weiß die Lutherischen es jmmer gesagen könden / so würde das Reich Christi / das Geistlich sein soll / dadurch auffgehebt / der H. Geist seines Ampts entsetzt / ja die gantze H. Dreieinigkeit auß der Kirchen verstossen / vnnd ein gantz newer Gott / der ettliche Göttliche Eigenschafften habe / als allenthalben vnd allmächtig / nicht aber von ewigkeit her zusein / an jhre statt gestellet. Ist nun dises jhrer besten Argument emes wider die Vbiquitet / Pag. 320.(wie es auch Hanfeld darfür helt / vnd fast anderthalb Blättlin mit eim jämerlichen Zettergeschrey vber vns zubringt) so dancken wir dem lieben Gott / daß der Gegentheil mit solchem losen behelff wider die Warheit sich selbst zu schanden macht. Dann auff die Calumniam von einer vergötteten Pag. 322.Menschheit Christi ist hieuor geantwortet: Daß aber wir solten gelehrt haben / Man dörffe vns hie nichts sagen von der Würckung des heiligen Geistes: vnnd weil wir glauben / CHristus sey nach seiner Menschheit bey seiner Kirchen / darumb darff man des H. Geistes nicht / er könne auch nicht da sein: Ist es abermal ein offenbare Calumnia, vnd keiner Antwort werth: sonder es ist Hanfelds vngereimbter Schlußreden eine / darauff jhm auch ein Schüler kan Antwort geben. Dann da Christus in seiner Knechtsgestalt Wunderzeichen gewürckt / Todten aufferweckt / mit wenig Brot ettlich Tausent Menschen gespeißt / etc. hat ja die Menscheit da auch gewürckt / als die dabey vñ damit ist gewesen. So folgte nun nach Hanfelds meinung drauß / daß Christus damaln kein Geistlich Reich gehabt / vnd der H. Geist nicht dabey gewesen sey: So doch Christus selbst zu den Phariseern sagt / (da sie fragten / wann das Reich Gottes keme) das Reich GOttes komme gleichwol nicht mit eusserlichen Geberden / es sey aber schon jetzo inwendig in jhnen: Auch der heilige Geist Christum nie hat verlassen / als dessen eigner Geist er ist / mit Psal. 45. Joh. 1.welchem Christus nach der Menschheit ist gesalbet vber seine Brüder / vnnd welchen er ohne maß empfangen hat. So dann damaln Christus nach der Menschheit / vnnd der heilige Geist die Kirch zugleich regiert haben / vnd keiner den andern in seiner Würckung gehindert / warumb solten dann nicht auch sie beide zugleich jetzt können zugegen sein? Vnnd wann es soll wahr sein / was Hanfeld schleußt / so folget auch / daß weder Gott der Vatter / noch Gott der Sohn bey der Christ-

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[48/0050] NOch ist eines da / mit welchem Hanfeld der Vbiquitet den Boden will gar außstossen. Wann Christi Leib / spricht er / alles erfüllete / es gienge zu wie auff Maiestätische weiß die Lutherischen es jmmer gesagen könden / so würde das Reich Christi / das Geistlich sein soll / dadurch auffgehebt / der H. Geist seines Ampts entsetzt / ja die gantze H. Dreieinigkeit auß der Kirchen verstossen / vnnd ein gantz newer Gott / der ettliche Göttliche Eigenschafften habe / als allenthalben vnd allmächtig / nicht aber von ewigkeit her zusein / an jhre statt gestellet. Ist nun dises jhrer besten Argument emes wider die Vbiquitet / (wie es auch Hanfeld darfür helt / vnd fast anderthalb Blättlin mit eim jämerlichen Zettergeschrey vber vns zubringt) so dancken wir dem lieben Gott / daß der Gegentheil mit solchem losen behelff wider die Warheit sich selbst zu schanden macht. Dann auff die Calumniam von einer vergötteten Menschheit Christi ist hieuor geantwortet: Daß aber wir solten gelehrt haben / Man dörffe vns hie nichts sagen von der Würckung des heiligen Geistes: vnnd weil wir glauben / CHristus sey nach seiner Menschheit bey seiner Kirchen / darumb darff man des H. Geistes nicht / er könne auch nicht da sein: Ist es abermal ein offenbare Calumnia, vnd keiner Antwort werth: sonder es ist Hanfelds vngereimbter Schlußreden eine / darauff jhm auch ein Schüler kan Antwort geben. Dann da Christus in seiner Knechtsgestalt Wunderzeichen gewürckt / Todten aufferweckt / mit wenig Brot ettlich Tausent Menschen gespeißt / etc. hat ja die Menscheit da auch gewürckt / als die dabey vñ damit ist gewesen. So folgte nun nach Hanfelds meinung drauß / daß Christus damaln kein Geistlich Reich gehabt / vnd der H. Geist nicht dabey gewesen sey: So doch Christus selbst zu den Phariseern sagt / (da sie fragten / wann das Reich Gottes keme) das Reich GOttes komme gleichwol nicht mit eusserlichen Geberden / es sey aber schon jetzo inwendig in jhnen: Auch der heilige Geist Christum nie hat verlassen / als dessen eigner Geist er ist / mit welchem Christus nach der Menschheit ist gesalbet vber seine Brüder / vnnd welchen er ohne maß empfangen hat. So dann damaln Christus nach der Menschheit / vnnd der heilige Geist die Kirch zugleich regiert haben / vnd keiner den andern in seiner Würckung gehindert / warumb solten dann nicht auch sie beide zugleich jetzt können zugegen sein? Vnnd wann es soll wahr sein / was Hanfeld schleußt / so folget auch / daß weder Gott der Vatter / noch Gott der Sohn bey der Christ- Pag. 320. Pag. 322. Psal. 45. Joh. 1.

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Zitationshilfe: Magirus, Johannes: Christliche und getreue Warnung vor dem falschen calvinischen Wegweiser Georg Hanfelds. Tübingen, 1592, S. 48. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/magirus_warnung_1592/50>, abgerufen am 23.04.2024.